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Alle Artikel kategorisiert unter »Dessau«

Luxus im Wohncontainer – Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“ am Anhaltischen Theater in Dessau

08.04.19 (Joachim Lange) -
Die junge Manon steht zwischen zwei Männern. Auf der einen Seite der leidenschaftliche, aber arme Student Des Grieux. Auf der anderen der reicher Steuerpächter Geronte. Sie entscheidet sich erst mal für’s Luxusleben. Als der Student wieder auftaucht, will sie aber doch mit ihm fliehen. Der Alte verhindert das, sie landet im Knast, wird nach Nordamerika verbannt. Er folgt ihr freiwillig. Aus Liebe. Kann sie aber nicht vorm Verdursten in der Wüste bewahren. Puccini trat mit seiner „Manon Lescaut“ 1893 bewusst gegen Massenets damals schon erfolgreicher Version des Stoffes an. Auch wenn er dafür keine Wunschkonzertnummern komponierte, die mit denen aus Bohème, Tosca oder Butterfly mithalten können, so schwingt er allemal den großen emotionalen Orchesterpinsel. Das alles gelingt in Dessau vorzüglich, meint unser Kritiker Joachim Lange.

Nach dem Schuss ist vor dem Schuss – Ballettabend am Theater Dessau

23.01.19 (Joachim Lange) -
Tomasz Kajdański macht aus der Carmen-Suite von Rodion Schtschedrin nach Bizets Oper und Manuel de Fallas „Der Dreispitz“ am Anhaltischen Theater Dessau einen packend unterhaltsamen Ballettabend.

Der Fisch und sein Kopf

12.11.18 (Burkhard Baltzer) -
Fast sah es so aus, als wollte das Bauhaus in Dessau mal selber in den politischen Ring steigen, um sich – befeuert von Zurufen sachsen-anhaltinischer Landes- und Parteienvertretern – eigenhändig eine Niederlage zuzufügen. Wochenlangen negativen Schlagzeilen über eine Konzert-Absage folgte zwar eine Entschuldigung, doch man blieb bei der Absage. Die antifaschistische Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“ darf nun im Anhaltinischen Theater auftreten, das zwischenzeitlich auch schon einmal abgesagt hatte.

Das Schaf im Wolfspelz – Im Anhaltischen Theater Dessau gibt es Carl Maria von Webers „Freischütz“ als romantisches Märchen

28.10.18 (Joachim Lange) -
Carl Maria von Webers „Freischütz“ hat sein Päckchen zu tragen. Dass der Wurf von 1821 gar als deutsche Nationaloper apostrophiert wird und das Stück ist, in dem heute besonders gerne nach der deutschen Seele und vor allem nach den kollektiven Traumata im individuellen Schicksal gesucht wird – ist das eine. Dass er beim Publikum anhaltend beliebt ist, das andere. Trotz der viel mehr als die Musik von Weber deutlich vernehmbar gealterten, obendrein auch noch zum Teil gesprochenen Texte von Friedrich Kind. Aber welche Oper hat schon eine ganze Handvoll von wiedererkennbaren und (wenn man es könnte) sogar mitsingbaren Hits? Angeführt von Jungfernkranz, Jägerchor und Wolfsschlucht-Spektakel.

Kunstfreiheit: Nach Kritik an Konzertabsage personelle Konsequenz im Bauhaus Dessau [update, Bauernopfer]

27.10.18 (dpa) -
Die Absage des Bauhauses Dessau an eine linke Punkband hat für viel Diskussion gesorgt. Feine Sahne Fischfilet spielen nun an einem anderen Ort. Die Stiftung zieht eine erste personelle Konsequenz.

Deutscher Kulturrat – Konzertabsage beim Bauhaus Dessau: Stiftung und Kulturminister geben falsches Signal

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) hat die Entscheidung des Bauhauses Dessau verteidigt, ein Konzert Band Feine Sahne Fischfilet abzusagen. MDR Kultur fasste seine Aussagen folgendermaßen zusammen: „Die linksextreme Punkband drinnen und Rechtsextreme draußen vor der Tür wären in diesem Fall nur durch Fenster voneinander getrennt gewesen. Er wolle sich nicht ausmalen, was das bedeutet hätte.“

Unbekannte Komposition von Kurt Weill wiederentdeckt

07.11.17 (dpa) -
Berlin - Eine verschollen geglaubte Komposition von Kurt Weill (1900-1950) ist in einem Berliner Archiv wiederentdeckt worden. Wie die New Yorker Weill-Stiftung am Montag mitteilte, hatte der deutschstämmige Musiker das dreiseitige Notenblatt für seine Frau, die Schauspielerin und Sängerin Lotte Lenya, komponiert.

Anhänger des realistischen Musiktheaters - Regisseur Johannes Felsenstein ist tot

06.11.17 (dpa) -
Berlin/Dessau - Der Weg auf die Bühne war vorgezeichnet: Johannes Felsenstein, Sohn des legendären Theater- und Opernregisseurs Walter Felsenstein, setzte die Familientradition fort, eignete sich aber in unzähligen Regiearbeiten früh eine eigene, persönliche Handschrift an. Nach schwerer Krankheit ist Johannes Felsenstein mit 73 Jahren am Montag (30.10.) in der Nähe von Berlin gestorben, wie das Anhaltinische Theater Dessau am Freitag mitteilte.

Sängerfest in Schwarzweiß: Verdis „Otello“ in Dessau

18.09.17 (Roland H. Dippel) -
Seit Jahren wahrt das Anhaltische Theater Dessau hinweg über Intendanten-Perioden im Musiktheater ein bemerkenswert sattes musikalisches Format. Auch die aktuelle Verdi-Produktion zur Eröffnung der 223. Spielzeit reiht sich in diese Kette erstklassiger Produktionen, zu denen neben Bussen aus der Region sich auch viele Stammbesucher aus Berlin und ganz Mitteldeutschland einfinden. Der Premierenapplaus hatte enthusiastische Wärme.

Orgelmusik aus Dessau: eine CD-Rezension

22.01.17 (Kerstin Hansen) -
Vor uns liegt eine CD, die komplett in Dessau verortet ist – ein Kleinod mit Werken von Komponisten, deren Schaffen direkt oder indirekt mit der Region und Stadt Dessau in Verbindung steht. Der Organist Stefan Nusser hat sich im Zusammenhang mit dem 800-jährigen Stadtjubiläum 2012 mit Komponisten der Region befasst. Dabei entstand die Idee, einige der Werke für Orgel zusammenfassend einzuspielen. Dies geschah Ende des Jahres 2015 in der St. Peter und Paul Kirche in Dessau. Die katholische Propsteikirche St. Peter und Paul in Dessau wurde in den Jahren 1854-1858 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Vincenz Statz erbaut. In der Kirche befindet sich seit 1961 eine Orgel der Potsdamer Orgelbaufirma Alexander Schuke.
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