Seltene Kostproben

Abschlusskonzert des Workshops Barockgesang


(nmz) -
"Venite, venite, venite sitientes ad aquas domini." – "Kommt, Kommt, kommt, die ihr dürstet nach den Wassern des Herrn." Mit dieser Einladung begann das Abschlusskonzert des dreitägigen Workshops Barockgesang, der mit Unterstützung des Tonkünstlerverbandes Coburg veranstaltet wurde.
Ein Artikel von Wendelin Mark

Komponiert hatte diese Motette Monteverdi, und gesungen wurde sie im Duett. Das Thema war erst vom Sopran zu hören, dann setzte der Alt ein und die beiden Stimmen verwoben sich miteinander. Immer wieder war die Einladung zu hören: „Venite, venite, venite.“ Und die Menschen waren tatsächlich gekommen. Zwar vielleicht nicht so sehr um sich an den Lehren Gottes zu sättigen, dafür aber um Musik zu hören, wie sie nicht alle Tage gesungen wird. Dabei waren weniger die Komponisten ausschlaggebend, als vielmehr die Art und Weise des Vortrags. „Bei dieser Art von Musik ist ein spielerischer Umgang mit dem Notenmaterial gefragt“, erläuterte die Dozentin Nele Gramß.

„Nicht alles, was gesungen werden soll, steht auch so in den Noten.“ Um den Vortrag zu üben und Verständnis für diese Musik zu wecken, hatte sie zusammen mit ihrer Kollegin und Freundin Monika Bürgener den Kurs veranstaltet. In den drei Workshop-Tagen wurden die acht Teilnehmer und Teilnehmerinnen jeden Tag von beiden Lehrerinnen einzeln unterrichtet.

Da der Kurs sich an Menschen richtete, die sich schon mit der Barockmusik beschäftigt hatten, aber noch mehr darüber erfahren wollten, war die Gruppe sehr gemischt – eine Kirchenmusikerin, eine Romanistik-Studentin, ein FSJ-ler et cetera. Doch auch die beiden Dozentinnen gingen ganz unterschiedlich vor. Während die eine eher versuchte, die schlummernden Energien wach zu kitzeln, legte die andere mehr den Fokus auf das Verständnis und die Kreativität. „Ich kümmere mich um’s Handwerk und Nele um die Kunst“, sagte Monika Bürgener und lachte.

Dementsprechend war auch das Konzert von Unterschieden geprägt. Mal wurde Monteverdi im Duett gesungen, mal Bach ganz alleine und dann Schütz zu viert. Dabei sorgte Henrike Seitz an Klavier und Cembalo für intonatorische Unterstützung. „Es war eine sehr schöne und produktive Atmosphäre“, sagte Monika Bürgener abschließend.

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