Dem Doppelrohrblatt entlockt

Neuerscheinungen für Oboe, Englischhorn und Ensemble von Geminiani bis Jarrett


(nmz) -
The Boosey Woodwind Method Oboe *** Francesco Geminiani (1680–1762): Sonate (Concertino) e-Moll für Oboe und Basso Continuo *** Bruno Rossignol (geb. 1958): Rag für Oboe und Klavier *** Dorothea Baier/Natalie König: Hexi­mex und Gruseltango, eine Oboenschule für Kinder im Grundschulalter *** Christian Manen (geb. 1934): Prélude et Fuguette für Oboe und Klavier *** Christian Manen (geb. 1934): Deux Souvenirs de Dalmatie (zwei Erinnerungen an Dalmatien) für Oboe und Klavier *** Peter Michael Braun (geb. 1936): Wood Notes für Oboe und Klavier *** Richard Wagner (1813–1883): Treulich geführt, „Brautchor“ aus „Lohengrin“ *** Gerhard Frommel (1906–1984): Canzone für Oboe (Klarinette in B) und Klavier. *** Maurice Ravel (1875–1937): Pavane pour une infante défunte, bearbeitet von Wolfgang Birtel für Oboe und Klavier. *** Antonio Pasculli (1842–1924): Omaggio a Bellini für Englischhorn und Klavier. *** Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Oboenquartett KV 370 (368b). Urtext. *** Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio C-Dur Opus 87 und Variationen C-Dur WoO 28 für 2 Oboen und Englischhorn *** Keith Jarrett (geb. 1945): Adagio für Oboe und Streichorchester (1984) *** Heinz Holliger (geb. 1939): A reedy Double für ein oder zwei Oboen. *** Edvard Grieg (1843–1907): Peer Gynt Suite No. 1, bearbeitet von Joachim Linckelmann für Holzbläserquintett. *** Lajos Dudas (geb. 1941): Momentaufnahme für Bläserquartett (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott).
Ein Artikel von Dietrich Schmidt

The Boosey Woodwind Method Oboe: Book 2, Boosey & Hawkes mit 2 CDs zum Anhören und Mitspielen

Sehr durchdachte Oboenschule (auf Englisch!). Es wird besonders Wert darauf gelegt, dass der Schüler ein effektives Üben lernt. So sind zum Beispiel kurze schwierige Passagen markiert und mit sehr hilfreichen Übe-Anweisungen versehen.

Francesco Geminiani (1680–1762): Sonate (Concertino) e-Moll für Oboe und Basso Continuo. Dohr 27587

Ein gelungenes kleines Concertino, das sich gerade mit einem kleinen Orchester in der Musikschule gut verwirklichen lässt. Für die Oboe ist es einfach zu spielen (Tonumfang e’ bis h’’), erfordert aber schon eine gute Kondition im Ansatz. Auch eingerichtet für Oboe und Streichorchester von W. Birtel, Edition Dohr 27588.

Bruno Rossignol  (geb. 1958): Rag für Oboe und Klavier. Alphonse Leduc, AL 29 804

Kurzes abwechslungsreiches Stück, das zu freudigem Spiel einlädt. Unterstufe, gut geeignet für die Musikschule.

Dorothea Baier/Natalie König: Hexi­mex und Gruseltango, eine Oboenschule für Kinder im Grundschulalter. Zimmermann ZM 80289

Diese Oboenschule schließt direkt an die Früherziehung an und ist für den Unterricht in kleineren Gruppen gedacht. Für den Einzelunterricht sind nur wenige Stücke geeignet. Neben den Kinderoboen (leichtere Instrumente, deren Mechanik an die kleineren Kinderhände angepasst ist) werden auch Orff-Instrumente und die Stimme eingesetzt sowie Bewegungsspiele angeboten. Ein ausführlicher Lehrerkommentar liegt bei. Da die Kinder immer früher auch schon mit der Oboe anfangen wollen und es inzwischen auch entsprechende Instrumente gibt, ist diese Schule von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen mit vielen fantasievollen Ideen eine gute Hilfe für den ersten Oboenunterricht im Grundschulalter.

Christian Manen (geb. 1934): Prélude et Fuguette für Oboe und Klavier. Leduc, AL 29 801

Zwei kurze polyphone Stücke, gut melodisch komponiert. Vom Verlag als „élementaire“ eingestuft, in der Oboe (Tonumfang h–e’’’) braucht man im Ansatz etwas Ausdauer, da die Stimme kaum Pausen aufweist. Der Klavierpart ist zweistimmig polyphon. Gut geeignet für die Musikschule.

