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Alle Artikel kategorisiert unter »Tobias Engeli«

Parkbank-Gigolos und Liebesträume – Die Musikalische Komödie Leipzig reüssiert im Westbad

28.09.19 (Roland H. Dippel) -
Premiere Eins der Musikalischen Komödie in der Alternativspielstätte Westbad mit nur 200 Metern Entfernung zum Stammort. Das Haus Dreilinden in Leipzig-Lindenau wird aufwändig renoviert. Man hat viel vor: Licht- und Tonanlage kommen endlich auf den optimalen Stand. Ein neuer fahrbarer Orchestergraben minimiert Umbauzeiten und die neue Bestuhlung auf in Stufen ansteigenden Reihen von der früheren Parkettebene zum Rang ermöglicht optimale Sicht. Die Platzkapazität wird von 522 auf 640 erhöht. Für diese Maßnahmen sind 7,6 Mio. Euro aus Mitteln im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau Ost – Aufwertungsgebiet Leipzig West und einem Eigenanteil der Oper Leipzig vorgesehen. Auf Zugstücke muss das Publikum im Westbad nicht verzichten, bis das Ensemble, wenn alles nach Plan läuft, im November 2020 mit einer festlichen Eröffnung das Stammhaus wieder in Besitz nehmen wird. Roland H. Dippel über die Spielzeit-Eröffnung in der Harmonie-Blech zu Schlager-Gold geschmolzen wurde.

Schnitz… – Paul Burkhards „Das Feuerwerk“ an der Musikalischen Komödie in Leipzig

16.04.19 (Joachim Lange) -
„Oh mein Papa war eine wunderbare Clown…“ so singt die schöne Iduna mit charmantem französischen Akzent zu einer hinreißend schmalzigen Melodie. Diese Erinnerung an einen Papa, der auf dem Seil tanzen konnte, kennt ab einem bestimmten Lebensalter jeder. Sie gehört unabhängig vom Namen des Komponisten in den Kernbestand des kollektiven Gedächtnisses im Nachkriegsdeutschland. In West und Ost. Um diesen Dauerhit, den man früher zu recht Evergreen nannte, gibt es aber noch ein ganzes Stück. Eine musikalische Komödie in drei Akten vom Schweizer Paul Burkhard (1911-1971). Erik Charell und Jürg Amstein haben ein Lustspiel von Emil Sautter zu einem Buch verarbeitet. Joachim Lange berichtet aus Leipzig.

In Leipzig hält eine Herzogin Hof – Emmerich Kálmáns „Herzogin von Chicago“ hat an der Musikalischen Komödie in Leipzig durchschlagenden Erfolg

23.10.18 (Joachim Lange) -
Diese Vorstellung an der MuKo umwehte der Hauch des Besonderen. Dafür war die Tochter des Komponisten Emmerich Kálmán, Yvonne (81), höchstselbst angereist. Berührend, wie sie den euphorischen Schlussapplaus von der Bühne aus mit ihrem herzlich aufmunternden Gruß, der auch schon im Programmheft stand, veredelte und wie sie für die schöne Illusion sorgte, mit dem Beifall für sie auch ihrem Vater Reverenz zu erweisen. Sie gehört zu den Erbinnen, denen man getrost Applaus spenden kann. Die muntere alte Dame gehört zu den Erbinnen, die nicht verhindern, sondern mit Vehemenz auch ausgefallenere Erbepflege, als die in Leipzig, zulassen. Ihr Vater, der Ungar Emmerich Kálmán (1882-1953), steht (neben Franz Lehár) für die Silberne Operettenära. Auch wer kein Fan davon ist, kann weder der Csárdásfürstin (1915) noch seiner Gräfin Mariza (1924) und ihren Ohrwürmern entgehen.

Wenn das Papp-Ross wiehert und der Kaiser grüßt – Die Musikalische Komödie in Leipzig macht einen Ausflug ins Weisse Rössl

29.10.14 (Joachim Lange) -
Das Weisse Rössl ist eines von den Operetten-Wundertieren, bei denen das Erbgut noch aus den zwanziger Jahre stammt. Auch wenn es Singspiel heißt und einem Lustspiel aus dem 19. Jahrhundert auf der Spur ist. Nach seiner Berliner Uraufführung als große Revue 1930 ist es durch alle politischen und ästhetischen Umbrüche getrabt, ohne sich ernsthaft das Fell zu versengen. Auch wenn es sich auf der immergrünen Alm der Heimatfilme mit grünendem Kitsch-Gras zu überfressen drohte. Die Hits sind so eingängig, der Plot so komödiantisch, schlicht und menschelnd, dass sie dieses Wunderpferdchen wie einen Schutzpanzer schirmen.
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