Im Norden was Neues


(nmz) -

Hinsichtlich Neuer Musik galt das nördlichste Bundesland bisher als terra incognita. Auch dem von Justus Frantz mitbegründeten Schleswigholstein-Festival blieb Neue Musik eher fremd. Doch mit der Gleichung Nordlicht = Schlusslicht ist Schluss. 2006 fand ausgerechnet in Kiel das jüngste deutsche Festival für neue Musik aus dem Stand heraus so große Resonanz, dass es jetzt in die Förderung des „Netzwerks neue Musik“ der Kulturstiftung des Bundes aufgenommen wurde. Und von den deutschlandweit durch die Kulturstiftung mit insgesamt 13 Millionen Euro geförderten 15 Projekten zur Vermittlung neuer Musik tritt jetzt ausgerechnet die zweite Ausgabe der Kieler Tage für neue Musik „chiffren“ als erstes an die Öffentlichkeit.

Ein Artikel von Rainer Nonnenmann

Vom 8. bis 10. Februar gastieren in der Landeshauptstadt Kiel das „Ensemble Modern“, das „Ensemble Mosaik“ und das heimische „ensemble reflexion K“ aus Eckernförde mit der einzigen Uraufführung des Festivals von Gordon Kampe. Statt mit möglichst vielen und/oder prominenten Uraufführungen auf nationale und internationale Presseresonanz zu schielen, konzentriert man sich auf die Verankerung der Neuen Musik beim örtlichen Publikum und im lokalen kulturellen Kontext. Zwischen den Biennalen werden Konzerte und Vermittlungsprojekte der Veranstaltungsreihe „Brücken“ die lokalen und regionalen Partner miteinander vernetzen und das Publikum kontinuierlich an die Neue Musik zu binden suchen. Zudem plant man die Gründung eines Landesjugendensembles für Neue Musik (siehe auch Seite 48

Dagegen bieten in der Musik-Metropole Köln – zumindest nach Aschermittwoch – gleich vier verschiedene Veranstalter Uraufführungen. Am 8. Februar präsentiert die Reihe „musikFabrik im WDR“ erstmals Isabel Mundrys „Schwankende Zeit“ sowie ihre Bearbeitungen von Werken Louis Couperins.

Am 9. Februar bringt im Rahmen der WDR-Reihe „ensembl[:E:]uropa“ das Madrider „Plural Ensemble“ neben Werken spanischer Komponisten ein neues Stück der Kölner Komponistin Noriko Kawakami zur Uraufführung. Am 23. Februar geht an der Kölner Oper das Musiktheaterwerk „Rotter“ von Torsten Rasch in einer Inszenierung von Katharina Thalbach erstmals über die Bühne. Und am 29. Februar wird in der Kölner Philharmonie hoffentlich die in der Vergangenheit mehrfach verschobene Uraufführung von Heinz Holligers zweitem Streichquartett – das erste entstand 1973 – zu erleben sein.

Weitere Uraufführungen:

2.2.: Chaya Czernowin, Pilgerfahrten für Sprecher, Knabenchor und Instrumente, Herkulessaal der Residenz München
3.2.: Roxana Panufnik, The Conversation of Prayer, Stade
8.2.: Andreas F. Staffel, Speichen, Intersonanzenfestival Fabrik Potsdam
14.–17.2.: Eclat-Festival Neue Musik Stuttgart, Theaterhaus Stuttgart
15.2.: Theo Bandmüller, Ins Freie, Musikhochschule Saarbrücken
21.2.: Matthias Pintscher, Osiris für das Chicago Symphony Orchestra unter Leitung von Pierre Boulez, Chicago
26.2.: Christian Jost, Klavierquartett, Herzog Friedrich August-Saal Wiesbaden
28.2.: Julian Klein, a rose is… ein taxomanischer Parcour durch die Forschungssammlungen des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin im Rahmen des Festivals MaerzMusik

Keine Peilung

Moin, kann doch nicht wahr sein, gibt es im Norden echt keine Bands, die Folk, Mittelalterrock oder MA-Musik darbieten !? Warum finde ich keine Plattform für derartige Bands. Bleibt es wirklich nur dem Süden Deutschlands vorbehalten in dieser Richtung gross auf zu trumpfen. Bin ich echt gezwungen Corvus Corax aus Bayern hierher ein zuladen um endlich `mal gute Musik zu "erleben". Oder gibt es da noch "Nordische Bands" und "Spielleute", die den Vergleich aufnehmen möchten. Oder verkriechen sich alle vor Angst, vor großen Namen. Santiano ? Angst!!! Aber wahrscheinlich nur, wie immer, die norddeutsche Bequemlichkeit! Also, bequemt euch, zeigt was ihr könnt. Und kommt mir bloss nicht mit diesem DSDS Gejammer. Ich will keine Heulboyen. Sondern Männer und Frauen. In diesem Sinne. Euer Andy


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