Personalia 2017/02


(nmz) -
Michael Kaufmann verlässt Kurt Weill Fest +++ Herbert Joos erhält Preis für Lebenswerk +++ German Jazz Trophy 2017für Abdullah Ibrahim +++ Ulrich Khuon Präsident des Bühnenvereins +++ Zum Tod des estnischen Komponisten Veljo Tormis +++ Krautrocker – Zum Tod von Jaki Liebezeit +++
Ein Artikel von nmz-red

Michael Kaufmann verlässt Kurt Weill Fest

Das Dezennium hat er nicht mehr geschafft: Aus persönlichen Gründen hat Michael Kaufmann, seit 2009 künstlerischer Leiter des Kurt Weill Fest in Dessau, vorzeitig seinen Vertrag beendet. Ursprünglich für 2018 vereinbart, endet die erfolgreiche Verbindung nun mit dem Ende des Festes 2017. „Was auf jeden Fall bleibt“, so Thomas Markworth, Präsident der Kurt-Weill-Gesellschaft, sind sechs vom Publikum gefeierte Festspiel-Programme von 2011 bis 2016 und eine rasante Weiterentwicklung des Kurt Weill Fest, die ohne Kaufmann so nicht gelungen wäre.“ Die Ausgabe 2017 unter dem Titel „Luther, Weill & Mendelssohn“ kommt noch aus der Feder von Kaufmann.

Kaufmann will sich zukünftig verstärkt seiner Intendanz bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz widmen, wo neben der Suche nach einem neuen Chefdirigenten auch ein struktureller Entwicklungsprozess auf der Agenda steht. Die nmz wird berichten.

Herbert Joos erhält Preis für Lebenswerk

Der Trompeter Herbert Joos wurde am 20. Januar 2017 im Theaterhaus Stuttgart mit dem Landesjazzpreis Baden-Württemberg, Kategorie „Sonderpreis für das Lebenswerk“ ausgezeichnet. Herbert Joos wurde am 21. März 1940 in Karlsruhe geboren und studierte dort Ende der 1950er-Jahre Kontrabass an der Hochschule für Musik, wo er auch Trompetenunterricht erhielt.

Mitte der 1960er-Jahre schloss er sich dem „Modern Jazz Quintett Karlsruhe“ an, bevor er dann in verschiedenen Formationen, etwa mit Musikern wie Hans Koller, Kenny Wheeler, Jon Christensen, Eberhard Weber und Wolfgang Dauner zu hören war. Schon bald machte Joos mit Solo-Aufnahmen, wie „The Philosophy of the Flügelhorn“, „Still Life“ oder „Day-break/The dark side of Twilight“ zusammen mit dem Radio Symphonie Orchester Stuttgart international auf sich aufmerksam. Seit den 1980er-Jahren spielte er nahezu drei Jahrzehnte lang im legendären „Vienna Art Orchestra“.

German Jazz Trophy 2017 für Abdullah Ibrahim

Zum Festivalauftakt der jazzopen in Stuttgart wird am 7. Juli die German Jazz Trophy an den südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim im Eventcenter SpardaWelt verliehen. Ibrahim gilt als prägender Einfluss für den Modern Creative Jazz und wurde im Laufe seiner Karriere musikalischer Anführer im Kampf gegen die südafrikanische Apartheid. Mit dem Preis wird er für sein Lebenswerk geehrt. Anschließend wird der Geehrte ein Solokonzert geben. Die Auszeichnung wird seit 2001 jährlich von der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg, der nmz und JazzZeitung.de sowie der Kulturgesellschaft Musik+Wort e.V. verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Zu Gast bei der 24. Ausgabe der jazzopen sind unter anderem Norah Jones & Jamie Cullum, Musiklegende Quincy Jones, George Benson, Dee Dee Bridgewater, Jacob Collier, SWR Bigband und das Stuttgarter Kammerorchester. Mehr unter: www.jazzopen.de

