Projekt „gesundes orchester“

Gesundheit gehört zum festen Repertoire


(nmz) -
Wenn die Junge Philharmonie Ostwürttemberg probt, beginnt der Tag mit einem Orchesterfit. Denn Warm Ups, aber auch Cool Downs und Entspannungsübungen, gehören seit der Zertifizierung zum “gesunden orchester” vor zwei Jahren zum festen Probenplan.
Ein Artikel von (nmz-red)

Das kommt gut bei den Musikern an. „Ich finde, „gesundes orchester“ hat zwei große Vorteile: zum einen entspannt man wieder körperlich zwischen den Proben“, meint Kontrabassistin Anna Stephany, „und zum anderen ist es entlastend, mit einer vermeintlich anderen Sache in Berührung zu kommen. Man bekommt den Kopf frei und startet frischer in die Probe.“ Chefdirigent Uwe Renz ergänzt: “Das Bewegungsprogamm, die Übungen, sind gesund für Körper und Geist.”

Im Probenalltag wird auch auf ergonomische Aspekte, wie den Einsatz von Schallschutz und speziellen Musikerstühlen, geachtet. Darüberhinaus haben die Gesundheitsmentorinnen des Orchesters, Kristin Schwarz und Julia Weidner, ein Auge darauf, dass die Musiker auf sich und ihre Körper achten. Und sie erkennen, wann jemand zum Arzt gehen sollte - und zu welchem. Ihr Engagement hilft, musikerspezifischen Erkrankungen vorzubeugen und die Effizienz der Probenarbeit zu steigern.

Um diese Qualifikation zu erlangen, haben die beiden an der Weiterbildung „gesundes orchester“ der Stiftung Schloss Kapfenburg in Lauchheim teilgenommen. „Mich hat aus physiotherapeutischer Sicht interessiert,  welche musikerspezifischen Krankheiten es gibt und wie diese schon durch gute Prävention und Aufklärung gelindert bzw. behoben werden können“, erklärt Weidner, die bereits seit Jahren als Physiotherapeutin für die JPO tätig ist. „So kann ich noch besser auf die Musiker und ihre Bedürfnisse eingehen.“

In vier Modulen wurden sie und die anderen Teilnehmer in Bereichen wie Musikermedizin, mentale Gesundheit, Ergonomie, Bewegung und Körperwahrnehmung geschult, in der abschließenden Praxisphase erprobten sie das Gelernte am Modellorchester. Nachdem die Inhalte schließlich in den Orchesteralltag implementiert waren, erhielt das Leistungsorchester im Juli 2015 das Zertifikat “gesundes orchester”.

Dieses attestiert, dass die Probenarbeiten und Auftrittsvorbereitungen unter idealen musikphysiologischen und -psychologischen Bedingungen stattfinden. So auch, wenn die Junge Philharmonie Ostwürttemberg in Kürze mit den Proben für ihr Herbstprojekt beginnt. Neben der Gesundheit steht dieses ganz im Zeichen des Reformationsjahres. Die anschließenden Konzerte führen die Musiker nach Aalen, Metzingen, Giengen und Schwäbisch Gmünd.

„gesundes orchester“ wird von der Techniker Krankenkasse und der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg unterstützt. Die nächste Weiterbildung startet im Frühjahr 2018. Modellorchester in diesem Durchlauf ist das Landesjugendorchester Baden-Württemberg, das kurz vor der Zertifizierung zum „gesunden orchester“ steht.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf: www.fit-mit-musik.de

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