Noten-Tipps 2022/06

Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartette | Ludwig van Beethoven: Streichquartett op. 132


(nmz) -
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartette. Für zwei Violinen, Viola und Violoncello. Herausgegeben von Wolf-Dieter Seiffert. G. Henle Verlag HN 1120–1123 +++ Ludwig van Beethoven: Streichquartett in a-Moll. Für zwei Violinen, Viola und Violoncello. op. 132. Herausgegeben von Jonathan Del Mar. Bärenreiter Verlag BA 9032
Ein Artikel von Patrick Ohnesorg

Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartette. Für zwei Violinen, Viola und Violoncello. Herausgegeben von Wolf-Dieter Seiffert. G. Henle Verlag HN 1120–1123

Mit der vorliegenden Urtextausgabe ergänzt der G. Henle Verlag sein bereits existierendes Streichquartett-Repertoire der Wiener Klassik um sämtliche Streichquartette Wolfgang Amadeus Mozarts. Auf vier Bände verteilt erscheinen die 23 Streichquartette und werden um die drei „Salzburger Divertimenti“ ergänzt. In den Vorworten und Kritischen Berichten bietet Wolf-Dieter Seiffert als Herausgeber vielerlei Hintergrund­informationen sowie Korrekturen bisheriger Ungenauigkeiten. Dadurch, dass die Ausgabe künstlerisch vom Armida-Quartett unterstützt wurde, ist sie praxisorientiert und legt besonderen Wert auf gute Lesbarkeit und geeignete Wendestellen. Die Werke sind ebenfalls als digitale Ausgabe oder als Studienedition (HN 7120–7123) erhältlich.

Ludwig van Beethoven: Streichquartett in a-Moll. Für zwei Violinen, Viola und Violoncello. op. 132. Herausgegeben von Jonathan Del Mar. Bärenreiter Verlag BA 9032

Das Streichquartett in a-Moll op. 132 bildet einen wichtigen Bestandteil im späten Schaffen Beethovens. Über eine Viertongruppe entwickelt Beethoven im ersten Satz aus einer langsamen mysteriösen Einleitung ein Allegro, das durch virtuose Läufe der ersten Violine angeführt wird. Der zweite Satz kontrastiert dazu mit der Varianttonart A-Dur, wobei die Stimmen mehr im Zusammenspiel stehen. Das Herzstück des fünfsätzigen Streichquartetts bildet der dritte Satz, der mit dem Zusatz „Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart“ überschrieben ist. Durch den biographischen Hintergrund – Beethoven überwand in der Schaffensphase des Quartetts eine Krankheit – hat dieser Satz eine besondere Wirkung. Ein kurzer von Staccati geprägter Marsch heitert das Werk wieder etwas auf. Der Schlusssatz beginnt dazu kontrastierend mit einem etwas klagenden Charakter, blüht jedoch schnell dramatisch auf. Ein Presto-Abschnitt heizt das Ende des Streichquartetts noch einmal an, bevor es in A-Dur endet. Die Taschenpartitur (TP 932) und der Kritische Bericht (BA 9032‑40) sind separat erhältlich.

 

 

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