Zutritt für Jedermann: Public Viewing und Internet demokratisieren die Hochkultur


(nmz) -
Einige einzelne Karten wären schon noch zu haben, lässt die freundliche Verkäuferin bei den Salzburger Festspielen wissen. Aber nur noch in der höchsten Preisklasse: Cosi fan tutte für 370 Euro? Das geht auch billiger:
02.08.2009 - Von Christian Kröber

Nach Bayreuth, wo in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal Wagners Opern im Netz verfügbar waren, wagen sich nun auch die Salzburger Festspiele ins world wide web. Gemeinsam mit der Firma Siemens und bestens betreut von der Münchner Online-Congress GmbH hat nun Jedermann die Möglichkeit bis zum 7. August die Premierenproduktion, mit der Claus Guth seinen Mozart-Da-Ponte-Zyklus vollendet hat, individuell für € 7,90 auf seinen Rechner zu streamen.

 „Aber schließen Sie bitte ihren Rechner an die heimische Stereoanlage an!“ rät Stefan Marshall, verantwortlich für die technische Umsetzung des Unternehmens. Dies und ein Klick unter www.siemens.com/festspielnacht ermöglicht individuellen Musikgenuss.
 
Der Computer ermöglicht beliebig viele Pausen und Wiederholungen und im Gegensatz zur leicht regnerischen Public Viewing Nacht sitzt der User zu Hause im Trockenen. An der gleichwohl biederen Inszenierung von Claus Guth ändert dies ebenso wenig, wie an dem hoch professionellen Künstleraufgebot (Bo Skovhus/ Alfonso, die Paare Isabel Leonard, Topi Lehtipuu, Miah Persson und Florian Boesch) , das die Wiener Philharmoniker unter Adam Fischer ein bisschen zu routiniert begleiteten.
 
Christian Kröber

 

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