Ulrich Khuon Präsident des Bühnenvereins

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Theater Erfurt haben die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins einstimmig Ulrich Khuon für vier Jahre als neuen Präsidenten gewählt. Die vorgezogene Neuwahl fand statt, da die bisherige Bühnenvereins-Präsidentin Prof. Barbara Kisseler im Oktober 2016 verstorben war. Khuon ist Intendant des Deutschen Theaters in Berlin. Am 23. und 24. Januar 2017 tagte auch die Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins im Nationaltheater Weimar und diskutierte vor allem über das Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Politik. „Wir sind uns einig, dass die Theater und Orchester mit ihrer Kunst aktiv zur Sensibilisierung und Wahrnehmbarkeit gesellschaftlicher Zusammenhänge beitragen und sich klar positionieren müssen. Nationalismus, Rassismus und jeder Form von Respektlosigkeit gilt es engagiert entgegenzutreten“, sagte der Vorsitzende der Intendantengruppe, National­theaterintendant Hasko Weber. German Jazz Trophy 2017
für Abdullah Ibrahim Zum Festivalauftakt der jazzopen in Stuttgart wird am 7. Juli die German Jazz Trophy an den südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim im Eventcenter SpardaWelt verliehen. Ibrahim gilt als prägender Einfluss für den Modern Creative Jazz und wurde im Laufe seiner Karriere musikalischer Anführer im Kampf gegen die südafrikanische Apartheid. Mit dem Preis wird er für sein Lebenswerk geehrt. Anschließend wird der Geehrte ein Solokonzert geben. Die Auszeichnung wird seit 2001 jährlich von der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg, der nmz und JazzZeitung.de sowie der Kulturgesellschaft Musik+Wort e.V. verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Zu Gast bei der 24. Ausgabe der jazzopen sind unter anderem Norah Jones & Jamie Cullum, Musiklegende Quincy Jones, George Benson, Dee Dee Bridgewater, Jacob Collier, SWR Bigband und das Stuttgarter Kammerorchester.

Zum Tod des estnischen Komponisten Veljo Tormis

„Ich benütze keine Volkslieder, die Volkslieder benützen mich“. Das Credo des estnischen Komponisten Veljo Tormis ist von derselben Klarheit und scheinbaren Einfachheit  wie seine Musiksprache. Tormis schuf über 500 Chorkompositionen, von denen die meisten auf traditionelle estnische – oder genauer livonische, votische, izhorische, ingermanische, vepsische oder karelische Volkslieder zurückgehen. Tormis war der maßgebliche Musikethnologe des baltisch-finnischen Kulturraumes. Seine Forschungen über das estnische Volkslied führten ihn weit zurück in die Musiktraditionen einer uralten, vorchristlich-schamanischen Zivilisation, ansässig zwischen dem heutigen St. Petersburg und Tallin.

Zunächst als Musikschullehrer in Tallin, dann als Berater bei der Komponistenvereinigung der Estnischen SSR tätig, arbeitete Tormis seit 1969 als freischaffender Komponist. In den 90er-Jahren verschafften ihm die ersten Einspielungen seiner Werke mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor unter Tönu Kaljuste eine größere Öffentlichkeit. Zu nennen sind hier die CD-Editionen „Forgotten Peoples“ oder „Litany to Thunder“ (beide ECM New Series). Heute zählen seine Werke zum Standardrepertoire vieler Chöre, zum einen wegen ihrer Authentizität und Originalität, aber auch wegen ihrer für Neue Musik sehr fasslichen Klangsprache. Veljo Tormis starb am 21. Januar 2017 im Alter von 87 Jahren. ak

Krautrocker – Zum Tod von Jaki Liebezeit

Egal ob Freejazz mit Manfred Schoof oder dem Globe Unity Orchestra, Rock mit Gianna Nannini, Pop mit Depeche Mode oder Brian Eno, Kommerz mit Marius Müller-Westernhagen oder Schiller, Experiment mit Werner Kiera alias Datenverarbeiter oder solo in magischen Auftritten – der Schlagzeuger Jaki Liebezeit blieb sich und seiner rhythmischen Auffassung stets treu: „Du musst monoton spielen, also immer wieder das Gleiche, den gleichen rhythmischen Zyklus wiederholen, wiederholen, wiederholen. Dann entsteht Groove.“

Bekannt wurde Liebezeit als Mitgründer und einziger Schlagzeuger der legendären Band „Can“, die Elemente der elektronischen Musik aus dem Kölner Stockhausen-Studio mit Freejazz und Hard Rock zu einem neuartigen, bald legendären Musikstil namens Krautrock mischte.

Jaki „Hans“ Liebezeit starb am 22. Januar 2017 im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. ak

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