CD-Tipps (2009/03)

Von Huber bis Debussy


(nmz) -
Ein Artikel von Reinhard Schulz

Klaus Huber: Miserere Hominibus; Agnus Dei cum Recordatione.
Vokalensemble les jeunes solistes, Rachid Safir
; Instrumentalisten.
Soupir éditions.

Rechtzeitig zur Siemens-Preisverleihung fertig geworden! Zwei wunderschön gesungene Chorwerke (2005–2007 und 1990–1991) von Klaus Huber, die den Rahmen des Geistlichen weit sprengen. Es sind Mahngesänge an die Menschheit, die manchmal von ganz weit her zu kommen scheinen (zeitlich wie räumlich) und dennoch direkt ins Zentrum unseres Daseins treffen.

Ohne Worte – Arpeggione-Sonate von Franz Schubert; Liedbearbeitungen (für Bratsche und Klavier) von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Franz Schubert.
Nils Mönkemeyer, Viola; Nicholas Rimmer, Klavier.
Sony 88697386212

Der Bratscher Nils Mönkemeyer hat eine große Zukunft vor sich. So eindringlich, so mit Liebe zum Detail hat man Schuberts Arpeggione-Sonate wohl selten gehört. Mönkemeyer artikuliert höchst differenziert und zugleich mit großer Intelligenz, die dem Sinn der musikalischen Ereignisse stets neugierig nachspürt. Das bestätigt sich auch in den Liedbearbeitungen in wunderbar schwebender Gesanglichkeit.

James Tenney: Quartette und Quintette.
Quatuor Bozzini; Rick Sacks, Schlagzeug; Eve Egoyan, Klavier; Miriam Shalinsky, Kontrabass.
CQB 0806

Der 2006 gestorbene amerikanische Komponist James Tenney wurde bei uns hauptsächlich als Experimentator am Rande des zeitgenössischen musikalischen Geschehens gesehen. Erprobt wurden von ihm neue, obertonbezogene Stimmungen. Die hier auf zwei CDs veröffentlichten Arbeiten (Streichquartette und Besetzungen mit Streichquartett und einem anderen Instrument) lassen hören, wie intensiv Tenney genaues Hören mit einer stringenten kompositorischen Anlage zu verbinden wusste. 

Claude Debussy: Préludes I und II.
Roger Woodward, Klavier.
Celestial Harmonies 13279-2

Roger Woodward hat hier eine sehr auf klangliche Raumwirkung bedachte Interpretation der Préludes von Debussy vorgelegt. Er will nicht mit der klanglichen Palette eines Michelangeli oder der strukturellen Rafinesse eines Gulda konkurrieren. Die klanglichen Bilder von Debussy scheinen wie von großer Ferne ihre Farben und verschwimmenden Konturen zu uns zu schicken. Das ist ganz konsequent und dem ästhetischen Anliegen Debussys durchaus entsprechend. 

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