Kuscheltierlieder als Kommunikationsförderer

Erfolgreicher DTKV-Wettbewerb für Integrations-Kitas mit Werken von Klaus Wüsthoff


(nmz) -
Dass Kinder in entspannter Atmosphäre mit Spaß und Freude an der Sache zielgerichtet lernen, ist allgemein bekannt, mit Musik und Bewegung allemal und mit den Lieblingsstofftieren erst recht. Auf dieser Grundlage hat der bekannte Berliner Komponist Klaus Wüsthoff das Kuscheltierkonzert, seine Kuscheltierlieder sowie Kinderlieder für die Zwitscherschule konzipiert, die besonders geeignet sind, Kita-Kindern aus unterschiedlichsten Ländern die deutsche Sprache spielerisch nahezubringen.
Ein Artikel von Adelheid Krause-Pichler

Der Komponist Klaus Wüsthoff gehört zu den bekanntesten Schöpfern innovativer Jugend- und Kindermusikliteratur. Sein Kuscheltierkonzert wurde mehrfach in der Berliner Philharmonie sowie an vielen anderen deutschen Bühnen erfolgreich aufgeführt. Kompositionsaufträge für Jugendopern und Kinderlieder machten ihn zu einem der führenden Komponisten in dieser Sparte. Somit bekam der Deutsche Tonkünstlerverband über die Kontakte der Vizepräsidentin – die bereits 2007 einen Kinderchorwettbewerb unter der Schirmherrschaft der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen durchgeführt hatte – mit der Unterstützung des Komponisten zeitnah ein passendes Projekt zur Integrationshilfe. 

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend befürwortet und erhielt die Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Bereits 2015 begannen die Vorbereitungen zur Ausschreibung der ersten Runde mit Einsendeschluss der Kurzvideos zum 31. März 2016. Nach der vielversprechend verlaufenen ersten Runde mit großer Resonanz in den Kitas vom Norden bis zum Süden Deutschlands wurde 2016 eine zweite Runde gestartet. 

Integrationsarbeit wird prämiert

Wie waren die Anforderungen an die Teilnehmer? Der Wettbewerb richtete sich an Kitas, Grundschulen, Musikschulensembles und Kinderchöre mit Integrationsschwerpunkt. Die Kinder sollten einige aus dem zugesendeten Material ausgewählte Lieder per Video aufzeichnen und einsenden (max. 5 Minuten). Die Freude am gemeinsamen Singen, Bewegen und deutlichen Sprechen der Texte sollte spürbar werden. 

Ein Zitat aus dem Wettbewerbsflyer: „Im Wettbewerbsheft enthalten sind zehn Lieder aus der Fantasiewelt der Kuscheltiere. Spielerisch werden Gehör, Stimme, Sprache, Rhythmus und Körpergefühl der Kinder angesprochen. Auch musikalische Laien können damit arbeiten, eine CD mit Playbacks liegt optional bei und kann gerne verwendet werden. Ebenso willkommen sind eigene Lieder zu den Kuscheltieren – verlangt wird nur, dass die Lieder in deutscher Sprache sind. Das Ziel des Wettbewerbs ist es, herausragende Integrationsarbeit zu prämieren. Drei Teilnehmergruppen, die besonders kreativ den Spracherwerb, Musikalität oder integrative Kommunikation der Kinder im Rahmen der Kuscheltier-Performance verwirklichen, erhalten eine Urkunde als hervorragende Kita (Ausbildungsstätte) für kreativen Spracherwerb und Integration.“

Interessantes und Anrührendes

Die Leitung des Kuscheltierwettbewerbs lag bei Dr. Adelheid Krause-Pichler (Vizepräsidentin DTKV). Die Projektleitung hatte Max Doehlemann übernommen, der nicht in seiner Arbeit nachließ, bis ca. 5.000 E-Mails mit dem Wettbewerbsflyer an Institutionen und Gemeinden in der gesamten Bundesrepublik geschickt waren. 

Die Einsendungen waren in jeder Weise interessant und anrührend, wie die Jury bemerkte. Alle Teilnehmer hatten sich mit der Sache identifiziert, Kulissen aufgestellt, Kostüme geschneidert, tänzerische Abläufe einstudiert, um so den Liedern eine besondere Gestalt zu geben. Aus den Mitschnitten erklang: „Leise schleicht – dupp, dupp, dupp – unser Fuchs“ oder „Äffchen klettert ohne Rast – quik, quik, schwingt sich kühn von Ast zu Ast…“ Die Resonanz war z.B.: „…zum ersten Mal nimmt unser Kindergarten an dem Wettbewerb teil. Unsere Kinder hatten viel Spaß dabei. Da unser Thema dieses Jahr der Vogel war, passte der Papageien-Vers besonders gut …Wir haben viel zum Thema gebastelt, z.B. die Kulisse, und waren Papageien besichtigen….“ (Löwengruppe, Kita Kirchgasse).

Mut für weitere Projekte

Die Beurteilung der Darbietungen übernahmen die Jurymitglieder:

  • Brigitte Kippe, Leitung Jugend-Camp VHS City West/ Wettbewerbsorganisation
  • Stephan Schulmeistrat, Deutscher Musikrat/ Leiter des MIZ
  • Cornelius Hauptmann, Opernsänger, Initiator des Liederprojekts des Carus-Verlags
  • Max Doehlemann, Komponist, Musiker
  • Claudia Schwarz, Carl-Orff-Grundschule, Musikpädagogik/ Chorleitung
  • Carsten Albrecht, Landeschorleiter des Chorverbands Berlin
  • Dr. Adelheid Krause-Pichler, Musikwissenschaftlerin, Vizepräsidentin DTKV

Zu danken ist an dieser Stelle den ehrenamtlich tätigen Juroren und Jurorinnen, die uns durchwegs ihre Freude an diesem Projekt und an den herrlichen Beiträgen der Kinder bestätigten. Insgesamt konnten an sechs Kitas mit ausgezeichneten Beiträgen Urkunden vergeben werden.

Der Kuscheltier-Wettbewerb hat also nicht nur vielen Erziehern und Eltern Mut gemacht, ein solches Projekt anzugehen, mit mehreren Kindern gemeinsam kreativ zu sein, für ein bestimmtes Thema zu singen, zu basteln, zu tanzen und auch eigene Gestaltungsmöglichkeiten auszutesten; es hat auch – wenn man den Videos glaubt – konkrete positive Ergebnisse in der Kommunikation zwischen den Kindern unterschiedlichster Nationalität gegeben. Denn etwas gibt es in allen Ländern für Kinder: Lieder und Kuscheltiere!

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