Wir müssen uns arrangieren und nach vorne schauen

Jahrhundertkatastrophe wird von allen als Zumutung empfunden


(nmz) -
Niedersachsen (Nds). Der nicht enden wollende Lockdown macht uns mürbe! Im Bund-Länder-Gipfel am 11. Februar festgelegt, ist eine Verlängerung vorerst bis 7. März notwendig: die Sorge um die Mutationen ist groß.
Ein Artikel von Gunter Sokolowsky

Die deutsch-italienische Pianistin Sophie Pacini (NDR, DAS 27.1.) verglich die Pandemie mit der Fermate: einem Haltepunkt. Noch sei der Virus nicht zu beherrschen, wir sollten uns mit ihm arrangieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bundespressekonferenz 21.01.): „Wir wissen, dass das Virus für uns alle eine Zumutung ist. Diese Pandemie ist eine Jahrhundertkatastrophe“ … Gesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete dies (05.02.) als „Stresstest für uns alle“.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (GT 18.01.) bemerkte, dass die Bundesregierung große Versprechungen für Coronahilfen gemacht hat und forderte dazu mehr Tempo vom Bund, da die Hilfsprogramme viel zu bürokratisch seien.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte im ARD-Morgenmagazin (21.01.): „Wir wollen kein bürokratisches Gebilde, sondern wir wollen es flexibel im Interesse aller. Für Soloselbständige haben wir zum ersten Mal Hilfen vorgesehen, gelten für alle, die können bis Juni 2021 als Fixkostenpauschale bis 7500 Euro€abrechnen. Das wird ihnen helfen, über die schwierigen Monate zu kommen“. Nur Steuerberater dürfen Hilfs-Anträge stellen. Natürlich kostet das! Da kenne ich Soloselbständige, welche sich diesen nicht leisten können.

Doch: die guten Absichten unserer Regierenden werden auf allen Ebenen durch den vorhandenen starren Bürokratismus stark ausgebremst. Die unvollständige Digitalisierung durch unseren föderalen Staat muss durch Taten dringend beseitigt werden.

Die von der Koalition Anfang Februar zugesagte weitere Milliarde als Corona-Hilfen für den Kulturbereich wird Wirkung zeigen. Ob bei unseren Verbandsmitgliedern auch etwas ankommen wird? Fixkostenhilfe ist ja gut und schön, wer unserer Mitglieder hat diese? Was ist mit Geld „zum Leben“? Der Künstlerberuf ist mehr als eine Berufung. Daher ist es verständlicherweise beschämend, Grundsicherung o.ä. zu beantragen. Auch wenn die Rentenversicherung über die KSK weiterläuft, ist jeder dann doch krankenversichert und bekommt Unterstützung fürs „tägliche“.

In der Südwestpresse wurde Mitte Dezember 2020 über die Forderung des Deutschen Kulturrates berichtet, dass angesichts der Verlängerung und Verschärfung der Corona-Einschränkungen mehr Unterstützung für die Kreativwirtschaft dringend notwendig sei. Lesen Sie dazu das Interview mit dem Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, in der nmz 2/2021, S. 25. Dr. Viola Priesemann, Max-Planck-Forscherin Göttingen, sagte (GT 5.2.), dass sich in kurzer Zeit die Mutationen auch in Deutschland deutlich ausbreiten werden. Mit Konsequenz und moderaten Kontaktbeschränkungen sei der Sommer gut zu überstehen.

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat am 3. Februar beschlossen, dass der aufsuchende praktische Fahrunterricht erlaubt ist. „Damit ist auch der aufsuchende Unterricht im Bereich der außerschulischen Bildung in einer Eins-zu-eins-Situation wie Nachhilfe, Musikunterricht derzeit wieder erlaubt“, so Kosima Leonhard, Leiterin des Ordnungsamtes des Landkreises Ammerland. Der australischstämmige Intendant und Regisseur Barrie Kosky (Komische Oper Berlin) äußerte sich (rbb Abendschau 23.1.) während der Proben zu Brechts „Dreigroschenoper“ am Berliner Ensemble, dass die vergangenen Monate auch für ihn … eine minimalistische Gefühlsgeisterbahn war. Er habe sich damit abgefunden, das es keine normale Spielzeit gebe. Diese Art „Amputation“ sei besser als monatelanges Leiden, nun mit der Hoffnung auf etwas …

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2021 fand coronabedingt ohne Publikum als Botschaft der Hoffnung für Millionen Zuhörer weltweit statt. Der italienische Dirigent Riccardo Muti nannte es ein ungewöhnliches Konzert, aber Künstler und Menschen glauben an die Botschaft der Musik für Freude, Hoffnung, Frieden und Liebe. Riccardo Muti appelierte an die Politiker in aller Welt, Kultur auch in diesen Zeiten wertzuschätzen, zu beachten. Kultur sei eines der wichtigsten Mittel für ein besseres Miteinander, für eine bessere Gesellschaft, für eine bessere Zukunft und deshalb zu unterstützen.
Bleibt uns nichts anderes, als da durchzukommen. Es ist schwer, diszipliniert zu sein. Schaffen wir uns Lichtblicke!

 

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