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Alle Artikel kategorisiert unter »Gordon Kampe«

Bremer Zwerge

12.04.17 (Gordon Kampe) -
„Autsch. Hier tut’s weh.“ – „Da können wir nicht helfen, unsere Ärzte sind in Rente.“ – „Das ist doch ein Krankenhaus?“ – „Ja, wir verkaufen jetzt Turnschuhe. Man muss sich weiterentwickeln.“ Was hier nach Mumpitz tönt, das geht als Argument im Kulturbereich offensichtlich ganz gut durch: Mit dem Fortgang verdienter Personen, werden Inhalte gleich mitpensioniert.

Abgehängt

09.03.17 (Gordon Kampe) -
Dies hier wird nicht lustig. Ich knüpfe an einen Text aus dem letzten Jahr an, in dem ich von einem Mädchen aus Afghanistan berichte, mit dem ich in einer Schule Musik gemacht hatte. Damit Rückschlüsse auf konkrete Menschen unmöglich sind, wartete ich mit der Fortsetzung und vermische zudem Schulen miteinander: Nie hatte ich einen Klassenraum nach getaner Arbeit so ernüchtert verlassen. Wie das alles die frohgemute Lehrerin jahrelang aushielt?

Blabla-Schwäche

17.02.17 (Gordon Kampe) -
Praktikant zu Kurator so: „Der Pianist will Ives spielen.“ – „Passt nicht.“ – „Er könnte auch die Grenzen der Gattung ausloten!“ – „Top. Sag ihm, er soll Ives spielen!“ Funktioniert eigentlich so das „Komponieren“ von Konzerten? Was habe ich gelacht, als ich neulich eine Pressemitteilung der „MaerzMusik“ las. Die haben Mumm!

Hingehen

22.12.16 (Gordon Kampe) -
Sorry, ich war nicht da. Anstrengende Woche: 24/7 – Du kennst das. Und dann kam ich nicht vom Sofa runter. War aber schön, ja? Erzähl mal. Lieber Gruß. – Wie oft ich derlei schon geschrieben habe. Ich mag aber manchmal wirklich nicht und ich war gestern erst in der Philharmonie. Und Familie hab’ ich auch und es gibt nun einmal zu viel.

Die Juhu-Brille

11.11.16 (Gordon Kampe) -
Gegen plötzliche Deadlines hilft nur „Courage“, die neue Antifaltencreme von Ratiopharm. Ist allerdings kein Kassenschlager, da ja eher die langen Planungsphasen überwiegen, die sich offensichtlich proportional zur durchschnittlichen Lebenserwartung ent­wickeln. Jetzt werden Stücke geschrieben, die in fünf Jahren schon peinliches Frühwerk sind. Ist alles irgendwie eine krude Mischung aus Antragsödnis, Institutionsdampfern, Fantasie-Deadlines und mehr – und es muss natürlich alles perfekt sein. Man kann sich ausrechnen, wie viele Opern noch zu schreiben sind, käme noch heute Abend ein gigantischer Auftrag und ginge es dann immer so weiter.

Boah-Ey!

09.10.16 (Gordon Kampe) -
Watt schön! Da klopfte das Herz des Lokalpatrioten: Siebzig Jahre NRW – was ein Fest! Die Kanzlerin war da, sogar der Queen ihr Enkel! Und was wurde er besungen, der Strukturwandel. Alles hat sich geändert in diesem wunderbaren Land, das den Gefahren der Zukunft trotzen wird wie nix. Und wie traditionsverbunden und dabei dennoch avant man ist, das zeigte sich selbstredend auch an der Musikauswahl, die die ganze Vielfalt des Landes im besten Licht präsentierte – Musik von B.A. Zimmermann wurde ges­pielt! Und Henze! Und Stockhausen! Und zwei Uraufführungen!

Vorhang

15.09.16 (Gordon Kampe) -
Erstens: Wie oft ich das wieder gelesen habe: „Die blutjunge schwedische Ausnahme-Virtuosin Åsa Tomtomsen spielt das fulminante Schlagzeugkonzert des Dänen Druv Snaregård.“ An dem Satz interessieren mich nur der Name und das Stück, sonst nix. Und schon gar nicht interessiert mich, wo Åsa und Druv herkommen. Bis Europa wieder so cool ist, wie es sein könnte, sollte man auf derlei Info einfach mal verzichten: Es ist wumpe.

Der Fidelmeister und die Taler

21.07.16 (Gordon Kampe) -
Es war einmal ein Land, provisorisch sei Tütonia es genannt. Und weil dort schon seit ewiger Zeit das Fideln sehr geliebt ward, gab es viele, viele Fidelmeister, die an unzähligen Fidelschulen ihre Weisheiten an junge Fidelwillige weitergaben. Nun begab es sich aber, dass die Meister nur wenige Schüler aufnehmen konnten, denn der Andrang war groß und die Ressourcen waren knapp. Zu jener Zeit war der Ruhm der Meister bis in fernste Lande gedrungen – bis nach Schyna gar!

Senf

09.06.16 (Gordon Kampe) -
Gute Vorsätze sind eigentlich etwas für ein neues Jahr. Doch da ich gerade so „mir-nix-dir-nix“ grantig wurde, habe ich mich aufs Sofa gelegt und mich befragt: „Wass’n los? Du unzufriedene Wurst.“ Zack! Erkenntnis: Wurst! Die schmeckt nämlich nur mit Senf! „Senf?“ Jawohl! Ich habe chronische Senfitis.

Arzu

17.05.16 (Gordon Kampe) -
Brahms’ Intermezzo A-Dur op. 118, Nr. 2 ist eines jener Stücke, das mich, so oft ich es höre, anrührt. Dass es nicht nur der Klang, sondern der Kontext, die Gestimmtheit und zudem private, nostalgische Erinnerungen sind, die dieses Angefasstsein hervorrufen, ist mir klar. Neulich ist ein weiteres Stück dazugekommen und der geneigte Leser möge mir bitte verzeihen, wenn ich pointen- und absichtslos bleibe und schlicht darüber berichte.
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