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Alle Artikel kategorisiert unter »Arndt Voß«

Von Lebensmut und Totentanz – Bernsteins „Mass“ am Theater Lübeck

20.03.17 (Arndt Voß) -
„Mass“, eine der ganz großen Schöpfungen Leonard Bernsteins, ist ein Theaterstück für Sänger, Spieler und Tänzer. Das Libretto folgt zwar der römisch-katholischen Messliturgie, ist jedoch um infrage stellende Texte von eschatologischer, zugleich dramatischer Qualität erweitert. Sie setzen sich bildreich und voller Aktivität mit dem Ritus auseinander. Verfasst hat sie Bernstein selbst, der, wie man weiß, der jüdischen Tradition verbunden ist, in Zusammenarbeit mit Stephen Schwartz, der das ebenfalls religiös basierte Musical „Godspell“ schuf.

Siegfried im Kampf mit der Bühnenästhetik – Richard Wagners „Ring“ in Kiel

14.03.17 (Arndt Voß) -
Wagners „Ring“ ist in Kiel Chefsache. Generalintendant Daniel Karasek fügte mit dem „Siegfried“ (Premiere: 11. März 2017) nun das dritte Glied, den zweiten Tag, hinzu, bevor es in der nächsten Spielzeit zum Endspiel in der „Götterdämmerung“ kommt. Warum Wotan auch mit Siegfried scheiterte, diesem furchtlosen Helden, wurde an der Förde sehr einleuchtend inszeniert.

Merkel, Amor und der Brexit: Rossinis „Reise nach Reims“ als Comicversion in Kiel

01.02.17 (Arndt Voß) -
Es beginnt mit einer rasanten Kutschfahrt und einer gehörigen Bruchlandung. Untermalt vom beschwingten rossinischen Crescendo stürzen Pferde, Räder und Wagenteile, Koffer und Stiefeletten, Handtasche und Hut herab. Aber, wie im Comic so üblich, alles fügt sich wieder zusammen. So auch in der neuesten Kieler Inszenierung von Gioachino Rossinis „Die Reise nach Reims oder Das Hotel zur Goldenen Lilie“, die Comics mit realer Bühnenhandlung verbindet. Wegen des Aufwands für den Comicfilm kooperierte man mit dem Theater Lübeck und der Fondazione Arena di Verona.

Sempre sangue, perché? – Tilman Knabes Lübecker „Tosca“, ertränkt in Blut

22.11.16 (Arndt Voß) -
Lautstark und kontrovers war in Lübeck die Reaktion auf Tilman Knabes Umgang mit Giacomo Puccinis „Tosca“. Es war eine Inszenierung, die vor kaum einem Tabu Halt machte. Schonungslos versuchte sie dem Publikum das Gefühl von Sicherheit zu nehmen, es damit zu konfrontieren, dass Krieg und Gewalt, Zerstörung und Hass, menschliche Qual und Perversion vor der Tür stehen.

Lübecks „Sunset Boulevard“ – eine Parabel von der Vergänglichkeit im Musicalformat

24.10.16 (Arndt Voß) -
„Sunset Boulevard“, Billy Wilders Film aus dem Jahre 1950, hatte in Andrew Lloyd Webbers Musicalversion 1993 den Weg auf die Bühne gefunden. Seit vor wenigen Jahren die Aufführungsrechte für Stadttheater freigegeben sind, können sich auch kleinere Häuser daran versuchen, so wie jüngst das in Lübeck.

Ein verstörender Opernabend mit Meyerbeers „Les Huguenots“ in Kiel

27.09.16 (Arndt Voß) -
Es ist ein drastisches Bild, mit dem Lukas Hemleb die Zuschauer seiner Kieler Inszenierung von Giacomo Meyerbeers „Les Huguenots“ entließ (Premiere: 24. September 2016), eine wörtlich umgesetzte „Pariser Bluthochzeit“, wie das Massaker der Katholiken an den Hugenotten in der Bartholomäusnacht 1572 auch genannt wird. Die Verfolgten torkeln herein, teils entblößt, brechen zusammen, werden vergewaltigt oder nach kurzer Prüfung, ob ein Rest Leben vorhanden ist, endgültig abgestochen. Leichen, auf einer Schlachtbank aufgereiht, werden hereingezurrt. Schließlich ist die Szene über und über mit blutigen Körpern bedeckt.

Wer lernt schon aus der Geschichte? – Verdis „Attila“ im Theater Lübeck

24.05.16 (Arndt Voß) -
Vor nur knapp drei Jahren berichtete Jörn Florian Fuchs in der nmz von einem „zünftigen“ Theaterskandal im Theater an der Wien. Dort hatte ein Teil des Publikums lautstark und empört auf Peter Konwitschnys Interpretation von Verdis „Attila“ reagiert. Jetzt brachte eine Koproduktion mit dem Theater Lübeck die Inszenierung noch einmal auf die Bühne, nun aber mit spektakulären Erfolg.

Turbulentes Wirrstück – Arthur Honeggers „Die Abenteuer des Königs Pausole“ in Lübeck

22.05.16 (Arndt Voß) -
Die dritte Kooperation von Theater und Musikhochschule brachte in Lübeck ein Werk auf die Bühne, das 1930 einmal schockierend gewesen sein mochte, Arthur Honeggers Operette „Die Abenteuer des Königs Pausole“. Michael Wallners Inszenierung (in der eingedeutschten Fassung von Hans Zimmermann) machte eine Farce daraus, ein turbulentes Wirrstück.

Ein reanimierter Gluck: „Orpheus und Eurydike“ in Kiel

09.05.16 (Arndt Voß) -
Der Mythos von Orpheus und Eurydike lebt, ergreift auch heute noch, unter anderem in Christoph Willibald Glucks nun schon 250 Jahre alten Version mit ihrem Happy End. Die Kieler Oper hat ihr in einer intelligenten Inszenierung neues Leben eingehaucht, ließ sie überraschend tragisch ausgehen, ein Ende, das der alte Ritter Gluck vermieden hatte und das doch grandios in unsere Zeit passt.

Tragische Liebe im mafiosen Milieu - Bellinis „Romeo und Julia“ in Lübeck

12.04.16 (Arndt Voß) -
Arndt Voß besuchte die „Romeo und Julia“-Premiere am Theater Lübeck. Vincenzo Bellinis selten inszenierte Oper wurde wirksam auf die Bühne gebracht. Mit dabei: Die Portion Kitsch am Ende. Belcanto und Belvideo …, ein großer Opernabend.
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