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Alle Artikel kategorisiert unter »Egbert Hiller«

Holzbläserquintett trifft Vocalsolisten

28.02.18 (Egbert Hiller) -
Die bedeutenden Festivals für Neue Musik, zu denen ECLAT in Stuttgart zählt, können Gradmesser musikalischer Entwicklungen sein, in denen sich indirekt auch gesellschaftliche Wandlungsprozesse widerspiegeln. Aktuelle Stichworte in diesem Kontext lauten etwa Digitalisierung und Globalisierung, Neoliberalismus und Populismus, Erderwärmung und Terrorangst, wobei deren Folgen allenthalben spürbarer werden und auch vor dem persönlichen, geschweige denn dem künstlerischen Empfinden nicht haltmachen.

„Canto ergo sum“ – Komponieren aus der Ganzheit

21.11.16 (Egbert Hiller) -
„Ein Musiker, der durch die Praxis, das seelische Erleben und die Reflexion seiner Kunst bis ins Mark geprägt ist, wird wohl Descartes’ berühmten Ausspruch nur als unvollständige Beschreibung seiner geistigen Existenz empfinden; mir jedenfalls ging es immer so. Cogito ergo sum: Welche Art von Denken ist hier gemeint? Zweifellos das begriffliche, abstrakte, objektivierende Denken der Sprache. Zwar ,denkt´ auch der Musiker während aller Phasen seiner künstlerischen Aktivität; aber dieses sein Denken ist keineswegs abstrakt – man möchte sagen, der Musiker denkt mit seinen Ohren, ja sogar mit seinem ganzen Körper. Dieser wird in Schwingung versetzt, wobei das keineswegs nur metaphorisch gemeint ist ...“

„…mit den Ohren umarmen…“ Zum 60. Geburtstag des Komponisten Johannes Wallmann

22.02.12 (Egbert Hiller) -
Schon als Kind wollte Johannes Wallmann (*23.2.1952) „die Erde mit den Ohren umarmen“. Doch alsbald stieß er mit seinen visionären Klangvorstellungen an die Grenzen der Realität. Die außergewöhnliche musikalische Begabung des gebürtigen Leipzigers, der in Dresden aufgewachsen ist, wurde zwar früh erkannt, seine Entwicklung aber nicht lange gefördert, im Gegenteil.

Auf der Suche nach der schönen Dissonanz

01.09.07 (Egbert Hiller) -

„ Ich war nie Avantgardist“, ließ sich Jürg Baur einst von dem Musikkritiker Hanspeter Krellmann zitieren – ein Ausspruch, der ihm bis heute nachhängt und der einer unvoreingenommenen Auseinandersetzung mit seinen Werken oftmals hinderlich war. Dabei trat der 1918 in Düsseldorf geborene Komponist – seit seinen Anfängen in den 1930er-Jahren mit Bartók und Hindemith als frühen Anknüpfungspunkten – stets in Dialog mit den jeweils aktuellen Strömungen der zeitgenössischen Musik. Elemente der Zwölftontechnik, serielle Strukturen und Aleatorik berücksichtigt(e) er jedoch erst nach kritischer Hinterfragung und geistiger Durchdringung.

„Ohne Komponieren kann ich doch nicht leben“

01.09.06 (Egbert Hiller) -

„Hören Sie doch meine Musik, da ist alles gesagt“, entgegnete Dmitrij Schostakowitsch dem vielfachen Ansinnen, er möge sich über sein Leben äußern, Memoiren schreiben oder wenigstens seine Werke erläutern. Doch der russische Komponist hüllte sich über die Motive seines Schaffens weitgehend in Schweigen – was verständlich ist vor dem Hintergrund, dass kaum ein Tonkünstler dem politischen Klima seiner Zeit so sehr unterworfen war wie er; schmal war der Grat zwischen überschwänglicher Anerkennung und der Verfemung als „Formalist“: So erhielt er für seine siebte Sinfonie (1942) den Stalin-Preis erster Klasse, während die neunte Sinfonie (1945) von „Prawda“ und ZK als „manieriert“ und „frivol“ gebrandmarkt wurde; erwartet hatte man eine Hymne auf das siegreiche Ende des Zweiten Weltkriegs, stattdessen entzog sich Schostakowitschs Neunte mit kammerorchestraler Disposition lärmendem Pathos, ja, mit satirisch-grotesken Elementen, vor allem im Finale, karikierte sie gar den – zumindest indirekt – geforderten affirmativen Tonfall.

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