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Alle Artikel kategorisiert unter »Dietrich Heißenbüttel«

Fugato: das Abschlusskonzert des Flüchtlingsprojekts der Württembergischen Philharmonie Reutlingen

Ahmet Gül hat Musik studiert und ist gleichermaßen in der europäischen wie in der türkischen Gesangstradition zuhause. Im interreligiösen Chor Trimum, ein von Bernhard König 2012 ursprünglich an der Stuttgarter Bachakademie ins Leben gerufenes Projekt, kann er beides verbinden. Im Projekt „Fugato“ der Württembergischen Philharmonie Reutlingen kommt Gül, der im Hauptberuf als Telefonist am Esslinger Klinikum arbeitet, dagegen nur einmal kurz dazu, seine Gesangskünste vorzuführen. Am Arm geführt und sekundiert von Lucie Mackert, stellt der blinde Sänger als Erzähler den Zusammenhang her. Wieder und wieder, insgesamt zehnmal, hebt er an: „Es war einmal ein Ton.“

Die Nornen. Lufthauch, Flimmern, Flackern, Asche, Rost: Südseite nachts in Stuttgart

Nordische Überlieferung in der Südseite nachts: In Wieland Hobans „Urðabrunnr“ im Probensaal P1 von Musik der Jahrhunderte im Stuttgarter Theaterhaus war keine Richtung vorgegeben. Vier Harfenistinnen sitzen im Kreis und ziehen Bogenhaare durch die Saiten. Zwischen ihnen drei Streicher und drei Bläser des Ensemble Recherche, dahinter Klavier und Schlagzeug, außen auf allen Seiten das Publikum.

Neue Horizonte in Farbe mit ascolta, dem SKO und einer Schüler-Kunstgruppe

Für Wassily Kandinsky hatte die Farbe einen Klang. Komponisten seit Earl Brown haben Musik grafisch notiert. Im Kinder- und Jugendprojekt SKOhr-Labor des Stuttgarter Kammerorchesters dient Malerei den beteiligten Schülern dazu, sich mit neuer Musik auseinanderzusetzen.

Podium-Festival Esslingen 2016: Klassik-Events im alten Kino und in der Autowerkstatt

Lange vorher ausverkaufte Konzerte. Ein begeistertes Publikum. Es fehlt nicht an Förderern, auch die Lokalprominenz lässt sich blicken: In seinem achten Jahr schwimmt das Esslinger Podium Festival auf einer anhaltenden Erfolgswelle. Ein Miesepeter, wer dagegen etwas einzuwenden hat. Dennoch muss die Frage erlaubt sein: Was ist das Besondere, was das junge Klassik-Festival von anderen unterscheidet?

Eine hohe Schule für Interpreten

Eine zweifache Zeitverschiebung steckt – von heute aus betrachtet – in Helmut Lachenmanns „Salut für Caudwell“. „Wir stellen die Forderung an euch, das Leben mit der Kunst und die Kunst mit dem Leben in Einklang zu bringen“, zitieren die zwei Gitarristen programmatisch aus Christopher Caudwells „Bürgerliche Illusion und Wirklichkeit“. Der Text war bereits 40 Jahre alt, als Lachenmann vor fast 40 Jahren das Stück schrieb: „Wir verlangen, dass ihr wirklich in der neuen Welt lebt und eure Seele nicht in der Vergangenheit zurücklasst.“ Nun ist zu Lachenmanns 80. Geburtstag seine neue Musikwelt allein in Stuttgart mit 22 Konzerten gefeiert worden. Doch die neue Welt, die der englische Autor 1937 erträumte, kurz bevor er im Spanischen Bürgerkrieg ums Leben kam, scheint weiter weg denn je.

Am Rand der Antarktis – Victor Gama bei „Krieg singen“

In einem Stück über einen israelisch-südafrikanischen Atomwaffentest präsentiert Victor Gama im Berliner Haus der Kulturen der Welt erstmals in Deutschland seine einzigartigen Instrumente. Am Vortag hat bereits Laibach gespielt. Im Kontext der viertägigen Konzert- und Veranstaltungsreihe „Krieg singen“ im Haus der Kulturen der Welt wirkt Victor Gamas friedliche Musik zunächst überraschend harmonisch. Und doch birgt „Vela 6911“ mit dem Kammerensemble Neue Musik, Gamas eigenen Instrumenten und Video den brisantesten Zündstoff.

Der Sprung über den Tellerrand ins Wasser

Dietrich Heissenbüttel hörte sich Christian Marclays abgründige Partituren mit Laurent Estoppey und dem ensemBle baBel in Stuttgart an.

Ein Werk mit vielen Urhebern

In der Stuttgarter Staatsgalerie bringt Fred Frith eine Installation von Christian Marclay zum Klingen. Dietrich Heißenbüttel hat es sich angesehen und –gehört. Sein Bericht.

In die Feinheiten: Das zweite mikromusik-Festival in Berlin

Mit drei Klanginstallationen und fünf Konzerten bewegt sich das Künstlerprogramm des DAAD in die Welt der Zwischentöne: zwischen die Stufen der chromatischen Tonskala, zwischen Komposition und Improvisation, aber auch zwischen verschiedene Genres der Kunst.

Es sind noch Fragen zu stellen

„Sind noch Lieder zu singen?“ Unter diese Frage stellte die Hugo-Wolf-Akademie ein viertägiges Festival an der Stuttgarter Musikhochschule. Bei Paul Celan heißt es: „Es sind noch Lieder zu singen jenseits der Menschen“. Natürlich werden weiterhin Lieder gesungen, die Hitparade ist voll davon, der European Song Contest steht bevor. Hier war das Kunstlied zur Klavierbegleitung gemeint: eine deutsche Tradition, die auf Schubert zurückgeht. Wie hat sich dieses nach 1945 in beiden Hälften des Landes entwickelt? Zwei Pianisten aus Ost und West, Steffen Schleiermacher und Axel Bauni, konzipierten das Programm. Dazu kamen zwölf Uraufführungen: zehn Kompositionsaufträge und zwei Gewinner eines Wettbewerbs.
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