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Köln (ddp-nrw). Der Kulturrat NRW setzt sich dafür ein, trotz politischer Konflikte mit Künstlern aus islamischen Ländern zusammen zu arbeiten. Als herausragenden Vorkämpfer für solche Kooperationen sieht der Vorsitzende Hans-Georg Bögner Mülheims Theaterchef Roberto Ciulli.
Seine Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden aus dem Iran oder dem Irak sei exemplarisch dafür, dass Theater völkerverbindend sein könne, sagte Bögner am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Am Sonntag präsentiert Ciulli in Mülheim an der Ruhr die Teheraner Inszenierung «Bernarda Albas Haus» - die erste deutsch-iranische Koproduktion seit 20 Jahren.«Ich habe überhaupt kein Verständnis für Menschen, die Künstler aus diesen Ländern isolieren wollen», betonte Bögner. «Diese Kulturschaffenden stehen ihrem Staat in der Regel kritisch gegenüber und gehören nicht zu den Fundamentalisten.» Zudem sei es oft so, dass auch sie sich in ihrer Heimat für eine Kooperation mit westlichen Staaten rechtfertigen müssten, was ihr Leben auch nicht gerade einfacher mache.
«Ich bin überzeugt davon, dass Kunst und Kulturprojekte wunderbare Ansätze für eine Völkerverständigung bieten können», sagte der Vorsitzende. «Hass und Fremdenfeindlichkeit entstehen aus Unkenntnis», erklärte Bögner und fügte hinzu: «Theater hat die Kraft, Inhalte spielerisch zu transportieren und kann so dazu beitragen, einander besser kennen zu lernen.» Dabei gebe es von der Sorte eines Ciulli mit seinem multikulturellen Theaterkonzept noch viel zu wenige.
Das liege aber nicht am mangelnden Willen der Kulturschaffenden, sondern an der Machbarkeit. Der Kultur-Experte: «Stadttheatern sind alleine schon deshalb die Hände gebunden, weil sie unter dem Druck stehen, Dutzende von Stücken in einer Saison zu präsentieren.» Für sie gebe es kaum die Möglichkeiten und Freiräume, in fremde Länder zu reisen, um innovative Kooperationen einzugehen.
nschluss von 80 Kulturverbänden im Lande.)