„Kunst ist wirtschaftlich und wesentlich“

Die Yamaha Music Central Europe GmbH eröffnet ihre neue Vertriebszentrale in Rellingen


(nmz) -

Kando – Hinter diesem Wort verbirgt sich nicht etwa der Name einer neuen asiatischen Kampfsportart, sondern die Unternehmensphilosophie der Yamaha Music Central Europe GmbH (YMCE). Das japanische Schriftzeichen bedeutet übersetzt „das Gemüt und den Geist beflügeln“ und verspricht als unternehmerischer Grundsatz offensichtlichen Erfolg: Am 2. März hat die YMCE die Eröffnung ihrer neuen Vertriebszentrale in Rellingen bei Hamburg gefeiert. Mit einer Investition von rund sechs Millionen Euro ist ein neues Großraumbüro mit einer Bruttogeschossfläche von 4.668 Quadratmeter gebaut worden.

Ein Artikel von Katharina Bradler

Nach Plänen des Architekten Helge Reimer ist seit der Grundsteinlegung im April 2006 ein Erweiterungsbau entstanden, der besonders durch seine lichtdurchfluteten, weil gläsernen Decken und Wände, besticht. Sie fallen besonders in dem 930 Quadratmeter großen Open-Plan Office auf, das sich auch bestens, wie sich zeigte, als Konzertsaal eignet. In der 360 Quadratmeter großen Eingangshalle werden Instrumente und das Audio Equipment ausgestellt, ein neuer Piano-Testsaal sorgt für optimale Akustik. Zur festlichen Eröffnung unter dem Motto „A place to grow“ waren Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Kultur geladen. Unter den Gratulanten befanden sich Dietrich Austermann, Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, und Martin Maria Krüger, Präsident des deutschen Musikrates.

Seit ihrer Gründung vor 40 Jahren ist die YMCE mit mehr als 250 Mitarbeitern zu einem Unternehmen gewachsen, das heute einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro im Jahr zu verzeichnen hat. Neben dem Vertrieb von Instrumenten in zentral- und osteuropäische Länder gehören auch die Förderung von Musikpädagogik und die Bewahrung von Musiktraditionen zum Aufgabenschwerpunkt des Unternehmens. Oberstes Ziel sei es „Menschen zu inspirieren und emotional miteinander durch Klänge und Musik zu verbinden“, sagt Gyoten. Dieser Grundsatz wird seit 1954 in Japan und mehr als 40 Jahren in Europa in den Yamaha Musikschulen umgesetzt. Das education programme bietet frühkindliche Musikalisierung für Babys im Alter von bereits vier Monaten bis hin zu Kursen für ältere Erwachsene. Auch die 26-jährige Ayako Uehara erhielt ihren ersten Klavierunterricht an einer Yamaha Musikschule, in der sie mit zehn Jahren zur Meisterklasse graduierte. Sie spielte zur feierlichen Eröffnung der Zentrale Stücke von Mendelssohn-Bartholdy und Sergej Rachmaninov auf höchstem musikalischen Niveau und gehörte damit sicherlich zum „Aushängeschild“ der Veranstaltung.

Eine Kostprobe der Kooperation von YMCE mit allgemeinbildenden Schulen bekamen die Gäste anhand von Darbietungen der Bläserklasse der Europaschule Gymnasium Heide-Ost unter der Leitung von Matthias Heidenreich. Die Schülerinnen und Schüler der Orientierungs- und Mittelstufe trugen Klassik- und Pop-Arrangements vor, die sie im Musikunterricht erarbeitet haben. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden existieren inzwischen mehr als 1.000 Bläserklassen, die mit Konzepten der Yamaha Music Education arbeiten. „Kooperationen machen uns stark“, betonte auch Wirtschaftsminister Austermann in seiner Rede. Erfolgreiche Projekte wie diese verdeutlichen, dass sich Wirtschaft und Kunst nicht konträr gegenüber stehen, sondern im Gegenteil ergänzen können. Die Verbindung von Wirtschaft und Musik entstehe, weil die Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Musik in der Wirtschaft erfolge, stellte Martin Maria Krüger fest. In diesem Sinne korrigierte er August Everdings Aussage, Kunst sei nicht wirtschaftlich, sondern wesentlich, zu Recht in: „Kunst ist wirtschaftlich und wesentlich.“ Er lobte das ganzheitliche Konzept der Yamaha Musikschulen, dem eine „gesellschaftsprägende“ Bedeutung zukomme.

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