Pling-Pling: das „Ukulele Orchestra of Great Britain“ im Münchner Prinzregententheater


(nmz) -
Bei vielen Konzerten wird alles immer noch lauter, größer und bombastischer. Ganz anders das „Ukulele Orchestra of Great Britain“ (UOGB) am Montag im ausverkauften Prinzregententheater: Da wird die Mini-Ukulele, die die sieben Musiker als Running Gag immer wieder hervorzuziehen, kleiner und kleiner. Bis sie irgendwann kurz vor Konzertende auf ein gerade noch spielbares Minimum an Niedlichkeit zusammengeschrumpft ist.
15.02.2012 - Von Claus Lochbihler

Große Musik auf ganz kleinen Instrumenten und dazu eine Comedy-Show, die mit der Musik spielt und bierernsten Größenwahn in Pop und Klassik parodiert – das ist das Geheimnis von Kitty Lux, einer coolen Punkstimme in Abendgarderobe, und der sechs Herren im klassisch strengen Orchesteroutfit.

Schwer zu sagen, wer und was von den sieben am meisten begeistert. Jonty Bankes an der Bass-Ukulele pfeift mitreißend schön, etwa über Ennio Morricones „The Good, the Bad and the Ugly“. George Hinchcliffe wiederum macht die besten und trockensten Ansagen, etwa als er eine Nummer des „in München doch besonders populären Karl-Heinz Stockhausen“ ankündigt und zum Mitsingen einlädt – „sofern Sie den Songtext kennen“: „Sie ist ein Model und sie sieht gut aus….“ Wenn das UOGB „Stockhausen“ spielt, erklingt Kraftwerk. Und nie hat deren Kühle wärmer und so unplugged geklungen wie bei Hinchcliffe und seinem singenden und zupfenden Ukulele-Trupp.

Ganz am Ende - nach einer A-Capella-Seemannsversion des Who-Klassikers „Pinball Wizard“ und einem Medley, bei dem ein halbes Dutzend Popsongs wie ein Bienenschwarm um sich selbst kreisen -  hat man das Gefühl, als habe sich die ganze Musikgeschichte aufgelöst. In ein einziges, vielstimmiges Pling-Pling.

Weitere Termine:
15. 2.: Landau
16. 2.: Schaffhausen/CH
18. 2.: Zürich/CH

 

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