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Alle Artikel kategorisiert unter »Andreas Hauff«

Vom Aufeinandertreffen der Kulturen

27.12.22 (Andreas Hauff) -
Der bekannte Satz „Der Weg ist das Ziel“ mag zum Klischee geronnen sein, aber er kommt einem zunächst in dem Sinn, wenn ein musikalisches Vorhaben mit derart vielen Komponenten und Unwägbarkeiten durchsetzt ist wie das „Talyish-Pontos-Projekt“. Der 1976 geborene Komponist Stefan Pohlit konzipierte und realisierte es recht kurzfristig binnen eines Jahres mit Unterstützung  der Akademie der Künste Berlin, der Akademie der Wissenschaften Mainz, des Programms „Neustart Kultur“, des Goethe-Instituts und zahlreicher Einzelpersonen bis hin in die eigene Familie.

Stimme und Gesundheit in „wilden Zeiten“

30.11.22 (Andreas Hauff) -
„Sehr geehrte Damen und Herren, oder darf ich sagen, liebe Freundinnen und Freunde? Welcome back, schön, dass es wieder geht!“ Aussagekräftig war der Beifall, der den allerersten Begrüßungsworten von Prof. Dr. Michael Fuchs beim 19. Leipziger Symposium zur Kinder- und Jugendstimme im Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater in der Grassistraße folgte. Trotz Mund-Nasen-Masken war ein Gefühl nicht nur von Normalität, sondern sogar von familiärer Vertrautheit zu spüren.

Hoffnungsschimmer – Der Abend „Afghanische Musikwelten im Exil“ in Frankfurt

29.11.22 (Andreas Hauff) -
Im September 2016 eröffnete die Alte Oper Frankfurt im Mozart-Saal ihre neu begründete „Weltmusik“-Reihe mit einem Gastspiel des afghanischen-deutschen Ensembles „Safar“. Die Gruppe war Teil der hoffnungsvollen Initiativen zur Wiederbelebung des afghanischen Musiklebens nach dem Ende des ersten Taliban-Regimes. Im August 2021 kamen die Taliban erneut an die Macht. Wieder verbieten sie nun Musik, zerstören Musikinstrumente und verfolgen Musikausübende. Ein unerwarteter Hoffnungsschimmer in diesem dunklen November war nun beim Abend „Afghanische Musikwelten im Exil“ in der Alten Oper zu spüren.

Gordon Kampes „Gefährliche Operette“ – Szenische Uraufführung in Gießen

11.11.22 (Andreas Hauff) -
Mit vier Uraufführungen in der Spielzeit 2023/24 setzt das Stadttheater Gießen unter seiner neuen Intendantin Simone Sterr einen ungewöhnlich starken Akzent beim zeitgenössischen Musiktheater. Die zweite dieser Premieren überrascht schon durch ihren Titel: Der Komponist Gordon Kampe (Jg. 1976) hat zusammen mit Ann-Christine Mecke einen Liedzyklus zur szenischen „Gefährliche Operette“ erweitert. Als „mutig, neu und zeitgemäß“ hat die Redaktion Operette des Bayerischen Rundfunks die Produktion mit dem BR-Klassik-„Frosch“ ausgezeichnet.

Vergessen, aber am Puls der Zeit

27.10.22 (Andreas Hauff) -
Leo Blech war über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Figur des deutschen Musiklebens, insbesondere in Berlin. Das Theater seiner Heimatstadt Aachen hat den vergessenen deutsch-jüdischen Dirigenten und Komponisten nun mit der Wiederherstellung seiner Ehrenmitgliedschaft und der lohnenden Wiederentdeckung seiner Oper „Alpenkönig und Menschenfeind“ geehrt.

Die mühsame Suche nach Resonanz

27.10.22 (Andreas Hauff) -
„Resonanz“ lautete das Motto des 5. Bundeskongresses Musikunterricht in Mannheim, der schon vor zwei Jahren hätte stattfinden sollen. Inspiriert war es von der Resonanztheorie des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa. Rosa versteht Resonanz umfassend: musikalisch, zwischenmenschlich, soziologisch, philosophisch, pädagogisch, psychologisch – wenn man so will, als die Fähigkeit und Möglichkeit, mit Menschen, Dingen, Ideen, ja der Welt überhaupt in eine Sinn ermöglichende beiderseitige Beziehung zu treten.

Vergessen, aber am Puls der Zeit: Leo Blechs „Alpenkönig und Menschenfeind“ am Theater Aachen

10.10.22 (Andreas Hauff) -
Leo Blech (Jg. 1871) war über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Figur des deutschen Musiklebens, insbesondere in Berlin. Das Theater seiner Heimatstadt Aachen hat den vergessenen deutsch-jüdischen Dirigenten und Komponisten nun mit der Wiederherstellung seiner Ehrenmitgliedschaft und der lohnenden Wiederentdeckung seiner Oper „Alpenkönig und Menschenfeind“ geehrt.

Verspieltes und Konzentriertes

30.06.22 (Andreas Hauff) -
Wie begeht man ein Jubiläum? Mit Stolz auf das Erreichte oder kritischer Rückschau? Mit aktueller Bestandsaufnahme und einem Blick in die Zukunft? Mit Festreden, Musik und großem Feuerwerk? Seine 75. Frühjahrstagung feiert das Institut für Neue Musik und Musikerziehung in Darmstadt eher bescheiden mit einem Festakt am traditionellen Versammlungsort im Kleinen Saal der Akademie für Tonkunst. Die Veranstaltung hat vier Tage lang „von allem etwas“, nur das Feuerwerk fällt weg. Doch es kommen zwei Elemente hinzu: ein Gefühl von fast familiärer Zusammengehörigkeit, das sich der langen Corona-Pause seit 2019 verdankt, und die spürbare Präsenz (im emphatischen Sinn), mit der sich viele Teilnehmer einbringen.

Schuld und Sühne – Haukur Tómassons Kammeroper „Gudruns Lied“ in Mainz

28.05.22 (Andreas Hauff) -
Wenn Nadja Stefanoff als Gudrun auf der Anlagebank sitzt – im Hintergrund eine vergitterte Arrestzelle – denkt man als Zeitzeuge der 1970er Jahre unweigerlich an Gudrun Ensslin. Doch das Musiktheater-Stück, das im Großen Haus des Mainzer Staatstheaters gespielt wird, thematisiert nicht den Prozess gegen die Terroristen-Gruppe der Roten Armee Fraktion in Stuttgart-Stammheim, sondern das Schicksal der Gudrun Gjúkadóttir in der isländischen Version des Nibelungen-Liedes. Wir erleben die deutsche Erstaufführung von „Gudruns Lied“ – einer Kammeroper des isländischen Komponisten Haukur Tómasson.

Bellinis seltene „Zaira“ als „Theater unter Vorbehalt“ in Gießen

30.12.21 (Andreas Hauff) -
„Theater unter Vorbehalt“ hatte das Stadttheater Gießen schon im Frühsommer für die Saison 2021/22 angekündigt. Weder wisse man so recht, schrieb Intendantin Cathérine Miville in der Spielzeit-Vorschau, unter welchen Voraussetzungen man werde spielen können, noch was „auf dem kreativen Marktplatz der Gedanken“ gefragt sei. Wie Theater zusehends zum Abenteuer wird, war nun am 1. Weihnachtsfeiertag bei Vincenzo Bellinis „Zaira“ zu erleben.
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