Starke Partner entfalten Wirkung

Bayerische Musikverbände und die Bayerische Musikakademie Marktoberdorf


(nmz) -
Die bayerische Musiklandschaft verfügt über zwei bedeutende Errungenschaften: den Bayerischen Musikplan und eine für alle Laienmusikverbände gültige Prüfungsordnung für Ensembleleiter. Aus diesen beiden Dokumenten ergeben sich auch Aufgaben und Tätigkeitsfelder für die Musikakademien im Verhältnis zu den Musikverbänden.
Ein Artikel von N.N.

Im Bayerischen Musikplan werden die drei Bayerischen Musikakademien als „zentrale Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung für alle Bereiche der Musik“ bezeichnet. „Dabei verknüpfen sie Laienmusizieren und professionelle Musikausübung und kooperieren mit Verbänden, Schulen und anderen musikalischen Bildungseinrichtungen.“ In der Prüfungsordnung zur staatlichen Anerkennung von Dirigenten ist festgelegt, dass die Prüfungen von den Musikakademien in Zusammenarbeit mit den Verbänden durchzuführen sind und der künstlerische Leiter der Musikakademie Mitglied des Prüfungsausschusses ist.

Eine kluge Richtlinie für beide Seiten. So erfährt die Akademie von den Nöten und Sorgen der Musikverbände, die sie hier an die richtige Adresse bringen. Jeder weiß um die Stärken, Besonderheiten und Möglichkeiten des anderen. „Denn jede Zusammenarbeit ist nur so gut, wie die Kommunikation der beteiligten Personen“, betont Karl Zepnik, künstlerischer Leiter der Baye-
rischen Musikakademie Marktoberdorf.  „Unser großes Ziel ist es, Musiker aller Sparten zusammenzubringen und die Musik in Bayern zu stärken“, erklärt er weiter. Dafür gibt es verschiedene Modelle der Kooperation mit den Verbänden. Zum einen Kurse wie „Junior-Assistent Ensemble-Leitung“ für Jugendliche aus dem Chor- und dem instrumentalen Ensemble-Bereich, oder der Kurs „Atmung-Stimme-Haltung“, der übergreifend Vokalisten und Instrumentalisten anspricht. Dafür machen die Verbände Werbung oder fördern die Teilnahme ihrer Mitglieder. Auch der Kurs „Kinderchorleitung“ gehört in diese Kategorie. Zum anderen gestalten und finanzieren die Verbände auch Akademiekurse mit, wie zum Beispiel der Bayerische Blasmusikverband bei „wind-richtung“, einer Fortbildungsreihe für sinfonische Blasmusik, der Bayerische Sängerbund und der Chorverband Bayerisch-Schwaben beim alljährlichen „Chormusik von …“-Kurs, zu dem renommierte zeitgenössische Komponisten eingeladen werden. Eine enge Zusammenarbeit in Sachen Jazz findet mit dem Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen bei den Jazz-Fördermaßnahmen „Jazz Juniors“, „Combo Kicks“ und dem Wettbewerb von „Jugend jazzt“ statt.

Auch Meisterkurse im Laienbereich, wie zum Beispiel der Saxophonkurs mit dem Raschèr Saxophone Quartet  werden in der Musikakademie veranstaltet. „Solche Fortbildungen sind auf der Ebene eines einzelnen Verbandes oft schwer zu realisieren – wir haben da bessere Möglichkeiten, Referenten und Teilnehmer verbandsübergreifend zu mobilisieren“, erklärt Andreas Grandl, Kursorganisator in Marktoberdorf.

Gegenseitige Impulsgebung und Austausch entsteht auch bei Belegungen der Musikakademie durch Eigenkurse der Verbände. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen der Verbände und deren Auswahlensembles wie das Landes-Jugendjazzorchester Bay-ern, die Schwäbische Chorakademie, der Jugendchor des Bayerischen Sängerbundes, das Bayerische Landeszupforchester, der Bayerische Landesjugendchor und so weiter. „Wir sind hier in gewissem Sinn auch eine Kontaktbörse“, beschreibt Jürgen Schwarz, Geschäftsführer der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf, die Situation. Er sieht eine der Hauptaufgaben der Musikakademie als Begegnungs- und Austauschstätte für Bay-erns Laienmusiker. „In der Zukunft wird es noch wichtiger sein, dass die Musiker in Bayern näher zusammenrücken, um ihre Ziele voranzubringen. Nur gemeinsam werden die Verbände in Politik und Ministerien gehört und die Laienmusik erhält weiterhin den Stellenwert, den sie als bedeutendes Kulturgut verdient.“

Das könnte Sie auch interessieren: