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Alle Artikel kategorisiert unter »Delmenhorst«

Bremer Zwerge

12.04.17 (Gordon Kampe) -
„Autsch. Hier tut’s weh.“ – „Da können wir nicht helfen, unsere Ärzte sind in Rente.“ – „Das ist doch ein Krankenhaus?“ – „Ja, wir verkaufen jetzt Turnschuhe. Man muss sich weiterentwickeln.“ Was hier nach Mumpitz tönt, das geht als Argument im Kulturbereich offensichtlich ganz gut durch: Mit dem Fortgang verdienter Personen, werden Inhalte gleich mitpensioniert.

„Nur Gesang geht weiter“

29.11.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Das kann ich auch“, so eine Zuhörerin lautstark beim Festkonzert zum 45-jährigen Bestehen der Reihe „Neue Musik in Delmenhorst“: das mit jährlich einem Konzert wohl kleinste Festival in Deutschland. Die Zuhörerin bezog sich auf einen spitzen hohen Ton, der glissandoartig herunterstürzt. Aber das ist bei der Musik von Hans Joachim Hespos kein dilettantisches Kreischen, sondern ein äußerst präzise notierter Ton mit einem äußerst präzisen Ausdruck. In „Kaps“ bilden acht „disparate“ Sänger/-innen vollkommen individuelle Gestalten, die von einem „Gelegenheitsdirigenten“ mit Leuchtstab und Frack irgendwie zusammengehalten werden: eine schöne Parodie auf die Funktion des Dirigenten. Die Ironie über den Konzertbetrieb kommt in jeder Sekunde höchst amüsant rüber, gleichzeitig und darüber hinaus gibt es richtig schöne Musik mit aufregenden Klangflächen und emotionalen Ausbrüchen. Es scheint typisch Hespos, er hat dies in vielen Werken der letzten Jahre gezeigt, wie er sich über die jahrhundertealte Gesangstradition lustig macht und sie gleichzeitg achtet, wenn nicht gar verehrt. Entgegen der Zuhörerin sind die acht Partien rein gesangstechnisch von äußerstem Anspruch. „Nur Gesang geht weiter“ heißt es in einer seiner Partituren.

Quirlig vermanscht und näselnd verbeult: Der Komponist Hans Joachim Hespos wird 75 Jahre alt

12.03.13 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Es geht nicht länger an, dass ein hoher Chef d'Orchestre seine Pultmusiker weiterhin an den Unzusammenhang einer Spielstimme verbannt, um sie, die vom Ganzen erst gar nichts erfahren und kaum sinnvoll aus sich selbst heraus gestalten können, besser in dem beherrschenden Griff zu halten. Das ist Ausbeutung und schlampige Tradition, solche Zustände gilt es abzuschaffen“ … wetterte einst der in Emden geborene und im ostfriesischen Delmenhorst lebende Komponist Hans-Joachim Hespos und zog daraus von Anfang an alle Konsequenzen fürs Komponieren und Musizieren.

Und ewig lockt die Birkhahnpfeife

14.12.09 (Tobias Daniel Reiser) -
Seit 1969 wird von dem Komponisten Hans-Joachim Hespos in Delmenhorst bei Bremen die Konzertreihe 11.11.neue musik in delmenhorst veranstaltet. Das diesjährige 40. Jubiläum blieb der Kern­idee der Reihe treu: „über das erstaunen öffnen und interesse wecken“. Das Stuttgarter ensemble ascolta und die Solisten Joachim Schall und Robin Hoffmann gestalteten den Abend abwechslungsreich und überraschend.
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