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Alle Artikel kategorisiert unter »Christian Lacroix«

„Alle lieben Sie, Fortunio!“ – André Messagers Musikkomödie in Nancy

28.04.22 (Roland H. Dippel) -
Für dieses Remake einer Produktion der Pariser Opéra Comique an der Opéra National de Lorraine hatte Intendant Matthieu Dussouillez gewichtige Gründe. Zum einen wurde André Messagers „Fortunio“ (1907) zur glücklich bestandenen Feuer- und Wasserprobe für die Chefdirigentin Marta Gardolińska, von der man sich auf weitere ähnlich anspruchsvolle französische Kernaufgaben freuen darf. Außerdem gab es neben der bravourösen Anne-Catherine Gillet als Jacqueline einen Tenor mit subtilem Format: Pierre Derhet lieferte schüchterne bis schmelzende Töne in der Titelpartie der lyrischen Komödie nach Alfred de Mussets „Le chandelier“ (Der Leuchter, 1835). Laurent Delvert hielt die Inszenierung von Denis Podalydè frisch – auf Höhe der musikalischen Leistung.

Bürgerkrieg, Brüche und Belcanto – Bellinis „I Puritani“ an der Oper Frankfurt

04.12.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Kantilene ist Utopie“ sagte Hans Neuenfels in den Jahren seiner ersten Opernneudeutungen. In Vincenzo Bellinis letzter Oper lieben sich Menschen aus feindlichen Lagern, der Bräutigam rettet eine andere Frau unmittelbar vor der eigenen Hochzeit und seine Braut verfällt dem Wahnsinn. Doch als er nach drei Monaten zurückkehrt, ist sie sofort geheilt, Heirat samt allgemeine Amnestie… und all das drei Stunden lang in traumschönen „melodie lunghe, lunghe“ mit allem vokalen Prunk des klassischen Belcanto – kein Wunder, dass das Werk selten gespielt wird.

Von niederschmetternder Tragik – Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Berliner Staatsoper

07.06.14 (Peter P. Pachl) -
Kurt Weills dreiaktige Oper auf ein Libretto von Bertolt Brecht, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" wird bei Inszenierungen häufig dem Genre Musical angenähert. In der Staatsoper im Schillertheater hingegen wurde das innovativ Opernhafte der ungekürzten Urfassung herausgearbeitet, die die 1930 uraufgeführte, von frühen NS-Protesten begleitete Partitur tragisch und breit ausgelotet.

Tragödie purer Emotionen – Frankfurts Oper zeigt mit „Ezio“ Gluck auf dem Weg zur Opernreform

11.11.13 (Wolf-Dieter Peter) -
Als „Kostbarkeit des Randrepertoires“ erlebte Intendant Bernd Loebe eine konzertante Aufführung von Christoph Willibald Glucks „Ezio“ in Wien. Werk wie zwei Protagonisten beeindruckten ihn so, dass er mit eben diesen beiden Solisten die Frankfurter Erstaufführung auch szenisch wagen wollte.

Wenig Adrenalin und viel Spitzenhäubchen: Vincent Boussard lässt Händels „Radamisto“ im Theater an der Wien ausstatten

23.01.13 (Frieder Reininghaus) -
Nicola Francesco Hayms Libretto zur Oper „Radamisto“ bildet die Grundlage eines königstreuen Werks mit den einschlägigen Komponenten des Schmeichlerischen. In der Handlung geht es vordergründig um einen Krieg zwischen den Truppen Thrakiens und Armeniens in der Antike. Doch die Story von der tiefen Zerstrittenheit in den verwandtschaftlich eng verbundenen Herrscherfamilien der beiden Länder nebst der gänzlich argumentativ, d.h. ohne Wehr und Waffen herbeigeführten finalen Versöhnung wurde nicht nur bei der Uraufführung 1720 vor dem Hintergrund der Aussöhnung des britischen Königs George I mit seinem Thronfolger (nachmals George II August) rezipiert, sondern blieb dauerhaft als ein Huldigungsstück mit Pauken und Trompeten in gelegentlicher Erinnerung.

Illusion und Leidenschaft: Cileas Theater-Oper „Adriana Lecouvreur“ beeindruckt in Frankfurt

05.03.12 (Wolf-Dieter Peter) -
„Das Theater besteht ja nur aus verwirklichten Träumen“ hat einst Max Reinhardt festgestellt. Als „bescheid’ne Dienerin“ dieser Traum-Kunst sieht sich Adriana Lecouvreur auf der Opernbühne – ein getreues Abbild der historischen Adrienne, der aufgrund ihrer ungespielten Natürlichkeit als Mensch, mehr noch wegen ihrer faszinierenden Bühnenwirkung ab 1717 in der Comédie-Française allabendlich über 1000 Menschen zujubelten: gekrönte Häupter und Kunstfreunde.
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