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Alle Artikel kategorisiert unter »Dirk Wieschollek«

Mit Kaoss Pad ins Weltgestrüpp

13.03.15 (Dirk Wieschollek) -
Versucht man, sich den kompositorischen Werdegang von Sarah Nemtsov anhand ihres Werkverzeichnisses, also gleichsam aus der Vogelperspektive, zu vergegenwärtigen, sieht man sich einem imposanten Katalog gegenüber. Weit über 100 Kompositionen stehen der 34-jährigen Berliner Komponistin zu Buche, frühe Werke vor Nemtsovs Kompositionsstudien bei Johannes Schöllhorn (ab 2000) und Walter Zimmermann (ab 2005) gar nicht mitgerechnet.

Rhetorik des Ungreifbaren

02.01.15 (Dirk Wieschollek) -
Naomi Pinnock gehört nicht gerade zu den Komponistinnen, die durch verstiegene Theoriegebäude, provokante Aktionen oder spektakuläres Multimedia auf sich aufmerksam machen. Im Vergleich zu vielen ihrer jüngeren Kollegen verkörpert die in Berlin lebende Engländerin einen eher unprätentiösen, geradezu „klassischen“ Habitus von Tonsetzer: Es werden Klänge imaginiert, Noten geschrieben, Musiker spielen sie. Nicht mehr, nicht weniger. Und dies geschieht weitestgehend im traditionellen Instrumentarium. Langweilig? „Contemporary Classic“? Ganz und gar nicht.

Die Blechbratsche in Geschichte und Gegenwart – Das 10. Musikfest Berlin widmete sich sehr dem Horn

19.09.14 (Dirk Wieschollek) -
Christian Friedrich Daniel Schubart brachte es 1784 in seinen „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“ auf den Punkt: „Das Waldhorn menschlich gedacht, ist ein guter ehrlicher Mann, der sich eben nicht als Genie, sondern als empfindsame Seele, fast allen Gesellschaften empfiehlt.“ Mit der Weiterentwicklung zum Ventilhorn (von Brahms als „Blechbratsche“ verunglimpft) zog diese Seele als „Seele des Orchesters“ (Schumann) in die abendländische Sinfonik ein und wurde zum programmatischen Funken der diesjährigen Jubiläumsausgabe des 2005 gegründeten Berliner Orchesterfestivals.

Kommunikative Versuchsanordnungen

11.07.14 (Dirk Wieschollek) -
Als Brigitta Muntendorf kürzlich den Ernst-von-Siemens-Förderpreis entgegennahm, tat sie etwas relativ Ungewöhnliches. Dass sie eine kleine Dankesrede hielt, war zwar nicht unbedingt üblich, wäre aber nicht weiter im Gedächtnis geblieben, wenn darin nicht einige Anmerkungen zum (Neue-Musik-)Betrieb enthalten gewesen wären.

Solitäre Gestalten, fraktale Melancholie

20.06.14 (Dirk Wieschollek) -
Vielleicht sind die interessantesten Komponisten immer diejenigen gewesen, denen es gelang, scheinbare Widersprüche in eine besonders eigenwillige Sprache zu transformieren. Der 1980 im serbischen Subotica geborene Marko Nikodijevic ist ein solcher Komponist und vielleicht deshalb einer der momentan auffallendsten Vertreter seiner Zunft, frisch ausgezeichnet mit dem Musikautorenpreis für Nachwuchskünstler der GEMA.

Der letzte Kloß gekocht – Dietrich Eichmann, Kai-Ivo Baulitz und Enrico Stolzenburg geben in Weimar eine „musikalische Wirtshauskomödie“

28.05.14 (Dirk Wieschollek) -
„Ausgerechnet Weimar. Darüber ist schon so viel geschrieben worden, dass ich ganz mutlos wurde. Ich hab mir dann heimlich vorgestellt, ich wär in Iserlohn. Dann ging’s wieder.“ Was Autor Kai-Ivo Baulitz von den Hindernissen der Entwicklung eines Stückes verrät, das als „Stück über und für Weimar“ konzipiert wurde, um Weimar „als Ort der Durchreise, als Fluchtpunkt, Wahlheimat, Ausflugsziel und Kreativstätte“ zu beleuchten, spricht Bände.

Kunstfest ohne Musik

05.05.14 (Dirk Wieschollek) -
„Wir nehmen die Begriffe Kunst, Fest und Weimar wörtlich“, verkündete Christian Holtzhauer, Nachfolger von Nike Wagner beim Kunstfest Weimar, im Zuge der Vorstellung der ersten Festivalausgabe unter seiner Leitung. Das Kunstfest öffne sich wieder „allen Künsten“, bliesen die Gazetten eifrig ins selbe Horn. Allen Künsten? Wenn sich der Glossist richtig erinnert, gehört die Musik seit geraumer Zeit nicht mehr der Mathematik an. Der „Kunstbegriff“, den Christian Holtzhauer von Stuttgart mit nach Weimar bringt, scheint jedoch so grenzenlos nicht zu sein und durchaus ein Geschmäckle zu haben: Bei erster Durchsicht des Programmheftes stellt man ungläubig fest, dass Musik beim neu aufgestellten Kunstfest praktisch nicht mehr vorkommt, höchstens theoretisch – als Schreckgespenst. Das scheint nicht nur einer (offen ausgesprochenen) Aversion gegen die Programmschwerpunkte der Vorgängerin geschuldet, gegen die man sich verständlicherweise absetzen möchte. Haben wir es hier nun wieder mit der reizenden Vorstellung von Musik als elitärer „Hochkultur“ zu tun, sobald sie nix mit Feiern und Tanzen zu tun hat?

„Geborstene Einsamkeit“ – Beim Weimarer Kunstfest Pèlerinages suchen zeitgenössische Komponisten den Dialog mit Franz Liszt

02.09.11 (Dirk Wieschollek) -
Unter der Ägide von Nike Wagner ist die neue Musik traditionell kein Stiefkind bei den Pèlerinages. Dass die aktuelle Festivalausgabe besonders reich an progressiven Tönen ist, hat jedoch mit häufig übersehenen Qualitäten ihres Protagonisten zu tun, dessen 200. Geburtstag in Weimar besonders inhaltsträchtig gefeiert wird.
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