Hauptbild
Festspielhaus Hellerau

Festspielhaus Hellerau

Hauptrubrik
Banner Full-Size

Festspielhaus Hellerau drohen finanzielle Einschnitte

Autor
Publikationsdatum
Body

Das Festspielhaus Hellerau hat Sorgen um die künftige Finanzierung. Dennoch will das Europäische Zentrum der Künste als Hausherr mit internationalen Tanz-Highlights und Musik überzeugen.

Dem Europäischen Zentrum der Künste im Festspielhaus Hellerau drohen trotz guter Zahlen im kommenden Jahr erhebliche Einbußen. Da die Bundesförderung für das Bündnis internationaler Produktionshäuser ausläuft, fehlen bezogen auf das Jahr 2025 allein für diesen Punkt rund 523.000 Euro, wie das Festspielhaus mitteilte. Im laufenden Jahr stehen Hellerau noch Restmittel in Höhe von 267.000 Euro aus der vergangenen Projektphase zur Verfügung.

Außerdem ist unklar, wie sich die Lage der öffentlichen Haushalte - etwa des Freistaats - auf Projektförderungen auswirkt, die Hellerau für seine Programme in Anspruch nimmt. Auch der städtische Haushalt ist noch nicht fix. Hellerau ist eine Einrichtung der Landeshauptstadt. Aktuell gilt hier eine Haushaltssperre.

Während große Häuser über ein Dispositionsmodell nachdenken und sich die Frage stellen müssten, ob man jeden Tag ein anderes Stück spielen könne, gehe es in Hellerau um etwas Anderes, sagte der Kaufmännische Direktor Martin Heering: «Die Frage ist: Können wir eine Vorstellung spielen?»

Chef des Kulturamtes sieht Hellerau in «schwierigem Fahrwasser»

David Klein, Chef des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, sieht Hellerau bei der Finanzierung der kommenden Spielzeit in ein «schwieriges Fahrwasser» geraten. Er appellierte an die Geldgeber von Land, Bund und Stiftungen. Hellerau könne das Programm in puncto Qualität nur aufrechterhalten, wenn es in etwa unter den finanziellen Rahmenbedingungen weiterarbeiten könne wie in den vergangenen Jahren. Dresden werde nicht in der Lage sein, ausbleibende Bundes- und Landesmittel zu kompensieren.

Dabei kann das Festspielhaus die Spielzeit 2025/2026 als guten Jahrgang verbuchen. Laut Prognose werden am Ende 43.400 Gäste die Vorstellungen besucht haben. Das entspricht einer Auslastung von knapp 81 Prozent. Aus Tickets erlöste das Zentrum 380.000 Euro.

Insgesamt lagen die Erlöse im Kalenderjahr 2025 bei knapp 1,8 Millionen Euro, 2026 sollen es rund 1,9 Millionen Euro sein. Allerdings schlägt hier auch die Ausrichtung der Tanzplattform Deutschland zu Buche, die gut 413.000 Euro Fördergelder einbrachte. Für 2027 rechnet man in Hellerau nur noch mit Erlösen von etwa einer Million Euro.

Ein Schwerpunkt bleibt Tanz

Hellerau-Intendantin Carena Schlewitt möchte trotz finanzieller Engpässe auch in der kommenden Spielzeit ein abwechslungsreiches Programm bieten. Man habe noch nicht alles auflisten können, weil noch Entscheidungen ausstünden, sagte sie bei der Präsentation der Spielzeit.

Ein Schwerpunkt im Programm von Hellerau bleibt der Tanz. In der neuen Spielzeit können sich die Fans auf Gastspiele namhafter Ensembles freuen, darunter auf die Cloud Gate Dance Company aus Taiwan und die Batsheva Dance Company aus Israel. Auch die Dresden Frankfurt Dance Company ist auf ihrer Bühne im Festspielhaus zu erleben. Unter dem Slogan «Taiwan Moves» stellt Hellerau in den kommenden Jahren die Tanz- und Performanceszene Taiwans vor. Partner ist der Chip-Konzern TSCM, der mit drei Partnern in Dresden eine neue Fertigungsstätte errichtet.

«Tage der zeitgenössischen Musik» werden 40 Jahre alt

In der Sparte Musik gibt es unter anderem ein Porträtkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden für ihren diesjährigen «Capell-Compositeur» Jörg Widmann. Die «Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik» waren schon zu DDR-Zeiten eine international angesagte Adresse und feiern im kommenden Jahr ihren 40. Geburtstag. Das Programm soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Die 3. Hybrid Biennale präsentiert vom 7. Oktober an einen Monat lang aktuelle künstlerische Projekte der Digital Arts.

Nachtrag:

(nmz-bl) - Wie dpa zudem meldet, plant die Stadt die Gründung eines Dresdner Eigenbetriebs Städtische Bühnen. Sie soll nicht zulasten der betroffenen Häuser gehen. Das sicherte David Klein, Amtsleiter für Kultur und Denkmalschutz, bei Vorstellung der neuen Spielzeit im Europäischen Zentrum der Künste im Festspielhaus Hellerau zu. Neben Hellerau sollen das Theater Junge Generation und die Staatsoperette zum Eigenbetrieb gehören. 

Die organisatorische und rechtliche Zusammenführung von drei Bühnenbetrieben der Stadt sei kein Einsparprojekt. Es würde auch kein «Kulturkombinat» entstehen. Die Häuser würden als eigenständige Marken weitere existieren. Mit Blick auf die notwendige Konsolidierung könnten aber «notwendige Aufwüchse, die wir in jedem Haus einzeln haben hinsichtlich Personal und auch Sachkosten, ein Stück weit besser abgefedert werden»

Klein zufolge verspricht sich die Stadt etwa in der Zentralverwaltung, im Finanzmanagement oder der Werkstätten eine bessere Aufstellung. Gegenüber der jetzigen Situation sei weder ein Stellenabbau noch eine Reduzierung der Zuschüsse geplant.

 

 

Autor