Rückblende 2016/04

Vor 50 und vor 100 Jahren


(nmz) -
+++ Vor 100 Jahren: ... so kommen wir wieder zu der Forderung zurück, dass das ganze Volk kultiviert werden muss, wenn der säende Tondichter eine erntende Menge hinter sich herziehen sehen will, sei es auch erst zu einer späteren Zeit. Solange die Musik Privateigentum derjenigen war, die den teueren Musikunterricht bezahlen konnten, war an Erfüllung der Forderung nicht zu denken. +++ Vor 50 Jahren: Um Zusammenarbeit der Bläser und die Teilhabe am Wettbewerb „Jugend musiziert“ ging es bei den Jugend-Bläsertagen der Arbeitsgemeinschaft der Volksmusikverbände in Sindelfingen +++
Ein Artikel von Eckardt Rohlfs

Vor 100 Jahren

… so kommen wir wieder zu der Forderung zurück, dass das ganze Volk kultiviert werden muss, wenn der säende Tondichter eine erntende Menge hinter sich herziehen sehen will, sei es auch erst zu einer späteren Zeit. Solange die Musik Privateigentum derjenigen war, die den teueren Musikunterricht bezahlen konnten, war an Erfüllung der Forderung nicht zu denken. Aber schon hat sich der Staat ins Mittel gelegt und verpflanzt die Musik in der zugänglichsten Form, nämlich den Gesang, in den Lehrplan aller Schulen. Sind die offiziellen Lehrpläne der deutschen Staaten oft auch recht kraus und verlangen hier zu wenig und da zu viel, so sind sie doch ein Anfang, die Musik zum Allgemeingut der Nation zu machen. So berichtet P. Stoeving auf dem ersten Internationalen Musikpädagogischen Kongress in Berlin von den ausgezeichneten Erfolgen in musikalischer Jugenderziehung, die man an einigen der ihm unterstellten Schulen gemacht hätte, indem nämlich sämtliche Jungen und Mädels Geigen (billigster Marke allerdings) in die Hand bekamen und nun in Klassen einfache Melodien spielen lernten. Bekanntlich übt das Spielen eines Streichinstrumentes die Treffsingekunst mehr als ein anderes Instrument, und für das klassenweise Spiel ist die Geige entschieden auch das geeignetste Instrument.

Vor 50 Jahren

Um Zusammenarbeit der Bläser und die Teilhabe am Wettbewerb „Jugend musiziert“ ging es bei den Jugend-Bläsertagen der Arbeitsgemeinschaft der Volksmusikverbände in Sindelfingen zur Vorbereitung des 4. Wettbewerbes „Jugend musiziert“ für Blasinstrumente mit Beispielvorführungen für das bläserische Spiel in kleinen Gruppen. Gleichzeitig führt die Arbeitsgemeinschaft für Musikerziehung und Musikpflege als Träger der Wettbewerbe „Jugend musiziert“ eine Arbeitstagung durch, bei der die Durchführung des (2.) Bläserwettbewerbes 1966/67 mit den beteiligten Verbänden und Organisationen der Musikerziehung und der bläserischen Volks- und Laienmusik gemeinsam beraten wurde.

Im Vordergrund steht eine engere Zusammenarbeit in Fragen der bläserischen Literatur. Ein neues Auswahlverzeichnis der für diesen Wettbewerb in den verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Besetzungen und Epochen besonders in Betracht kommenden Werke befindet sich in Vorbereitung.

Im Berliner Blätterwald ist von den Musiklehrern die Rede: Eine halbe Million DM sollte den Lehrern der zur Zeit elf  bestehenden Volksmusikschulen zusätzlich zugute kommen. Schade nur, dass die in Aussicht gestellte Durchführungsverordnung einen Fehler aufwies: nicht die Lehrer, sondern die Elternschaft hatte Aussicht, eine halbe Million DM als Zuschuss für den Musikunterricht zu bekommen. Die Aussicht auf diese widersinnige Auswirkung führte Westberliner Musiklehrer zu einer bisher nicht bekannten Einmütigkeit. Die Senatsdienststellen begannen eiligst einen Weg zu suchen, der es ermöglichen soll, den Lehrern zu einer über das ganze Jahr währenden Vergütung in Höhe von 40 DM pro Schüler und Monat zu verhelfen.

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