Soundtracks 2018/10

Kubrick‘s Music (Cherry Red/Rough Trade)


(nmz) -
Er gehört zu den wichtigsten Regisseuren des 20. Jahrhunderts: Stanley Kubrick. Ein Perfektionist des Weltkinos. Aber natürlich soll es hier nur um die Musik zu seinen Filmen gehen, die hier auf vier CDs zusammengestellt wurde. Angefangen hatte Kubrick Mitte der 50er, als das Golden Age of Filmmusic gerade zu Ende ging. Einen der letzten ganz großen Epic-Scores dieser Endphase komponierte Alex North für Kubricks „Spartacus“.
Ein Artikel von Viktor Rotthaler

Derselbe North, der später auch die Musik liefern sollte für „2001“. Zum ersten Mal hatte Kubrick in „Dr. Seltsam“ mit bekannten Musiknummern geschickt musikdramaturgisch gespielt. Obwohl klar war, dass Alex North für sein nächstes Projekt „2001“ einen klassischen Score komponieren würde, spielte Kubrick beim Schnitt mit sogenannten „Temp Tracks“ (vorhandene Musik, die irgendwie zum Rhythmus und zur Stimmung passen könnte) herum. Und verliebte sich dabei in seine musikalische Auswahl.

Der Rest ist Filmmusikgeschichte: Wer denkt bei „2001“ nicht sofort an „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, den „Donauwalzer“ von Johann Strauß oder an Ligetis Sphärenklänge. Alex North allerdings hatte das Nachsehen. Erst im Kino soll er erfahren haben, dass Kubrick seinen Score nicht verwendet hatte. Kubrick hatte mit „2001“ die musikdramaturgische Formel gefunden, die all seine Filme bis zu seinem Schwanengesang „Eyes Wide Shut“ prägen sollte, den ikonischen Kompilationssoundtrack. So führte er sein Konzept fort: „Clockwork Orange“ war eine bizarre Beethoven-Hommage mit Synthiklängen von Walter Carlos, inklusive einer „perversen“ „Singin‘ In The Rain“-Einlage; „Barry Lyndon“ orchestrierte er mit Händel und Mozart und zeitgenössischen Märschen; „Shining“ wurde grundiert von Bartók- und Penderecki-„Sounds“, Herzstück von „Eyes Wide Shut“ war ein Schostakowitsch-Walzer, der leider in der Box fehlt.

 

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