Hauptrubrik
Banner Full-Size

Bald neun Millionen deutsche Teenager schwerhörig

Autor
Publikationsdatum
Body

Die Jugendlichen in Deutschland werden nach Einschätzung des Schweriner Arztes Henning Wiegels mit 40 Jahren im Schnitt so schlecht hören wie die heute 60-Jährigen. Wichtige Ursache dafür sei der "eigentlich unnötige Freizeitlärm" in Discotheken und beim Musikhören mit dem Walkman, sagte der Chefarzt der Hals-Nasen- Ohren-Klinik Schwerin.

"Laut Gesetzgeber ist eine Lärmbelastung von mehr als 85 Dezibel über einen Acht-Stunden-Tag Gehör schädigend", sagt Wiegels. "In einer Disco wird diese Gesamtbelastung in zwei Stunden erreicht, ein voll aufgedrehter Walkman schafft das in vier Minuten." Schätzungsweise 80 Prozent der 14- bis 20-Jährigen hörten mindestens drei Stunden am Tag Musik über dem Kopfhörer, ebenfalls 80 Prozent gehen regelmäßig in die Disko.

"Zu den jetzt 15 Millionen Schwerhörigen in Deutschland sind deshalb in den nächsten Jahren neun Millionen jugendliche
Schwerhörige zu erwarten", warnt Wiegels. "Gehörschäden sind irreversibel und auch mit dem besten Hörgerät wird nicht mehr die volle Hörfähigkeit erreicht." Die schwerhörigen Jugendlichen müssten mit Einschränkungen bei der Berufswahl rechnen.

Wiegels forderte Schutzmaßnahmen vom Gesetzgeber. "In der Schweiz gibt es Grenzwerte für Discotheken und den Walkman", sagt Wiegels. So etwas sei in Deutschland auch anzustreben.
Autor