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Alle Artikel kategorisiert unter »Arndt Voß«

Ein „Maskenball“ in künstlicher Atmosphäre – Kiel erlaubt sich mit Verdi einen Blick in die Zukunft

30.01.18 (Arndt Voß) -
Eigentlich liebt das Publikum Verdis „Maskenball“, das Drama um Freundschaft und Liebe, um Missverstehen und Mord, um Verzweiflung und Vergeben. Dennoch regte die jüngste Inszenierung im Kieler Opernhaus (27. Januar 2018) auf. Heftige, ja böse klingende Buhs waren zu hören und rangen in der Lautstärke mit begeisterter Zustimmung. Umstritten war wie so oft nur die Regie, die das Geschehen in einem künstlichen Raum ansiedelt. Beim Musikalischen war man sich einig, nuancierte das Lob für die einzelnen Gesangsleistungen sogar achtbar.

„Faust“ im Psychorausch – Musiktheaterprojekt an Lübecks Hochschule

17.01.18 (Arndt Voß) -
„Faust – ein Singspiel“ nannte die Musikhochschule Lübeck (MHL) ihr neuestes Praxisprojekt für und mit Studenten, die „das Große aller Zeiten“ auf die Bretter, „die die Welt bedeuten“, bringen wollen. Schiller steht für die allbekannten Worte Pate und der Hamburger Film- und Opernregisseur Jürgen R. Weber dafür, dass das Projekt spannend umgesetzt wurde. Seit Oktober letzten Jahres ist er an der Trave als Dozent mitverantwortlich für die Ausbildung in der Opernsparte und legte mit seinem „Faust“ seine erste Regiearbeit in Lübeck vor.

Behäbig und bizarr – Richard Strauss‘ „Arabella“ am Theater Kiel

13.12.17 (Arndt Voß) -
Oper muss nicht logisch sein, vor allem nicht, wenn sie sich als „lyrische Komödie“ gibt. Von einer Inszenierung erwartet man es trotzdem. Doch was jetzt der „Arabella“ in Kiel geschah, der bekanntlich Hugo von Hofmannsthal „den leichten Text, in der Hauptsache im Telegraphenstil“ gab (Brief vom 1.10.1927) und Richard Strauss das musikalische Korsett, hatte wenig davon, wirkte behäbig und bizarr auf den Rezensenten, auch wenn das Premierenpublikum jubelte.

Lübeck zeigt „Oliver!“ – ein Musical zwischen Kindertheater und professionellem Anspruch

21.11.17 (Arndt Voß) -
Um das leichtere Genre im Musiktheater zu bedienen, hat sich das Theater Lübeck in dieser Spielzeit Lionel Barts Musical „Oliver!“ vorgenommen, verfasst nach Charles Dickens‘ allbekanntem zeit- und sozialkritischem Roman. 1960 uraufgeführt, wurde es in Londons West-End ungewöhnlich lange gespielt, übertroffen nur von „Jesus Christ Superstar“. Knapp drei Jahre später wiederholte sich der Erfolg am Broadway. Erst 1985 wurde eine deutschsprachige Version in Salzburg vorgestellt, dennoch blieb das Werk in Deutschland nahezu unbekannt.

Inneres Feuer und Spielfreude: „Fame – Das Musical“ in Kiel

05.10.17 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel eröffnete mit „Fame – Das Musical“ die Saison ungewöhnlich leichtfüßig, mit einem Genre, das gewöhnlich der Oper hintanstehen muss (Premiere: 29. September 2017). Geschuldet sei das nach Aussage des Kieler Generalintendanten Daniel Karasek der kurzen Vorbereitungszeit, die wiederum eine Folge des späten Ferienendes im nördlichsten Bundesland sei. Was die Kieler dann auf der Bühne zeigten, wirkte aber durchaus nicht wie kurzfristig aus dem Boden gestampft.

Lübeck: Ein unglückliches Experiment mit Monteverdi und Orff

13.09.17 (Arndt Voß) -
„Carmina“ nennt das Theater Lübeck seinen Abend zur Spielzeiteröffnung (9. September 2017). Unter diesem Titel werden zwei Werke sehr unterschiedlicher Art zu einem Abend zusammengefügt: Claudio Monteverdis „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ und Carl Orffs „Carmina burana“. Das erste ist ein kaum bekanntes Werk des Italieners, an dessen Geburt vor 450 Jahren in diesem Jahr gern erinnert wird, das andere dagegen ist allbekannt und fähig, landauf, landab und immer wieder zu begeistern. Sie zusammenzufügen aber überzeugte auf der Bühne nicht. So gab es heftige Buhs für Regie und Dramaturgie, für die Agierenden viel Applaus.

„Gefährliche Liebschaften“ an der Musikhochschule Lübeck

16.06.17 (Arndt Voß) -
Wenn sechs junge Damen sich „Gefährlichen Liebschaften“ widmen, verspricht das ein sinnliches Vergnügen – für das Ohr, wenn sie einschmeichelnd singen, leise wie laut, hoch wie tief, im plappernden Recitativo wie im geschmeidigen Belcanto oder mit rasanten Koloraturen – für das Auge, wenn sie bezaubernd im wallenden Countuche und mit fein gepuderten Perücken oder, um vielleicht das Männliche zu ergründen, im langen Rock, in vornehmen Culotten und seidigen Strümpfen sich bewegen.

Psychogramm einer Kuppelschau – „Der Fliegende Holländer“ in Lübeck

13.06.17 (Arndt Voß) -
Um das Spannende vorwegzunehmen, die Frage nach dem, ob Senta springt oder nicht, sei verraten, sie tut es nicht. Wohin auch. Das Theater Lübeck wartet zwar mit Richard Wagners beliebtem Seestück auf, mit dem „Fliegenden Holländer“, der letzten Produktion dieser Spielzeit. Aber von aufbrausendem Meer kann nicht die Rede sein. Und in einer Badewanne kann man nur schwer Erlösung finden.

Barocke Theaterschau in Kiel – Leclairs „Skylla und Glaukos“ in deutscher Erstaufführung

10.05.17 (Arndt Voß) -
Es lohnt sich zwischen Lübeck und Kiel zu pendeln. Bereits deren gemeinsame „Reise nach Reims“ (Rossini) war ein gelungener Versuch, die Stärken beider Opernhäuser zu bündeln. Jetzt brachten sie wohl zufällig im Abstand von nur einer Woche Barockopern auf die Bühne. Lübeck begann mit Händels „Ariodante“ und italienischer Gesangspracht, Kiel folgte mit Jean-Marie Leclairs „Skylla und Glaukos“ und optischer Opulenz.

Händels „Ariodante“ als barockes Psychodrama am Theater Lübeck

03.05.17 (Arndt Voß) -
Dem Theater Lübeck ist mit Georg Friedrich Händels „Ariodante“ eine packende Inszenierung gelungen, beachtlich für ein Theater, das finanziell zu kämpfen hat und dennoch sein Publikum außergewöhnlich begeistert. Es ist ein Haus, das sich nicht leisten kann, nur die historische Aufführungspraxis zu bedienen. Es muss seine Zuschauer auf breiterer Basis locken.
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