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Ade Fußballweltmeisterschaft

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Ministerpräsidenten entflechten heute die Kultur und morgen den Sport

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Saarlands Ministerpräsident Peter Müller, sagte am Freitag im Anschluss an die Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin, dass sich die Aufgaben des Bundes in der Kulturförderung in der Zukunft auf fünf Bereiche beschränken sollen: Auswärtige Kulturpolitik, Förderung der Bundesstadt Bonn und der Hauptstadt Berlin, Gedenkstättenarbeit, Förderung der im Einigungsvertrag festgelegten Einrichtungen sowie der Weltkulturerbestätten. Also keine Förderung von Künstlerinnen und Künstlern, keine Förderung von national bedeutenden kulturellen Projekten im Inland, keine Förderung der kulturellen „Leuchttürme“ in den alten Bundesländern, keine Förderung von bundesweiten Kulturzusammenschlüssen?

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte zu diesen Plänen der Ministerpräsidenten am Samstag in Berlin: „Einigen, die die Entflechtungsdebatte bislang eher belustigt zur Kenntnis nehmen, ist offensichtlich noch nicht klar geworden, dass die Kultur nur das erste Entflechtungsopfer sein wird. Nach der Kultur muss unmittelbar der Sport folgen. Eine ausgewiesene Bundeskompetenz für den Sport findet man im Grundgesetz genauso wenig wie für die Kultur. Und trotzdem und zum Glück finanziert der Bund zu einem großen Teil zum Beispiel die Fußballweltmeisterschaft 2006 direkt durch Zuschüsse und indirekt durch Steuerbefreiungen. Gleiches Recht für alle, bedeutet hier gleiche Entflechtung für alle. Ade Fußballweltmeisterschaft?“

Für Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates: 0172/24 20 151
Gabriele Schulz, Pers. Referentin des Geschäftsführers des Deutschen Kulturrates: 0172/96 42 157