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Alle Artikel kategorisiert unter »Gordon Kampe«

Authentisch

06.05.22 (Gordon Kampe) -
Es gibt Wörter in der deutschen Sprache, die Wohlklang, Klarheit und geistige Durchdringung aufs Bezauberndste miteinander zu amalgamieren wissen: Beitragsbemessungsgrenze etwa. Oder Glibber. Dann wiederum gibt es Wörter, die – obwohl ehedem spitzenmäßig – dermaßen unter Inflationsdruck stehen, dass sich der Gebrauch anfühlt wie ein olles Karamellbonbon an einer AOK-Zahnspange. „Authentisch“ ist für mich eines jener garstigen Vokabeln. Mir stehen die restlichen Haupthaare zu Berge.

Peinlich

21.04.22 (Gordon Kampe) -
Seitdem Kriegsverbrecher Putin, nur etwas mehr als 1000 km von meinem mittelständischen Reihenhausidyll entfernt, die Ukraine in Schutt und Asche legt, fühle ich mich wie eine Amöbe. Alles, worüber ich mich – auch hier – geärgert oder worüber ich mich manchmal satirisch-heiter ausgelassen habe: alles scheint mir völlig egal, ja fast peinlich. Schon das Jammern darüber ist wiederum peinlich. (Ein bisschen peinlich auch, wenn ich hier und da von Schreibblockaden in den kreativen Zünften lese. Meine Güte, mein Bäcker hat auch keine Backblockade…)

„Europa steht!“

24.03.22 (Gordon Kampe) -
Nerds wissen, dass das die Anfangszeile von Beethovens anlässlich der Eröffnung des Wiener Kongresses aufgeführter Kantate „Der glorreiche Augenblick“ ist. Service für Sie: Ich habe recherchiert, wie das gottlob selten gespielte Werk damals rezipiert wurde.

Ende Gelände

05.12.21 (Gordon Kampe) -
So weit hat mich dieser ganze Coronamist schon gebracht – ich mache Fußballvergleiche: Gerade las ich, dass sich der Quarantäneprofi Joshua Mimimi-Kimmich vom FC-Bayern-München nun vielleicht doch impfen lässt. Die Androhung, es würde ihm, müsse er mal wieder aussetzen, demnächst ans Konto gehen, zeigt Wirkung. Kapitalismus wirkt. Es gibt da ja auch „Langzeitstudien“. Bislang war ich freundlich. Verbot mir, da nicht existentiell gefährdet, öffentliches Genörgel wegen ausgefallener Konzerte etcetera pp. (Schauen Sie nach!) Jetzt ist Schicht am Schacht, Ende Gelände!

Tempo!

25.11.21 (Gordon Kampe) -
Na prima. Vor ein paar Jahren schrieb ich, dass mich schreddernd-dauerironisches Brizzelbrazzel nervte, das mir so oft entgegen ulkte. Man müsse mal wieder Haltung haben! Und nun scheinen sich, schaue ich so um mich, gefühlte 59 Prozent meiner Zunft an meine Mahnung gehalten zu haben. Bitte. Hört doch nicht auf mich, war nicht so gemeint! Die Zeiten sind viel zu ernst, als dass man jetzt ein Adagio, ein Lamento nach dem anderen schreibt oder etwa auf Künstlerfotos ausschaut wie nach sechs Stunden Kontrapunktprüfung. Wenn wir die Coronakilos loswerden wollen, dann geht das nicht mit 30 Schlägen pro Minute – oder ist das Metronom kaputt?

Gute Nacht

19.08.21 (Gordon Kampe) -
Als ich eines Morgens, die Pandemie lag erst wenige Jahre hinter uns, aus unruhigen Träumen erwachte und nach dem obligatorischen Privilegiencheck die Nachrichten las, fand ich die Musikwelt in zwei harmlose Käferchen verwandelt. Sie zappelten gar putzig um die Wette und hatten nicht bemerkt, dass sie längst auf dem Rücken lagen. Was war geschehen?

11 Fragen an Gordon Kampe

30.07.21 (Gordon Kampe) -
Gordon Kampe, Komponist. Studierte Komposition und Musikwissenschaft in Rostock, Essen und Bochum. Gelernter Elektriker und langjähriger Organist. Liebt Opern und Operetten und alles, was singt. Seit 2017 Professor für Komposition an der HfMT Hamburg.

Loslegen

09.06.21 (Gordon Kampe) -
Als ich eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte und erst meine Privilegien und dann die News checkte, fand ich mich ungeheuer ermattet und legte mich wieder hin. War die Ankündigung der Uraufführung eines Flötenstücks namens „Superspreader“ ein erstes alarmierendes Anzeichen für das Nahen des Post-Coronismus? Legt das Virus tatsächlich die Geschmacksnerven lahm? Was würde ich zu erwarten haben… „Vaccinations“, „…nur ein Piks….“, „Impferenez/Wiederholung 89“ und wird mich jemand zum „Inzidance“ auffordern?

Die Zerstörer

23.04.21 (Gordon Kampe) -
Beim Backen höre ich gerne Podcasts. Neulich versuchte ich der 520-minütigen „Alles gesagt“-Folge mit dem CDU-Zerstörer Rezo zu lauschen, verdarb mir dabei aber fast meine Windbeutel und schaltete bei Minute 16 ab. Die Moderatoren zitierten ein FAZ-Porträt, in dem Revoluzzer Rezo mit Revoluzzer Georg Büchner verglichen wurde. Rezo sieht Parallelen, kennt „den Typen“ aber nicht. Das ist nicht schlimm. Aber er fragt nicht nach. Das ist schlimm.

I can’t dance

19.03.21 (Gordon Kampe) -
Welt, sei tapfer! Die Nachricht ist bitter: Ich tanze kein Ballett. Ich würde es gern, denn mein Körper ist ne Wucht und meine Mooves sind der Hammer. Aber ich ahne: Profis können das besser. Da ich das einsehe, fühle ich mich meiner demokratischen Grundrechte nicht beraubt und werde die vier kleinen Schwäne nur im Wohnzimmer aufführen. (Komponieren kann ich auch nicht und mach’s trotzdem, schon klar.)
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