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Alle Artikel kategorisiert unter »Daniel Carlberg«

Grand Opéra zwischen Beton und Blumen – Berlioz‘ „Trojaner“ in Kiel

20.03.20 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel hat Erfahrung mit der Grand Opéra, scheut den Aufwand für dieses Genre nicht. In den letzten vier Jahren wurden erfolgreich, wenn auch verstörend Meyerbeers „Hugenotten“ gezeigt, dann 2017 opulent Rossinis „Tell“. Zwei Jahre später folgte mit biederem Anstrich Aubers „Stumme von Portici“, und nun galt die Anstrengung Hector Berlioz mit seinem grandiosen Zweiteiler „Die Trojaner“ (Premiere: 7. März 2020). Es ist ein Werk, das allen Respekt fordert. Das Theater zollte ihn – ehrbar.

Ein Plädoyer für den Optimismus – Deutsche Erstaufführung von „Ein Amerikaner in Paris“ in Kiel

02.10.19 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel hat schon eine Reihe von beachtenswerten Musical-Produktionen erarbeitet. Jetzt präsentierte es George Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ in einer Bühnenversion, die etliche Gesangsnummern und Instrumentales aus seinen Werken nutzt, darunter, quasi als Ouvertüre nur, das 1928 komponierte, titelgebende „Tone poem for orchestra". Ende 2014 bereits war das Werk im Pariser „Théâtre du Châtelet“ uraufgeführt worden und nach Broadway und Londoner West End jetzt in Kiel im gleichen Arrangement als „Deutsche Erstaufführung“ zu erleben (Premiere: 28. September 2019). Arndt Voß klärt auf.

Die Kunst der braven Revolution – Aubers „Die Stumme von Portici“ in Kiel

30.04.19 (Arndt Voß) -
Was macht man mit einer Grand Opéra, die so gar nichts Revolutionäres mehr hat und doch in Harmonie und Schönheit davon schwärmt? Die Oper Kiel suchte nach einer Lösung und verausgabte sich in tugendhafter Sterilität, indem sie den Vesuv ein wenig Plastik, schön gesäubert, spuken ließ.

Zwei Einakter Rachmaninows als theatralisches Vermächtnis in Kiel

03.05.18 (Arndt Voß) -
Bei so manch einem Komponisten wird nur ein Teil des Oeuvres wahrgenommen, auch bei Sergei Rachmaninow (1873–1943). Seinen Klavierkompositionen begegnet man gern und oft, in Konzertform oder als Solostück, auch als Kammermusik. Seltener sind die sinfonischen Kompositionen zu hören, noch weniger die vokalen. Doch dass er drei Operneinakter vollendete, ist kaum bekannt. Es kommt deshalb einer Entdeckungstat nahe, sie auf die Bühne zu stellen. In Kiel wagte man das und gewann einen ungewöhnlichen Abend.

Ein „Maskenball“ in künstlicher Atmosphäre – Kiel erlaubt sich mit Verdi einen Blick in die Zukunft

30.01.18 (Arndt Voß) -
Eigentlich liebt das Publikum Verdis „Maskenball“, das Drama um Freundschaft und Liebe, um Missverstehen und Mord, um Verzweiflung und Vergeben. Dennoch regte die jüngste Inszenierung im Kieler Opernhaus (27. Januar 2018) auf. Heftige, ja böse klingende Buhs waren zu hören und rangen in der Lautstärke mit begeisterter Zustimmung. Umstritten war wie so oft nur die Regie, die das Geschehen in einem künstlichen Raum ansiedelt. Beim Musikalischen war man sich einig, nuancierte das Lob für die einzelnen Gesangsleistungen sogar achtbar.

Merkel, Amor und der Brexit: Rossinis „Reise nach Reims“ als Comicversion in Kiel

01.02.17 (Arndt Voß) -
Es beginnt mit einer rasanten Kutschfahrt und einer gehörigen Bruchlandung. Untermalt vom beschwingten rossinischen Crescendo stürzen Pferde, Räder und Wagenteile, Koffer und Stiefeletten, Handtasche und Hut herab. Aber, wie im Comic so üblich, alles fügt sich wieder zusammen. So auch in der neuesten Kieler Inszenierung von Gioachino Rossinis „Die Reise nach Reims oder Das Hotel zur Goldenen Lilie“, die Comics mit realer Bühnenhandlung verbindet. Wegen des Aufwands für den Comicfilm kooperierte man mit dem Theater Lübeck und der Fondazione Arena di Verona.

Zornige Reflexionen, gut dosiert

03.05.16 (Andreas Hauff) -
Trotz des Gastspiels von Nina Hagen im Magdeburger Opernhaus kam der Rekord von 18.400 Besuchern beim 24. Kurt-Weill-Fest in Dessau-Roßlau überraschend, denn das Motto „Krenek, Weill und die Moderne“ sah zunächst nicht nach einem Publikumsmagneten aus. In Kooperation mit der Ernst-Krenek-Privatstiftung in Krems (Nieder­österreich) nahm das Festival neben seinem Namenspatron auch dessen gleichaltrigen Kollegen Krenek in den Blick. Artist-in-Residence war der Wiener Geiger, Hochschullehrer und Krenek-Experte Ernst Kovacic. Er spielte (unter anderem) die beiden schon 1925 in Dessau erst- beziehungsweise uraufgeführten Violinkonzerte beider Komponisten und führte damit in eine spannende Zeitepoche, in der junge Leute, Mitt- und Endzwanziger (!), markante Spuren im Musikleben hinterließen.

Gescheiterte Attentate – Zeitopern-Duell in Dessau

29.02.16 (Joachim Lange) -
„Der Diktator“ von Ernst Krenek und „Der Zar läßt sich photographieren“ von Kurt Weill am Anhaltischen Theater. Der Punktesieg im Duell der beiden Komponisten geht an Kurt Weill, meint Joachim Lange.

Ohne Verlegenheiten – Bizets Carmen am Anhaltischen Theater in Dessau in der Inszenierung von Jana Eimer

10.11.14 (Joachim Lange) -
Eigentlich ist Bizets „Carmen“ ein Selbstläufer. Man kann bei der Geschichte von der leidenschaftlichen Frau, deren Credo es ist, vor allem frei zu sein, eigentlich nicht allzu viel falsch machen. Man kann aber einiges besonders gut und richtig machen. So wie Jana Eimer jetzt in Dessau.

Was kostet die Welt … – Das Anhaltische Theater in Dessau serviert mit „Casanova“ eine Musical-Weltpremiere

07.07.14 (Joachim Lange) -
Ein Stadttheater muss schon über ein gewisses Maß an Kühnheit verfügen, wenn es sich mit einem selbst gemachten Musical der Konkurrenz in einer Branche stellt, die im Grunde ein weltweiter Vermarktungszirkus ist. Das von der Landespolitik arg bedrängte Anhaltische Theater Dessau hat diesen Mut. Ganz nach dem Motto des Songs „Was kostet die Welt?“. Und mindestens der bleibt haften, wenn man das Theater nach zweieinhalb Stunden gut gestimmt wieder verlässt. Trotz einer veritablen Höllenfahrt.
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