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Die Antwort auf Bundestagsanfrage verkennt die Realität in über 18 000 Orchestern Deutschlands: Stuttgart - Über 1,3 Mio. Menschen engagieren sich bundesweit in Musikvereinen und Orchestern. Nach deren Situation hatte sich der Bundestag bei der Bundesregierung erkundigt.
Die nun vorliegende Antwort "geht völlig an der Praxis der Vereinsarbeit vorbei und zeigt, daß die Bundesregierung sich enttäuschend wenig dafür interessiert", so die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V. (BDMV) in einer ersten Reaktion.Deren Generalsekretär Stefan Liebing: "Wenn die Regierung erklärt, sie sehe keinen Anlaß, steuerliche oder rechtliche Erleichterungen für die Vereine zu schaffen, dann bleibt sie damit ihrem Stil einer ehrenamtsbehindernden Politik treu." Das vergangene Jahr sei zwar von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Freiwilligen ausgerufen worden, gleichzeitig hätten die Vereine aber mit so vielen rechtlichen und bürokratischen Neuerungen zu kämpfen gehabt wie nie zuvor. Liebing: "Wer heutzutage einen Verein zu führen hat, muß fast schon Jurist sein, um alle Regeln kennen und anwenden zu können."
Vereine hätten nicht nur mit Fragen des Sozialversicherungsrechts und der Steuern zu tun, sondern zunehmend auch mit haushalts-, haftungs- und versicherungsrechtlichen Themen. "Hier Abhilfe zu schaffen und die komplexen Verfahren zu vereinfachen, ist unser Hauptanliegen an die Setzung politischer Rahmenbedingungen. Dies haben wir auch mehrfach an den entsprechenden Stellen dargestellt.", so BDMV-Vizepräsident Horst H. Sassik.
Sassik, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes, kündigte an, daß die Bundesvereinigung weiterhin gegenüber Dachverbänden, Parlament und Regierung die Interessen der Mitgliedsvereine engagiert vertreten werde.