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Alle Artikel kategorisiert unter »Roman Trekel«

„Hänsel und Gretel“ mit Schwellköpfen – Umstrittene Neuinszenierung an der Staatsoper Berlin

09.12.17 (Peter P. Pachl) -
Gerade erst hat die Staatsoper Unter den Linden eine unkonventionelle Weihnachtsoper, „Der gewaltige Spotz“, herausgebracht, da folgt im großen Haus, hier seit 1996 nicht mehr gespielt, als erste reguläre Premiere des wieder aufgenommenen Spielbetriebes, die berühmteste klassische Weihnachts- und Kinder-Märchen-Oper „Hänsel und Gretel“.

Play Goethe – Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“, erstmals szenisch in der wiedereröffneten Staatsoper Unter den Linden

04.10.17 (Peter P. Pachl) -
Mit zwei Fakten wird Jürgen Flimm neuerlich in die Geschichte des Musiktheaters eingehen: mit der Wiedereröffnung des Opernhauses Unter den Linden nach siebenjähriger Umbau-Zeit und mit der szenischen Uraufführung von Robert Schumanns „Szenen zu Goethes Faust“. Damit hatte der Hausherr, anstelle einer nicht fertig gewordenen Rihm-Uraufführung, die Latte in jenem Genre, welches er wie kein Zweiter beherrscht, der Mixtur von Oper und Schauspiel, sehr hoch gelegt. Doch was ihm beispielsweise bei Purcells „King Arthur“ hinreißend gelang, erwies sich – insbesondere bei „Faust zwei“ – als ein zu sperriges und zu langatmig geratenes Unternehmen.

Wehen-Hysterie und Kinder-Gazellen – „Die Frau ohne Schatten“ an der Staatsoper

11.04.17 (Peter P. Pachl) -
Spätestens bei der Applausordnung wurde den Premierenzuschauern der Eröffnungspremiere der Festtage der Staatsoper klar, dass zumindest in der Deutung des Operntitels seitens des Inszenierungsteams ein heftiges Missverständnis vorlag, denn deren hierarchischer Aufbau gipfelte in der Kaiserin. Mit der „Frau ohne Schatten“ aber meinten Hofmannsthal und Strauss unmissverständlich die namenlos stets nur als Frau apostrophierte Gattin des Färbers.

Ins Hollywood-Studio verlegt – Puccinis „Manon Lescaut“ an der Berliner Staatsoper

07.12.16 (Peter P. Pachl) -
Eine Großtat des Intendanten Jürgen Flimm an seiner Staatsoper war die Inszenierung von Rimsky-Korsakows „Zarenbraut“ durch Dmitri Tcherniakov, die in einem TV-Studio spielte. Dies das mag Flimm auf die Idee gebracht haben, seinerseits in St. Petersburg die Handlung der „Manon Lescaut“ ebenfalls in ein Studio zu verlegen. Aber was in St. Petersburg offenbar Gefallen gefunden hat, kam in Berlin weniger gut an.

Wenig packend – Beethovens „Fidelio“ an der Berliner Staatsoper im Schillertheater

04.10.16 (Peter P. Pachl) -
Harry Kupfers Inszenierungen waren immer für eine Überraschung gut. Warteten sie doch mit ungewöhnlichen Konzepten auf, und boten, ob diese aufgingen oder scheiterten, allemal spannende Musiktheaterabende. Den „Ring des Nibelungen“ gestaltete Kupfer in Bayreuth gemeinsam mit Daniel Barenboim in einer optimalen Kooperation, die an der Staatsoper unter den Linden mit einem gemeinsamen kompletten Wagner-Zyklus fortgesetzt wurde (allerdings, dem Bayreuther Aufführungskanon gemäß, nur mit Wagners letzten zehn Bühnenwerken).

Handwerklich souveräne „Meistersinger“ an der Oper Chemnitz

23.03.16 (Dieter David Scholz) -
Dieter David Scholz war bei der Abschiedsinszenierung Michael Heineckes in Chemnitz zu Gast und hat eine guten, aber bisweilen gegen die Intention Wagners inszenierten Opernabend gesehen.

Stückwerker suchen einen Autor – „Mord an Mozart“-Collage von Rimsky-Korsakow bis Coleman

29.01.16 (Peter P. Pachl) -
Über die jüngste Staatsopernproduktion lässt sich viel erzählen, und das scheint sie aufzuwerten – dem gegenüber stehen die Eindrücke, welche der Zuschauer von der Bühne erlebt. Unser Kritiker Peter P. Pachl war Zuschauer.

Ein Musiktheatercoup – Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ an der Staatsoper im Schillertheater

15.06.15 (Peter P. Pachl) -
Die vier männlichen Komödianten der Truppe um die schöne Zerbinetta legen lange schwarze Gummi-Phallusse an, die sie zur Verzweiflung des Komponisten („In mein Heiligtum hinein ihre Bocksprünge! Ach!“) rhythmisch schwingen lassen. Im verklingenden Vorspiel tritt Ariadne in die Mitte der Bühne. Aber nicht, wie sonst üblich, beginnt umgehend der Opern-Akt. Stattdessen lässt Stückezertrümmerer und Bühnenprovokateur Hans Neuenfels im Hintergrund Kultur-Felsbrocken herabpoltern, und – nach nur 45 Minuten – gibt es eine ausgiebige Opernpause.

Alles in der Wolfsschlucht – Michael Thalheimers Inszenierung von Webers „Der Freischütz“ an der Berliner Staatsoper

19.01.15 (Peter P. Pachl) -
Carl Maria von Webers 1821 am Königlichen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführte Oper um einen vor Prüfungsangst sich den höllischen Mächten verbündenden Jägerburschen, triumphierte seinerzeit mit „Schlagern“, wie dem Jungfernkranz- und dem Jägerchor, war aber auch richtungweisend, insbesondere durch die musikalische Zeichnung des Dämonischen und Grauenvollen. Die Neuinszenierung im Berliner Schillertheater hat die gesamte Handlung an den Ort des Schreckens, in die Wolfsschlucht, verlegt.

Tod einer Liebenden in der Badewanne – Leoš Janáčeks „Katja Kabanowa“ an der Staatsoper Berlin

26.01.14 (Peter P. Pachl) -
Janáčeks außereheliche Liebe zu der 37 Jahre jüngeren Kaufmannsfrau Kamila Stösslová verdanken wir seine wohl leuchtendste Opernmusik. Die dramatische Vorlage fand er im Drama „Gewitter“ von Alexandr Nikolajewitsch Ostrowski, welches sich der Komponist selbst zu einem kurzen Dreiakter in sechs Bildern mit (1927 nachkomponierten) verbindenden Zwischenspielen verdichtete. Katja Kabanowa, eingezwängt in die Enge einer Kleinstadt, folgt ihrer Leidenschaft und beginnt während der Geschäftsreise ihres Kaufmannsgatten sofort eine leidenschaftliche Affäre mit dem jungen Boris. Von der Gesellschaft verspottet, von ihrem heimkehrenden Gatten geprügelt, beendet die junge Frau ihr Leben in den Fluten der Wolga.
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