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Alle Artikel kategorisiert unter »Gordon Kampe«

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31.10.18 (Gordon Kampe) -
Ich wiederhole mich ja ungern. Ist ja nicht so, als ob es nix zu Nölen gäbe. Aber vielleicht hilft’s, denn stetes Möppern höhlt den Stein. Es geht ums Geld. Ich bat an dieser Stelle vor ein paar Jahren bereits darum, dass auch in unserem Bereich Verträge rechtzeitig geschlossen werden. Putzig, dass man das sagen und über derlei Selbstverständlichkeiten nachdenken muss. Vielleicht sind wir zu nett? Oder fürchten uns vor der Hand, die einen „nährt“, die beißt man ja nicht – und vielleicht kommt ja noch mal etwas hinterher, irgendwann … Garstig, derlei Gedanken! Okay. Ich habe ja gut Reden, ich bekomme jetzt immer Geld, denn ich gehöre dem Staat. Die meisten Kolleg/-innen aber nicht.

Auftrumpfen!

27.06.18 (Gordon Kampe) -
Vor gefühlten 90 Jahren brachte ich meinen Kirchenchor mit zu einem Klassenabend. Plötzlich waren da 20 Herrschaften und lauschten erratischen Sinustonstudien, die sich – echt! – vortrefflich mit dem Fiepen eines Hörgeräts vermischten. Immer mal wieder wurde damals das „Proletariat“ als theoretische Konstruktion diskutiert – hier ist es, dachte ich bei mir, schaut’s euch mal an!

Der Publi-kuck-omat

31.05.18 (Gordon Kampe) -
Natürlich sitze ich beim Steuern der Elektronik während eines Konzerts dort, wo man gut hört. Neulich allerdings, da saß ich mit Mischpult und Computer zwischen Beichtstuhl und einem Seitenaltar in einer wildwuchernden Barockkirche und hatte – Grundgütiger! – das Publikum direkt vor mir, dazu noch hell beleuchtet. Das P-u-b-l-i-k-u-m!

Löcher

28.02.18 (Gordon Kampe) -
Colosseum, Sistina, Papst – alles schön und gut. Mein Lieblingswahrzeichen in Rom aber, das ist ein unscheinbares Loch aus dem 16. Jahrhundert. Das Loch wurde aus der Decke der wundervollen „Biblioteca Vallicelliana“ geschnitzt, unter der sich das berühmte Oratorium Filippo Neris befindet. Entfernt man einen Stöpsel aus besagtem Loch, dringt von unten Musik nach oben und belüftet die Hirne.

Fürchtet euch nicht

21.12.17 (Gordon Kampe) -
Wenn der Arzt mit der Spritze in der Hand zu Ihnen sagt, dass es jetzt zwar kurz pikst, Sie aber keine „Angst“ zu haben brauchen – dann können Sie sicher sein: Gleich wird es schlimm. Neulich nachts im Radio, da hat es mich erwischt: das „Angst“-Wort. Man wolle „dem“ Publikum die „Angst“ vor Neuer Musik nehmen und deshalb mache man nun dieses und jenes.

Abklingbecken

20.10.17 (Gordon Kampe) -
Fünf Uraufführungen pro Konzert. Im Publikum links und rechts neben mir: Freunde und Kollegen. Sobald der Applaus anhebt, haben alle um mich herum ihr Urteil in der Regel gefällt: Daumen hoch, Daumen runter. Was habe ich in diesen Momenten selbst schon Kommentare abgelassen – irgendwo zwischen Häme, Neid und Klugscheißerei. Es waren nicht meine besten Momente. Da schreibt jemand ein Jahr an etwas – ganz sicher mit Herzblut! – und man nörgelt es innerhalb einer Sekunde zu Klump. Total mutig!

Knochenbrecher

10.09.17 (Gordon Kampe) -
Es gibt dieses wundervolle YouTube-Video des leider jüngst verstorbenen Georges Prêtre: Er probt mit dem RSO Stuttgart Debussys „Prélude“ und singt, tanzt, malt in die Luft. Er ist humorvoll, charmant – und vollkommen klar. Oder diese Claudio Abbado-Videos mit Mahler oder Debussy: Er streichelt den Klang und fordert immer wieder: „Hört!“ Ach, dachte ich bei mir: Gut, dass die Zeit der Pult-Autokraten vorbei ist … Viel lieber kaufe ich Platten, bei denen ich weiß, dass Klänge bei der Aufnahme respektvoll gestreichelt wurden. Und dann das: Kennen Sie noch Ernst Stavro Blofeld?

Klassik Echo

03.08.17 (Gordon Kampe) -
Wie man so abgehen könne, fragte mich mein Trainer. Er hatte mich er­wischt: Ich hörte Tschaikowskys Fünfte, Norrington dirigierte – und ich auch, allerdings im Auto auf dem Aldi-Parkplatz um die Ecke. Ich kann nicht anders, meine Ohren sind direkt mit meinem Bizeps verbunden, ohne Umwege über das Gehirn. Muss das bescheuert aussehen, wenn ich im Opel Einsätze für die Trompeten in Richtung Scheibenwischer winke und mich erschöpft vor der Zapfsäule an der Tankstelle verbeuge, die mir immerhin „super!“ zuruft.

Weitersagen

08.06.17 (Gordon Kampe) -
Bestimmt kennen Sie diese seltenen Momente, an denen irgendetwas geschieht, das Sie nicht recht verstehen oder deuten wollen. Da sitzt man da, runzelt die Stirn, macht große Augen, wird plötzlich angefasst, vielleicht sogar getroffen. Das kann eine Erkenntnis sein oder Musik – oder aber der alte Herr, den ich neulich im ICE-Bistro traf: Wie an 82 Prozent aller Tage trug ich ein Sakko und ein weißes Hemd. Neben mir lag lediglich eine Zeitung, ich tippte auf meinem Handy herum und hatte keine weiteren berufsmäßigen Attribute bei mir – kein Klavier, kein Mahler-Handbuch, keine Partitur, nicht einmal mein Schickimicki-Notizbuch.
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