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Tom Ruhstorfer | Hans Walter Berg


(nmz) -
Zum Tod von Tom Ruhstorfer +++ Zum Tod von Hans Walter Berg
Ein Artikel von Barbara Haack, nmz-red

Zum Tod von Tom Ruhstorfer

Als „Rampen-Raubein“ bezeichnete ihn die Braunschweiger Zeitung: Tom Ruhstorfer machte zunächst mit der Band „Fee“ Karriere. Später widmete er sich der Rock- und Popmusikförderung und wurde eine zentrale Figur im Musikleben des Landes Niedersachsen. Schon in der Schulzeit schlug sein Herz für die Pop- und Rockmusik. Sein Studium der Germanistik und Politologie hielt ihn nicht davon ab, sich nach ersten Versuchen in verschiedenen Bands 1979 hauptberuflich der Musik zuzuwenden. Als „Fee“-Frontman tourte er sehr erfolgreich durch ganz Deutschland und schrieb selbst viele Songs für die Gruppe. „Amerika“, „Mach dich lieber anders tot“ oder „Schweine im Weltraum“ gehören zu den Hits der Band, die zu den frühen Vertretern der Neuen Deutschen Welle zählte. In seinem „zweiten Leben“ kümmerte sich Tom Ruhstorfer vor allem um den musikalischen Nachwuchs. Als der Landesmusikrat Niedersachsen die Stelle eines Rockreferenten schuf, war er die Idealbesetzung. Mit klugem Kopf und großem Herzen etablierte er hier Strukturen und Netzwerke, die bis heute Früchte tragen. Er war auch dabei, als es um die Standortsuche für eine Landesmusikakademie ging – und wurde deren Gründungsgeschäftsführer in Wolfenbüttel. Immer ging es ihm vor allem um die Sache, seine Person stellte er gerne in den Hintergrund. Humorvoll und den Menschen zugewandt war er für viele in seinem beruflichen Umfeld Berater und Freund. 2018 ging er in den Ruhestand. Am 4. November ist Tom Ruhstorfer nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. [Barbara Haack]

Zum Tod von Hans Walter Berg

Wie der Bundesmusikverband (BMCO) mitteilte, verstarb das ­BMCO-Ehrenmitglied Prof. Dr. Hans-Walter Berg am 8. November 2021 kurz vor seinem 90. Geburtstag nach kurzer, schwerer Krankheit. Der Dirigent und Pianist Hans-Walter Berg wurde 1931 in Detmold geboren, studierte in Freiburg Schulmusik, Musikwissenschaft und Sport. 1970 wählte ihn der Trägerverein der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen zum Gründungsdirektor. Seitdem stand er mit dem Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. (BMCO) und seinen Vorgängerorganisationen wie der Arbeitsgemeinschaft der Volksmusikverbände (AVV) und der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) in Arbeitsverbindung.

Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit an der Akademie war die Fortbildung von Musiklehrer*innen, Orchester- und Chorleitenden. 1985 verlieh ihm die Stadt Hamburg den Professorentitel. Zwölf Jahre lang war er ehrenamtlicher Bundesmusikdirektor und Pressereferent der Dachorganisation deutscher Blas- und Spielleutemusikverbände. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen verfasst, zuletzt zum Beispiel zur demografischen Entwicklung in Musikvereinigungen oder der historischen Entwicklung von Fanfarenzügen. Bundeseinheitliche Aus- und Fortbildungsprogramme für alle Sparten der Amateurmusik in Form von D-, C- und B-Lehrgängen gehen auf seine Initiative zurück. Nach seiner Tätigkeit an der Bundesakademie war er von 1995 bis 2003 als Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) tätig.

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