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Alle Artikel kategorisiert unter »Corina Kolbe«

Bedrückender Schatten statt Freiheitseuphorie

29.02.20 (Corina Kolbe) -
Eine hohe, schmutzig angelaufene Betonmauer säumt den Fußweg, über den Besucher zur JVA Tegel gelangen. Wer die Schleuse passieren will, muss erst persönliche Gegenstände wie Geldbörse, Schlüssel und Handy in einem Schließfach deponieren. Die Justizvollzugsanstalt im Norden Berlins, eine der größten in Deutschland, ist zurzeit mit mehr als 800 männlichen Häftlingen und Sicherungsverwahrten belegt. Hinter den vergitterten Fenstern von Gebäuden, die teils noch aus der Kaiserzeit stammen, bewegen sich undeutliche Schatten. Man hört einzelne Rufe hinausschallen. Schließlich erreicht die Besuchergruppe die unter Denkmalschutz stehende Teilanstalt III, die seit 2013 wegen der unzumutbaren Enge ihrer Zellen nicht mehr genutzt werden darf.

Vielfältige Chancen für den Nachwuchs

29.08.19 (Corina Kolbe) -
In Luzern und Davos geben ehemals geförderte Musiker ihre Erfahrungen an Jüngere weiter. Die beiden Festivals sehen Alumni-Netzwerke als zukunftsträchtige Ressource.

Ein Gegenentwurf zu Leistungsdenken und Konformität

06.01.19 (Corina Kolbe) -
Soziales Engagement statt Konkurrenzdenken. Mit ihrer Bewegung „Partitura“ will die Pianistin Maria João Pires junge Solistinnen und Solisten vor der Isolationsfalle bewahren. Mit Klaviertalenten aus aller Welt und der Schauspielerin Mona Petri präsentierte sie sich in Zürich in einem literarisch inspirierten Recital zum Thema „Raum und Zeit“.

Den eigenen Mythos überlebt

27.11.18 (Corina Kolbe) -
Noch bis zum kommenden März ist in Genua die Ausstellung „Paganini Rockstar“ zu besichtigen. An den großen Geigenvirtuosen und Komponisten erinnert das Label Dynamic mit der ers­ten Gesamtedition seiner Werke. Auf den Aufnahmen ist auch Paganinis Lieblingsvioline „Il Cannone“ zu hören.

Tischtennis-Doppel und andere prägende Erfahrungen

07.09.18 (Corina Kolbe) -
Mehr als 20.000 Zuschauer drängen sich an jenem Abend auf den steilen Rängen der Berliner Waldbühne. Im Orchester zückt jemand eine Kamera und fotografiert dieses schier unendliche Menschenmeer, wie man auf einem privaten Schnappschuss sehen kann. „Es war ein gigantisches Erlebnis, wir befanden uns alle in einer Art Ausnahmezustand“, beschreibt der in Ost-Berlin aufgewachsene Bratscher Thomas Selditz seine Eindrücke vom Freiluftkonzert des Gustav Mahler Jugendorchesters am 6. August 1988.

Im schmerzlichen Bewusstsein der eigenen Endlichkeit

31.10.17 (Corina Kolbe) -
Eine kahle Häuserfront, an deren linker Seite sich ein Innenraum öffnet. Eine Familie sitzt am Tisch und bangt um das Leben einer der Töchter, die nebenan schwerkrank im Kindbett liegt. Nur der blinde Großvater spürt den Tod, der als unsichtbarer Eindringling bereits im Haus ist. Mit Maurice Maeterlincks Drama „L’Intruse“ beginnt Aribert Reimanns neunte Oper „L’Invisible“, die Anfang Oktober in der Regie von Vasily Barkhatov an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt würde. Ebenso verstörend wie das karge Bühnenbild von Zinovy Margolin ist auch die Musik in Reimanns neuem Werk, das auf drei Theaterstücken des belgischen Symbolisten basiert.

Musik in alle Winkel der Gesellschaft tragen

03.02.14 (Corina Kolbe) -
Grenzen gleich welcher Art mochte Claudio Abbado in seinem Leben nie akzeptieren. Er liebte es, mit seinem Boot auf dem weiten Meer zu segeln oder über schneebedeckte Gebirgstäler auf hohe Gipfel zu blicken. Und die beiden Engel aus Wim Wenders Film „Der Himmel über Berlin“, verkörpert von seinen Schauspielerfreunden Bruno Ganz und Otto Sander, inspirierten ihn zu der Vision von einer globalen Kultur, für die er in der wiedervereinten Hauptstadt einen besonders fruchtbaren Nährboden erahnte. So entwarf er in seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker von 1990 bis 2002 wechselnde Themenzyklen, die von der Musik aus über alle Länder hinweg Brücken zu Literatur, Theater, bildender Kunst und Film spannten.

Intensitäten bis an die Schmerzgrenze – Das Lucerne Festival im 75. Jahr

29.08.13 (Corina Kolbe) -
Kein Alltagslärm sollte den Maestro stören. Als Arturo Toscanini am 25. August 1938 im Park von Richard Wagners Villa auf Tribschen bei Luzern sein neues Elite-Orchester aus Solisten und Kammermusikern dirigierte, durften Passagierschiffe auf dem Vierwaldstättersee keine Signale abgeben. Kindergeschrei in der Nachbarschaft war ebenso unerwünscht wie Hundegebell. Ein Gedenkstein im Park erinnert heute an die Geburtsstunde des Lucerne Festivals, das in diesem Sommer sein 75. Jubiläum feiert.

Nach dem großen Beben

03.12.12 (Corina Kolbe) -
Vor dem schweren Erdbeben im April 2009 war L‘Aquila ein lebendiges Musikzentrum, das sogar mit Salzburg verglichen wurde. In der mittelitalienischen Stadt in den Abruzzen traten nicht nur ortsansässige Orchester, Kammerensembles und Chöre auf, sondern auch Weltstars wie Arthur Rubinstein, Yehudi Menuhin, Swjatoslaw Richter und Maurizio Pollini. Mehr als drei Jahre nach der Katastrophe liegt das Kulturleben jedoch noch weitgehend danieder. Das fast vollständig gesperrte historische Zentrum mit seinen barocken Kirchen verfällt zusehends, während mehr als 30.000 obdachlos gewordene Menschen in eilig aus dem Boden gestampften Stadtrandsiedlungen untergekommen sind. Wo die Regierung offenkundig beim Wiederaufbau versagt hat, will der Architekt Renzo Piano mit drei bunten Würfeln ein Zeichen für einen kulturellen Neubeginn setzen.

JeKi braucht Fortbildung

30.08.12 (Corina Kolbe) -
Durch frühes gemeinsames Musizieren sammeln Kinder nicht nur ästhetische Grunderfahrungen, sondern erwerben auch soziale Kompetenzen. Die staatliche venezolanische Jugendorchesterbewegung ‚El Sistema‘ liefert hierfür seit fast 40 Jahren eindrucksvolle Beweise. Ähnliche Ziele verfolgt in mehreren deutschen Bundesländern das Programm ‚Jedem Kind ein Instrument‘ – kurz ‚JeKi‘ genannt. Grundschüler lernen zuzuhören, ihre Stimme einzusetzen, sich zu unterschiedlichen Rhythmen zu bewegen und ein Instrument ihrer Wahl zu spielen. Zunächst wird in Kleingruppen musiziert, im fortgeschrittenen Stadium auch im Ensemble.
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