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Alle Artikel kategorisiert unter »Roland H. Dippel«

Ralfs rosa Riesenteufel: Das Bundesjugendorchester bei „Young Euro Classic“

22.08.17 (Roland H. Dippel) -
Im Konzerthaus Berlin feiert man vom 17. August bis zum 3. September die achtzehnte Ausgabe von „Young Euro Classic“. Nach dem Attentat in Barcelona hat dieses „Festival der besten Jugendorchester der Welt“ über Nachwuchspflege und künstlerische Inhalte eine Appellfunktion für die freiheitlichen Werte. Im Festivalheft ist die Spannweite der Positionen fassbar: Man blättert nach der Ankündigung des Moldavian National Youth Orchestra (27. August) und der Nationalen Jugendphilharmonie der Türkei (28. August) weiter und findet die ganzseitige Anzeige des queeren Stadtmagazins „Siegessäule“.

Brünnhilde in der Bagdad-Bahn – erstmals „Ring“-Klänge bei den Nibelungenfestspielen Worms

06.08.17 (Roland H. Dippel) -
Vor dem Wormser Dom rundet sich bei den Nibelungenfestspielen 2017 nach „Gemetzel“ und „Gold“ mit „Glut – Siegfried von Arabien“ die Trilogie des Dramatikers Albert Ostermaier (geb. 1967). In jeweils veränderten Rahmen packte er das in Worms so vertraute Sujet, verdrehte überraschend Perspektiven und Rahmensituationen. Was diesmal herauskommt, ist echt unerhört. Erstmals erklingt bei diesen Festival mit dem „schönsten Theaterfoyer Deutschlands“ (so Worms Oberbürgermeister Michael Kissel beim Promi- und Premierenempfang im Park des Heylshof) auch echter Richard Wagner: Erst live in ungewöhnlichstem Klanggewand, dann „full score“ als Zuspielung „Music Minus One“ mit umso mehr authentischem, echtem dramatischen Heroinensopran. Stargast vom Musiktheater in einer markanten Sprechtheater-Ensembleschar keine Geringere als Nadja Michael.

Neuburger Kammeroper 2017: Entdeckungen von Francesco Gardi

01.08.17 (Roland H. Dippel) -
Kaum zu glauben: 2018 begeht die Neuburger Kammeroper um Horst und Annette Vladar bereits ihr 50jähriges Jubiläum! Geplant ist dafür ein personenintensives Werk, weil mehrere auch der früheren Solisten mitwirken sollen. Und natürlich wieder eine Entdeckung, die eigene Ideenschmieden und auch die renommierter Festivals beflügeln wird. Wie schon so oft in Neuburg mit Opern von Simon Mayr, Ferdinando Paër oder Marcos António Portogallo.

Unterm Regenbogen – München leuchtet schillernd bunt!

12.07.17 (Roland H. Dippel) -
So geht es auch: Klassik und Neue Musik als Starter für die CSD-Woche in der Bayernmetropole. Im Festsaal des Alten Rathauses kommen zum ersten „Regenbogenkonzert der Münchner Philharmoniker“ immerhin über 250 Besucher. Das genderbewusste Amateurensemble „Rainbow Sounds Orchestra Munich“ zeigt nichts Sektiererisches und glänzt davor mit einem anspruchsvollem Programm.

„Deine Lagermadonna!“ – Weinbergs „Die Passagierin“ an der Semperoper

06.07.17 (Roland H. Dippel) -
Zum Spielzeitende holt die Semperoper aus Frankfurt die beachtliche Produktion von „Die Passagierin“ in der durch ihre Sensibilität beeindruckenden Inszenierung Anselm Webers, dort künstlerischer Geschäftsführer des Schauspiels ab 2017/18. Ein weiteres Mal bestätigt sich nach der postumen szenischen Uraufführung in Bregenz 2010 die innere Kraft, der musikalische Tiefgang und das ethische Potenzial der letzten Oper des Schostakowitsch- Protegés Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) nach dem Roman der bei der Premiere anwesenden Autorin Posmysz: Zeitgeschichte mit humanistischem Format und ein Ja zum Leben noch in den allertiefsten Abgründen.

