Was müssen Sängerinnen alles beherrschen?

Das Festival des Frankfurter Tonkünstlerbundes zum Tag der Musik · Teil 2


(nmz) -
Im Popkonzert wirbelte dann Margaretha Bessel mit ihren Schülerinnen vom „Free your voice Institut“ über die Bühne und bot Songs von Adele bis Bruno Mars – auch zum Mitsingen. Dazwischen zeigten Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 19 Jahren ihr Können. Das durchweg zahlreiche Publikum zeigte sich hocherfreut über diese Vielfalt im schönen Rahmen der Jugendstilaula der Ziehenschule.
Ein Artikel von Ute-Gabriela Schneppat

Aspekte des klassischen Gesangs“ in der Aula der Wöhlerschule/ Frankfurt war ein weiterer Schwerpunkt des FTKB-Festivals: Drei unterschiedliche Veranstaltungen boten Einblick nicht nur vor, sondern vielmehr auch hinter die Kulissen der Welt des klassischen Gesangs. Schuberts Schwanengesang wurde von dem Tenor Bernd Schirmer und der Pianistin Ruta Rudvalyte eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Unter dem Motto „Wie lernt man das Sängerhandwerk?“ gab die international renommierte Wagner-Sängerin und jüdische Kantorin Leah Frey-Rabine bei einer Meisterklasse Einblicke ins Gesangsstudio, vom „Einsingen“ bis zum detaillierten Ausarbeiten eines Gesangstückes.

Beim Opernkonzert „Vielfalt der Sängerauftritte: Was müssen SängerInnen alles beherrschen?“ mit Sänger/-innen der Oper Frankfurt, des Mainfranken Theaters Würzburg und der Pianistin Karin Heidrich waren Szenen und Arien von Weber, Mozart und Verdi zu hören. Hier führte Leah Frey-Rabine das begeisterte Publikum durch unterschiedliche Arten der Auftritte, die die Opernsängerlaufbahn mit sich bringt, von der inszenierten Oper über den konzertanten Auftritt, bis hin zum Vorsingen – ein hochinteressanter Einblick und Ausflug in die Welt des klassischen Gesangs!

„Gesang“ war auch der thematische Schwerpunkt bei den Veranstaltungen im KLANGFORUM in Frankfurt- Niederursel: Auch hier gab es den Schubert’schen Schwanengesang zu hören – durch die beiden hochkarätigen Künstlerinnen Rica Rauch, Alt und Dietburg Spohr, Klavier in vorbildlicher Weise interpretiert.

Eine ausgesprochene Rarität im Konzertbetrieb war die Aufführung der Schubert-Lieder nach Johann Baptist Mayrhofer durch Frieder Anders, Bariton und Diana Filipova, Klavier. Schubert vertonte insgesamt 47 Gedichte Mayrhofers, der zeitweise sogar ein Zimmergenosse Schuberts war. Inhaltlich umspannen die Gedichte den Bogen vom Dunkel zum Licht. Aber auch diese düsteren Texte leuchten immer im Glanz von Schuberts Musik, wie die beiden Interpreten eindrucksvoll bewiesen. Umrahmt wurden die Konzerte durch Präsentationen der in mehrfacher Hinsicht verschiedenartigen Gesangstechniken nach dem Solar-Lunar-Prinzip (Atemtypen!).

Außerdem fand eine hochinteressante Round-Table-Diskussion zur komplexen Kunst der Klavierbegleitung mit Prof. Dr. Alfred Stenger, Komponist und Musikwissenschaftler, dem Pianisten und Publizisten Gerhard Schroth, sowie Gerhard R. Koch, FAZ statt. Abgerundet wurde der Tag im KLANGFORUM durch die Aufführung suggestiv- erregende Melodramen von Schubert, Schumann, Wagner und Liszt durch Dietburg Spohr, Rezitation und Gerhard Schroth, Klavier – die Krönung eines gelungenen Festivaltages.

Jazzgesang wiederum gab es durch die Chöre des FTKB-Mitglieds Regina Klein zu hören: Swing, Bebop, groovige Latin-Songs und sanfte Jazzballaden, aber auch einige Popstücke. Das Konzert im Zukunftspavillion auf dem Roßmarkt mit dem Frankfurter Frauenjazzchor-Projekt und Bird’s Talk war ein voller Erfolg! Es war voll, alle hatten Spaß und sogar das Wetter spielte mit. Das Publikum war begeistert, hat sogar auch mitgesungen – was will man mehr?

Ein ganz besonderes Konzert fand in der Fabrik Frankfurt-Sachsenhausen statt: Ein Konzert für Kleinkinder mit der Gruppe ELVENHAIN der FTKB-Mitglieder Johanna-Leonore Dahlhoff und Katharina Filine Grossardt. Der Besucherraum war vollständig mit Familien gefüllt! Bei leckerem Kuchen saßen alle zufrieden auf ihren Stühlen oder kamen im Falle einiger neugieriger kleiner Nasen näher an und/oder auf die Bühne. Die Kinder haben auch gerne Bewegungen nachgeahmt, die Johanna ihnen vorgemacht hat und die Erwachsenen haben sie kräftig unterstützt, wenn danach gefragt worden ist, mitzusingen! Der Veranstalter war derart begeistert, dass er Folgekonzerte für die Sachsenhäuser, bzw. Frankfurter Familien anbieten möchte.

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