Singen als Gemeinschaftserlebnis und die Kunstform Oper

Der Junge Ohren Preis 2017 wurde in Frankfurt an Rainer O. Brinkmann und die Bildungsinitiative SING! des Rundfunkchors Berlin verliehen


(nmz) -
Die beiden Preisträger des 12. Junge Ohren Preis stehen fest: Ende November nahm der Rundfunkchor Berlin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main die Auszeichnung in der Kategorie „Programm“ für seine Bildungsinitiative SING! entgegen. Preisträger in der Kategorie „Exzellenz“ ist der Musiktheatervermittler Rainer O. Brinkmann (Foto: Oliver Roeckle). Der Junge Ohren Preis prämiert jährlich herausragende Vermittlungsprogramme und würdigt Musikvermittler/-innen für ihre beispielhafte Arbeit. Er gilt als renommiertester Wettbewerb seiner Art im gesamten deutschsprachigen Raum und setzt Zeichen für ein lebendiges und modernes Musikleben.
Ein Artikel von nmz-red

In der Kategorie „Programm“ wird der Rundfunkchor Berlin für seine Bildungsinitiative SING! ausgezeichnet. Um das Singen als Kulturtechnik und als Gemeinschaftserlebnis im (Schul-)Alltag zu etablieren, spannt SING! unterschiedliche Kräfte zusammen: Schulklassen und ihre Lehrer/-innen, professionelle Chorleiter/-innen und Musikpädagogen/-innen sowie SING!-Patinnen und -Paten aus den Reihen des Rundfunkchors. Dabei sorgen über die Projektdauer von drei Jahren aufeinander abgestimmte Bausteine für Nachhaltigkeit: Die Gründung von SING!-Chören an den Schulen, kontinuierliche und verbindliche Fortbildungen für Lehrkräfte, Auftritte unter anderem bei der Liederbörse des Rundfunkchors sowie Schulbesuche durch SING!-Patinnen und -Paten. In diesem Setting stellt SING! sich als überzeugendes Gesamtkonzept dar und macht spürbar, wie ein Klangkörper authentisch gesellschaftliche Wirkung entfalten kann.

Mit der Auszeichnung von Rainer O. Brinkmann in der Kategorie „Exzellenz“ würdigt die Jury einen Musiktheatervermittler, der sich in herausragender Weise für die Vermittlung der Kunstform Oper einsetzt. Der Aufbau des Education-Programms an der Staatsoper Unter den Linden seit 2001 geht maßgeblich auf sein fachliches wie persönliches Engagement zurück. Zusammen mit Fachkollegen/-innen etablierte er die Methode der Szenischen Interpretation von Musik und Theater im Musikunterricht sowie an Opernhäusern im deutschsprachigen Raum. Er ist Mitbegründer des weltweit ersten Ausbildungsgangs für Musiktheatervermittlung an der Universität Mozarteum in Salzburg. Die Vizerektorin der Universität Sarah Wedl-Wilson überreichte mit einer herzlichen Laudatio den Preis an Rainer O. Brinkmann.

Die Preisverleihung wurde moderiert von Malte Arkona. Unterstützung erhielt er von „Marketingschwein Lothar“, einem tierischen Mitglied der Berliner Puppenphilharmonie. Mit einem Hornquintett und dem Projekt „PianoTubaTechno“ verlieh die junge norddeutsche philharmonie  der Preisverleihung einen besonderen musikalischen Schwerpunkt. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt erweiterte das musikalische Rahmenprogramm mit einem Intro von Christopher Brandt (Gitarre) und Lucas Fels (Cello) sowie dem Chor der Musterschule Frankfurt unter der Leitung von Kristin Voigt.

Die Jury des 12. Junge Ohren Preis besteht aus Hans Reinhard Biere (Deutsche Orchestervereinigung), Bettina Büttner-Krammer (Wiener Symphoniker), Matthijs Bunschoten (Musikkollegium Winterthur), Ute Legner (MEHR MUSIK! Augsburg), Irena Müller-Brozovic (Verein Musikvermittlung Schweiz+), Dr. Kerstin Unseld (SWR2), Pascal Sticklies (Philharmonie Luxembourg und Orchestre Philharmonique Luxembourg), Dr. Lisa Unterberg (Jeunesses Musicales Deutschland) und Hartmut Welscher (VAN Magazin).

Der Junge Ohren Preis wird gefördert von der Gesellschaft für Leistungsschutzrechte. Medienpartner des Junge Ohren Preis sind Deutschlandfunk Kultur, die neue musikzeitung und die Zeitschrift „Das Orchester“.

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