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Konzerte in Oldenburg und Berlin


(nmz) -
Am 10. September schickte sich eine Delegation aus Siegburg an, ein Konzert mit Oldenburger Künstlern in der schon mehrfach bewährten Form einer Kooperation durchzuführen. So wurde ein Uraufführungsprojekt mit Schüler innen und Schülern sowie Kollegen aus Oldenburg in einem Workshop in Angriff genommen und dann im nachmittäglichen Konzert realisiert: „Spiralen“ für 24 Stimmen von Jost Nickel wurde von fünf Celli, Klavier, Klarinette, Violine und Flöten uraufgeführt.
Ein Artikel von Hans Peter Herkenhöhner

Das Ensemble war bestens von Irmgard Asimont und Norbert Körner vorbereitet worden. Jost Nickel als Leiter des Ensembles spielte selber mit. Das 24-stimmige Vierteltonwerk hinterließ sowohl bei den Zuhörern als auch bei den Spielern einen nachhaltigen Eindruck. Erstmals in Oldenburg wurden die „Spiegelungsräume“ für zwei Altquerflöten von Christoph J. Keller, der dieses Konzert auch federführend organisierte, von Jost Nickel und Karen Fälker-Herkenhöhner aufgeführt. Der lebhafte Applaus unterstrich den Eindruck einer wertvollen Komposition.

Eine weitere Uraufführung war die Choralfantasie für Querflöte, die Christoph J. Keller Jost Nickel gewidmet hatte, der dieses Werk auch interpretierte. Hier standen der Choral „ O Heiland, reiß die Himmel auf“ und das traditionelle „Dies irae“ im Vordergrund.

Der herzliche Beifall des Publikums dankte dem Interpreten und dem Komponisten. Das Programm wurde weiter ergänzt durch die „Miniaturen“ für Violine und Violoncello vor Rudolf Mors, die „Elegische Rhapsodie“ für Violoncello und Klavier von Christoph J. Keller sowie den Satz „Feuer“ aus „Klangwelten“ für Klavier, ebenfalls von Christoph J. Keller. Die Interpreten der letztgenannten Stücke waren Dorota Kölblinger, Violine, Ursula Keusen-Nickel und Norbert Körner, Violoncello, Gotthard Kladetzky und Christoph J. Keller, Klavier.

Zu den Höhepunkten des Programms zählte das 2009 komponierte Trio „Erinnerungen an Joseph Haydn“ für Violine, Violoncello und Klavier von Waldram Hollfelder. Das routinierte Ensemble Dorota Kölblinger, Ursula Keusen-Nickel und Gotthard Kladetzky, das erstmals zusammenspielte, meisterte das komplizierte Werk hervorragend im Sinne des Komponisten.

Wenige Tage nach diesem Konzert reis ten Nickel, Keusen-Nickel und Kladetzky und die Sopranistin Hanna Krieger aus Wuppertal in das Hauptstadt- Studio des DTKV nach Berlin, um vor einem erlesenen Publikum mit Adelheid Krause-Pichler, Flöte und Dorit Essaadi, Violine zu musizieren. In diesem Konzert wurde zunächst von Jost Nickel „In jüng´ren Tagen“ nach einem Text von Friedrich Hölderlin von Hanna Krieger, Jost Nickel und Ursula Keusen-Nickel zu Gehör gebracht. Hanna Krieger interpretierte darüber hinaus mit Gotthard Kladetzky, Klavier, drei Lieder von Walter von Forster nach Gedichten von Friedrich Rückert. Diese Vokalwerke wurden dankbar aufgenommen und mit herzlichem Applaus bedacht. Wie in Oldenburg kooperierten die Siegburger und Berliner Künstler musikalisch sowohl mit den 12 Miniaturen für Violine und Violoncello von Rudolf Mors als auch mit dem Trio „Erinnerungen an Joseph Haydn“ von Waldram Hollfelder. Den Violinpart übernahm in diesem Konzert die schon erwähnte Dorit Essaadi. Ebenso spielte Gotthard Kladetzky noch einmal „Feuer“ aus „Klangwelten“ von Christoph J. Keller.

Richard Maders Flötenduo „Drei Medaillons“ op. 66 wurde von Adelheid Krause-Pichler und Jost Nickel dargeboten. Adelheid Krause-Pichler gestaltete überdies eindrucksvoll das Werk „Doru“ für Soloflöte von Violeta Dinescu. Hier überzeugte die Interpretin mit unterschiedlichsten Spieltechniken und neuen Klängen für die Querflöte. Das Projekt dieser gemeinsamen Kooperationen sowohl in Niedersachsen als auch in Berlin soll fortgesetzt werden.

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