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Alle Artikel kategorisiert unter »Michael Hofstetter«

Oper als Steinbruch – Johann Adolf Hasses „Artaserse“ zwischen Bayreuth, Berlin und Münchens Cuvilliéstheater

13.05.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Sie steht zurecht im Mittelpunkt des Abends: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Die 1731 dorthin, ins „Paradies der Langeweile“ zwangsverheiratete Hohenzollerntochter, war künstlerisch hochbegabt und wertete ihre Residenz mit dem „Markgräflichen Opernhaus“ zu einem europäischen Opernzentrum auf. Im April 1748 wurde dieses Barock-Juwel mit Hasses „Artaserse“ eröffnet. Nach Wilhelmines Tod folgten fast 270 Jahre schleichender Verfall. Nach hochdifferenzierter Renovierung durch europäische Spezialisten übernahm Münchens Theaterakademie die Wiedereröffnung mit „Artaserse“. Nach Bayreuth und Budapest-Gastspiel kam die Produktion nun ins konkurrierende Rokoko-Juwel des Münchner Cuvilliéstheaters.

Wenn die Bilder singen lernen – Die Händelfestspiele in Karlsruhe lassen „Riccardo Primo“ funkeln

26.02.14 (Joachim Lange) -
Das Badische Staatstheater in Halles Partnerstadt Karlsruhe hat das Privileg, im Februar die ersten der drei deutschen Händelfestpiele zu veranstalten. Diesmal lassen sie Richard Löwenherz aufmarschieren und als Händels „Riccardo Primo“ funkeln. Im metaphorischen und im realen Kerzenlicht. Der junge Regisseur Benjamin Lazar hat eine nacherfundene historische Aufführungspraxis zu seinem Markenzeichen gemacht, zu dem tatsächlich Kerzenlicht und das barocke Gestenrepertoire gehören. Und Kostüme für die die Alten Meister, deren Werke heute die Bildergalerien bestücken, Pate gestanden haben.

Post-traumatische Zustände: Nigel Lowerys düstere „Freischütz“-Deutung am Stadttheater Gießen

18.09.12 (Hans-Jürgen Linke) -
Ist Max schuldfähig? Der Mann im weißen Kittel will ihn noch für ein Jahr in der Geschlossenen Abteilung stationär behalten, dann sollte er keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit sein. Das Mädchenschul-Massaker, das während des Freikugelgießens als Schwarzweißfilm auf dem Gazevorhang zu sehen ist, war wohl eher eine Übersetzung von Webers apokalyptischer Wolfsschlucht-Musik in heutige Bilder.

Ohne Szene, aber mit Schauspieler: Carl Heinrich Grauns „Montezuma“, starbesetzt an der Staatsoper Berlin

27.01.12 (Peter P. Pachl) -
Preußen und Deutschland feiern den 300. Geburtstag Friedrich des Großen. In Berlin erklingen auch diverse eigene Kompositionen des großen Fritz, Orchesterwerke nicht nur mit Flöte, sondern im Konzerthaus auch eine Symphonie, in welcher der Monarch mit seinem Hofkomponisten Carl Heinrich Graun um Originalität wetteiferte. Der vermutlich 1703 geborene Graun komponierte für Friedrich II., König von Preußen, jenen Stoff, rund um das Ende der Aztekenherrschaft, der von Antonio Vivaldi (1733) bis Wolfgang Rihm (1992) immer wieder auf der Opernbühne erfolgreich war: „Montezuma“.

Bieder-Meierlich: E.T.A. Hoffmanns „Liebe und Eifersucht“ in München

30.09.08 (Peter P. Pachl) -
Hoffmann geht es nicht besonders gut. – Jedenfalls bei weitem nicht so gut wie seinem Doppelgänger, der fast jeden Abend auf einer der Opernbühnen der Welt um seine drei bis vier Lieben ringen darf. Denn Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, der sich selbst nicht in erster Linie als Dichter, Theaterkapellmeister oder als Maler und schon gar nicht als Kammergerichtsrat sah, sondern als Tonsetzer, ist als Komponist weithin unterbelichtet geblieben.
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