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Alle Artikel kategorisiert unter »Dietrich Heißenbüttel«

Die hohe Kunst des Understatement: Südseite nachts mit den Neuen Vocalsolisten

Ein paar Nachzügler kommen noch später, denn die „Südseite nachts“ bei Musik der Jahrhunderte am Stuttgarter Theaterhaus mit den Neuen Vocalsolisten hat versuchsweise erstmals schon um 19 Uhr begonnen. Ein gut gelaunter Andreas Fischer, der Bass, gibt eine kleine Einführung, und überhaupt: Wer behauptet, neue Musik sei ernste Musik, muss nach diesem Abend zu urteilen etwas falsch verstanden haben.

Fugato: das Abschlusskonzert des Flüchtlingsprojekts der Württembergischen Philharmonie Reutlingen

Ahmet Gül hat Musik studiert und ist gleichermaßen in der europäischen wie in der türkischen Gesangstradition zuhause. Im interreligiösen Chor Trimum, ein von Bernhard König 2012 ursprünglich an der Stuttgarter Bachakademie ins Leben gerufenes Projekt, kann er beides verbinden. Im Projekt „Fugato“ der Württembergischen Philharmonie Reutlingen kommt Gül, der im Hauptberuf als Telefonist am Esslinger Klinikum arbeitet, dagegen nur einmal kurz dazu, seine Gesangskünste vorzuführen. Am Arm geführt und sekundiert von Lucie Mackert, stellt der blinde Sänger als Erzähler den Zusammenhang her. Wieder und wieder, insgesamt zehnmal, hebt er an: „Es war einmal ein Ton.“

Die Nornen. Lufthauch, Flimmern, Flackern, Asche, Rost: Südseite nachts in Stuttgart

Nordische Überlieferung in der Südseite nachts: In Wieland Hobans „Urðabrunnr“ im Probensaal P1 von Musik der Jahrhunderte im Stuttgarter Theaterhaus war keine Richtung vorgegeben. Vier Harfenistinnen sitzen im Kreis und ziehen Bogenhaare durch die Saiten. Zwischen ihnen drei Streicher und drei Bläser des Ensemble Recherche, dahinter Klavier und Schlagzeug, außen auf allen Seiten das Publikum.

Neue Horizonte in Farbe mit ascolta, dem SKO und einer Schüler-Kunstgruppe

Für Wassily Kandinsky hatte die Farbe einen Klang. Komponisten seit Earl Brown haben Musik grafisch notiert. Im Kinder- und Jugendprojekt SKOhr-Labor des Stuttgarter Kammerorchesters dient Malerei den beteiligten Schülern dazu, sich mit neuer Musik auseinanderzusetzen.

Podium-Festival Esslingen 2016: Klassik-Events im alten Kino und in der Autowerkstatt

Lange vorher ausverkaufte Konzerte. Ein begeistertes Publikum. Es fehlt nicht an Förderern, auch die Lokalprominenz lässt sich blicken: In seinem achten Jahr schwimmt das Esslinger Podium Festival auf einer anhaltenden Erfolgswelle. Ein Miesepeter, wer dagegen etwas einzuwenden hat. Dennoch muss die Frage erlaubt sein: Was ist das Besondere, was das junge Klassik-Festival von anderen unterscheidet?

Eine hohe Schule für Interpreten

Eine zweifache Zeitverschiebung steckt – von heute aus betrachtet – in Helmut Lachenmanns „Salut für Caudwell“. „Wir stellen die Forderung an euch, das Leben mit der Kunst und die Kunst mit dem Leben in Einklang zu bringen“, zitieren die zwei Gitarristen programmatisch aus Christopher Caudwells „Bürgerliche Illusion und Wirklichkeit“. Der Text war bereits 40 Jahre alt, als Lachenmann vor fast 40 Jahren das Stück schrieb: „Wir verlangen, dass ihr wirklich in der neuen Welt lebt und eure Seele nicht in der Vergangenheit zurücklasst.“ Nun ist zu Lachenmanns 80. Geburtstag seine neue Musikwelt allein in Stuttgart mit 22 Konzerten gefeiert worden. Doch die neue Welt, die der englische Autor 1937 erträumte, kurz bevor er im Spanischen Bürgerkrieg ums Leben kam, scheint weiter weg denn je.

Am Rand der Antarktis – Victor Gama bei „Krieg singen“

In einem Stück über einen israelisch-südafrikanischen Atomwaffentest präsentiert Victor Gama im Berliner Haus der Kulturen der Welt erstmals in Deutschland seine einzigartigen Instrumente. Am Vortag hat bereits Laibach gespielt. Im Kontext der viertägigen Konzert- und Veranstaltungsreihe „Krieg singen“ im Haus der Kulturen der Welt wirkt Victor Gamas friedliche Musik zunächst überraschend harmonisch. Und doch birgt „Vela 6911“ mit dem Kammerensemble Neue Musik, Gamas eigenen Instrumenten und Video den brisantesten Zündstoff.

Der Sprung über den Tellerrand ins Wasser

Dietrich Heissenbüttel hörte sich Christian Marclays abgründige Partituren mit Laurent Estoppey und dem ensemBle baBel in Stuttgart an.

Ein Werk mit vielen Urhebern

In der Stuttgarter Staatsgalerie bringt Fred Frith eine Installation von Christian Marclay zum Klingen. Dietrich Heißenbüttel hat es sich angesehen und –gehört. Sein Bericht.

In die Feinheiten: Das zweite mikromusik-Festival in Berlin

Mit drei Klanginstallationen und fünf Konzerten bewegt sich das Künstlerprogramm des DAAD in die Welt der Zwischentöne: zwischen die Stufen der chromatischen Tonskala, zwischen Komposition und Improvisation, aber auch zwischen verschiedene Genres der Kunst.
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