Poesievolles Schlachtross – Festtage mit Wagners „Ring“ an der Oper Leipzig

04.07.17 (Roland H. Dippel) -
Am Sonntagabend gingen die Richard-Wagner-Festtage zu ende, für die Oper Leipzig beginnt nach „Der Ring des Nibelungen“ die lautstark ersungene Sommerpause. Für die drei angekündigten Leipziger Zyklen in der nächsten Spielzeit dräut energische Konkurrenz: An der Semperoper schreitet Christian Thielemann zweimal alles andere als gemessen zum „Ring“ und der neue Chemnitzer GMD Guillermo García Calvo steht bereits freudvoll jauchzend in den Startlöchern.

Amarcord und Calmus: Luxus-Konzerte in Leipzig und in Oberbayern

29.06.17 (Roland H. Dippel) -
Außerhalb dieses Luther- und Reformationsjahr müsste man dahinter eine fulminante PR-Attacke vermuten. Aber in der Veranstaltungsdichte mit Bachfest, „Unerhörtes Mitteldeutschland“ und „Straße der Musik“ scheint so gut wie nichts unmöglich.

„Das Biest kann schwimmen“ – Kinderchor der Oper Leipzig feiert „Luther 500“

27.06.17 (Roland H. Dippel) -
Trotz Wasserschäden durch massive Sommerunwetter am Bühnenportaldach zwei Tage davor kam es unter Einsatz aller doch noch zur Uraufführung des ambitionierten Musiktheaterprojekts „Das Biest kann schwimmen. An Luthers langer Tafel“. Ein beträchtlicher und glänzend gemeisterter Kraftakt ist das. Tobias Rohe hat für diese erste Gemeinschaftsprojekt des Kinderchors der Oper Leipzig und der Jugendmusiziergruppe „Michael Praetorius“ ein stimmiges Genrebild kombiniert. Dabei ist dieser Beitrag im durch Event-Überfülle leicht ermüdeten Reformationsjubiläum ein echter Wurf. Mit nur einem Nachteil: Eine einzige Aufführung ist bei dieser rühmenswerten Qualität zu wenig!

Bachfest 2017 glänzte mit kontrastreicher Programmfülle

22.06.17 (Roland H. Dippel) -
Unter dem Motto „Ein schön new Lied – Musik und Reformation“ gab es bei 120 Konzerten und Rahmenveranstaltungen noch genügend Freiräume neben „Luther 2017.“ Mit Spitzenensembles, Jubiläumsveranstaltungen und regionalen Musikeinrichtungen zeigte das Bachfest auch 2017 eine künstlerisch bemerkenswerte Vielfalt und erreichte vom 9. bis 18. Juni eine Platzausnutzung von über 90 Prozent.

Leipzig: Symposium zum 200. Geburtstag von Niels Wilhelm Gade

11.06.17 (Roland H. Dippel) -
Die Organisation, Durchführung und Dokumentation eines Symposiums gehört am Zentrum für Musikwissenschaft der HMT Leipzig und der Universität Leipzig zu den Pflichtaufgaben. Studiendekan Christoph Hust ist am Veranstaltungstag im Musiksaal am Dittrichring dabei, aber Ablauf, Empfang sowie Moderation und Diskussionsleitung übernimmt das organisatorische Team der Studierenden autonom. In diesem Fall leistet es dazu noch eine überfällige und glanzvolle Wiedergutmachungsarbeit für ein im Leipziger Kalender nicht allzu üppig bedachtes Jubiläum: Den 200. Geburtstag des dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade, Mendelssohns Nachfolger am Gewandhaus und bis heute oft allzu leichtfertig gelobt als Repräsentant des von Schumann verherrlichten „nordischen Tons“.
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