Zum seinem 20-jährigen Jubiläum bringt der Mädchenchor der Sing-Akademie zu Berlin die interdisziplinäre Chorrevue „Charlotte malt“ auf die Bühne, zu sehen am Samstag, 7. März 2026, 19 Uhr in der St. Johanniskirche in Berlin-Moabit. Die jungen Sängerinnen zwischen 10 und 14 Jahren widmen sich in ihrer Performance dem eindrucksvollen Werkzyklus „Leben? Oder Theater? – Ein Singespiel“ der Berliner Malerin Charlotte Salomon, der 1941-1942 im französischen Exil entstand.
Der Werkzyklus Charlotte Salomons wird mit Musik, Bewegung, Zeichnung und Theater zu einem Gesamtkunstwerk – inspiriert von Salomons innovativer, sehr expressionistischer Bildsprache, die filmische Techniken und Comic-Elemente ebenso nutzt wie Texte, eigene ebenso wie Zitate von Nietzsche, Benn u.a., und diese mit Melodien verknüpft. Die von ihr notierten Melodien reichen von Bach über Mendelssohn, Brahms, Schubert, Volkslieder bis zu Operette, Schlager und Filmmusik der 1920er und 30er Jahre und bilden das Repertoire der Konzertperformance. Charlotte Salomon verwandelte als jüdische Malerin im Exil zwischen 1941 und 1942 existenzielle Bedrohung in schöpferische Kraft: 769 Gouachen, die Bild, Text und Musik verschmelzen. Ihre Antwort auf Verfolgung, Flucht und eine familiäre Geschichte von Depression: künstlerischer Widerstand durch Kreativität.
Bereits 2017 feierte der Mädchenchor der Sing-Akademie zu Berlin basierend auf Salomons Werk einen fulminanten Erfolg mit einer für das Jüdische Museum und unter Einbindung von Schülern mehrerer Berliner Schulen entwickelten Konzertperformance.
CHARLOTTE MALT – Eine Chorrevue
Nach „Leben? Oder Theater? – Ein Singespiel“ von Charlotte Salomon
Samstag, 7. März 2026, 19:00 Uhr
St. Johanniskirche, Alt-Moabit 25