DVD-Tipp 2016/07

Hoffmanns Erzählungen [Studiocanal]


(nmz) -
Ein Schmuckstück aus der Filmschatulle der „Archers“ Michael Powell & Emeric Pressburger. Powell & Pressburger waren in den 40er- und 50er-Jahren das „perfect match“ des britischen Kinos gewesen, wahre „Independents“. Nicht nur Martin Scorsese schwärmt noch heute von der Kunst der Beiden. Ein schöner Einstieg in das Werk der „Archers“ könnte diese gerade restaurierte Fassung der berühmten Jacques-Offenbach-Oper sein, die auch eine Art Fortsetzung des bizarren Ballett-Films „Die roten Schuhe“ ist, verbunden durch die Hauptdarstellerin Moira Shearer, ein Redhead aus dem Kinoparadies.
Ein Artikel von Viktor Rotthaler

Ein Film aber auch, der weit über eine „Verfilmung“ der Oper hinausgeht, der pures Kino, purer Rhythmus ist. Ein komplett durchkomponierter Kinotraum in grellen Farben: „Ich war gefangen von der Idee, den Score auszuarbeiten, ihn von einem filmischen Gesichtspunkt aus zu schneiden“, erzählt Powell, „dann zu produzieren und aus dem Score einen Film zu machen – mit anderen Worten: vollständig komponiert, bevor nur ein Meter gedreht war.“

Selbst Cecil B. DeMille, der Regisseur der „Zehn Gebote“ war davon schwer beeindruckt: „Mein ganzes Leben habe ich die Große Oper bewundert. Wann immer ich konnte, bin ich hingegangen. Und immer war ich enttäuscht, nie war es perfekt. (…) Dann habe ich ‚Hoffmanns Erzählungen‘ gesehen, und jetzt weiß ich, dass man alles haben kann. Zum ersten Mal erlebte ich eine Große Oper, in der die visuelle Umsetzung auf gleicher Höhe mit der Schönheit, der Kraft und dem Anspruch der Musik ist.“

Aber DeMille und Scorsese sind nicht die einzigen ganz großen Fans dieses Meisterwerks unter den Filmemachern. Auch George A. Romero, der „Zombie“-Regisseur, gehört dazu. Für ihn ist dieser Film schlichtweg sein „favorite of all time“. Ein „must“ für jeden Opern-Kino-Fan.

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