Christian Manen (geb. 1934): Deux Souvenirs de Dalmatie (zwei Erinnerungen an Dalmatien) für Oboe und Klavier. Leduc, AL 29 802

Stimmungsvolle, melodische Stücke in langsamem Tempo, Mittel- bis Oberstufe, erfordern einen sicheren flexiblen Ansatz und gemeinsames Gestalten der Spannungsbögen. Sie können ein guter Einstieg in moderne Musik sein.

Peter Michael Braun (geb. 1936): Wood Notes für Oboe und Klavier. Tonger, 3302-1 P.J.T.

Gutes rhythmisches Stück, das Spaß macht. Unterstufe, gut geeignet für die Musikschule (Tonumfang c’ bis e’’’).

Richard Wagner (1813–1883): Treulich geführt, „Brautchor“ aus „Lohengrin“, bearbeitet von Wolfgang Birtel für Oboe und Klavier, Schott ED 09831

Gut gemachtes Ständchen zur entsprechenden Gelegenheit, auch für nicht so fortgeschrittene Spieler.

Gerhard Frommel (1906–1984): Canzone für Oboe (Klarinette in B) und Klavier. Tonger 3346-1 P.J.T.

Schönes melodisches Stück für die Mittelstufe. Erfordert rhythmisch sicheres Spiel (Tonumfang h bis d’’’).

Maurice Ravel (1875–1937): Pavane pour une infante défunte, bearbeitet von Wolfgang Birtel für Oboe und Klavier. Schott ED 09840

Die Pavane ist gut arrangiert. Die Stimmungen und Klangfarbe von Ravels Musik verlangen einen sicheren Umgang mit Dynamik und Intonation sowie Ausdauer im Ansatz des Oboisten, im Klavier relativ schwer.

Antonio Pasculli (1842–1924): Omaggio a Bellini für Englischhorn und Klavier. Hofmeister FH 3357

Sehr virtuoses Stück für Opernfreunde, die auch am Englischhorn eine technische Herausforderung suchen.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Oboenquartett KV 370 (368b). Urtext. Henle HN 794 (auch Studienpartitur HN 9794)

Sehr angenehme Ausgabe mit genauer Information zum Urtext. Das Notenbild ist gut gesetzt und ohne zu blättern zu spielen. Empfohlen für Oberstufe, auch schwierig für die Violine.

Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio C-Dur Opus 87 und Variationen C-Dur WoO 28 für 2 Oboen und Englischhorn: Henle HN 947

Sehr gut gesetzte Ausgabe der beiden Oboentrios von Beethoven in einem Band. Neben den Angaben zur Entstehungsgeschichte erhält man hier alle Informationen zu einer urtextgetreuen Interpretation dieser beliebten Werke.

Keith Jarrett (geb. 1945): Adagio für Oboe und Streichorchester (1984), Klavierauszug von Tomasz Trzcinski. Schott, ED 9607

Sehr gefühlvolle, getragene Komposition (Aufführungsdauer 10 min.). Der Oboenpart ist technisch einfach, jedoch braucht man ein sicheres Gefühl in der Gestaltung der langen Spannungsbögen.

Heinz Holliger (geb. 1939): A reedy Double für ein oder zwei Oboen. Schott OBB 46

Es ist Teil der zum 20-jährigen Bestehen des Chamber Orchestra of Europe (COE) geschriebenen Orchesterkomposition „Concerto“ mit dem Motto: „con soli per tutti“. Sehr spannende Komposition, schwierig (keine experimentellen Techniken).

Edvard Grieg (1843–1907): Peer Gynt Suite No. 1, bearbeitet von Joachim Linckelmann für Holzbläserquintett. Bärenreiter BA 8603

Diese beliebte Suite ist nun auch für Bläserquintett arrangiert. In gewohnt gekonnter Manier setzt J. Lickelmann die fünf Bläser ein. Mittlere bis gehobene Schwierigkeit.

Lajos Dudas (geb. 1941): Momentaufnahme für Bläserquartett (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott). Dohr 28923

Das Bläserquartett des Jazzmusikers Dudas ist eine dreiminütige reizvolle Jazzkomposition für ein geübtes Ensemble. Da relativ viele Unisoni vorkommen, bedarf es einer sehr sicheren Intonation.

Ähnliche Artikel