Kurz vorgestellt

Soundtracks


(nmz) -

Sweeney Todd, Nonesuch/Warner

Ein Artikel von Viktor Rotthaler

Als „Sweeney Todd“, eines der besten Broadway-Musicals der Seventies, in den 1990er-Jahren auch in der Heimatstadt der nmz, Regensburg, zu sehen war, entblödete sich ein hiesiger dampfplaudernder Kulturpapst nicht, das Stück komplett zu verreißen und den wichtigsten Komponisten der Post-Tin-Pan-Alley-Ära, „West Side Story“-Texter Stephen Sondheim, als vollkommen überschätzt darzustellen. Nun hat Tim Burton diesen blutrünstigen „Musical-Thriller“ im „Sleepy Hollow“-Stil sehr konzentriert verfilmt und dafür einen Golden Globe bekommen. Genauso wie sein alter Komplize Johnny Depp, der als singender „Demon Barber of Fleet Street“ eine hinreißende Performance hinlegt („Pretty Women“).
In die Fußstapfen von Angela Lansbury, die in der Originalfassung eine großartige Mrs. Lovett verkörperte, tritt im Film Helena Bonham Carter. Sie ist die große Überraschung des Soundtracks im typischen Sondheim-Sound, den Jonathan Tunick kongenial orchestriert hat. Scheinbar mühelos präsentiert Bonham Carter ihre großen Songs wie „The Worst Pies in London“ oder „A Little Priest“. Und auch Sacha „Borat“ Cohen liefert eine perfekte Vaudeville-Nummer ab.
Fazit: Der Musical-Soundtrack des Jahres.

Juno, Rhino/Warner

Jason Reitmans charmanter Film über die schwangere Juno (traumhaft: Ellen Page) entwickelte sich in den USA zum Überraschungshit. Für den Soundtrack spannte Reitman die bessere Hälfte der Moldy Peaches, Kimya Dawson, ein, die eine Handvoll neue verschrobene Lo-Fi-Lieder schrieb. Ihre Songs passen perfekt zu anderen Klassikern, die Reitman ausgewählt hat: Mott the Hooples „All The Young Dudes“, Sonic Youths „Superstar“, Cat Powers „Sea of Love“ oder „A Well Respected Man“ der Kinks. Musik für das amerikanische College-Radio. Klasse.

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