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Alle Artikel kategorisiert unter »Egbert Tholl«

Jazzderivate, Groove, Melodram

09.09.15 (Egbert Tholl) -
Vor fünf Jahren, als Pierre Boulez 85 wurde, schrieb die österreichische Komponistin Olga Neuwirth einen Text, in dem sie sehr liebevoll von Begegnungen mit dem Komponisten und Dirigenten berichtete. Sie erzählte dabei nicht nur Persönliches, sondern beschrieb ihn auch immer als Künstler, so wie sie ihn wahrnahm und wahrnimmt: „Das Beschreiben des Unbeschreiblichen setzt in ihm den Poeten frei. Er weiß, dass der wache Realist und Wissenschaftler auch Träumer sein muss …“

Geist und Geld, Kunst und Macht

04.02.13 (Egbert Tholl) -
Erl ist ein wundersames Dorf, das im Tal des Inns gegenüber von Oberaudorf liegt, rechts Tirol, links Bayern (in Fließrichtung). 1.500 Einwohner verteilen sich auf 17 Weiler, um die Kirche stehen ein paar Häuser mehr. Vor dem Bau einer Schallschutzwand konnte man von der Autobahn aus einen Bau sehen, der wirkt, als habe Corbusier dem domestizierten Fluss eine sanft geschwungene Kirche geschenkt. Das Ding ist keine Kirche, sondern das Passionsspielhaus, genannt „Zwölfapostelsilo“. Daneben steht nun das Festspielhaus, ein irrer Kristall, genannt „Tarnkappenbomber“. Den Bomber baute Hans Peter Haselsteiner, den Silo die Erler Bürgerschaft.

Vom aberwitzigen Lachen über den Tod

01.03.11 (Egbert Tholl) -
München – Elastisch explodieren die Töne, die aus den Boxen kommen, elastisch bewegen sich die drei Menschen, zwei Frauen, ein Mann. Aber was heißt da schon elastisch? Die drei Menschen, die sich bewegen, tun dies auf kaum nachvollziehbare Weise, nämlich mit einer schwer zu fassenden Mischung aus extremer Präzision: Winzige Gesten werden hart und exakt ausgeführt. Start – Stop, nichts dazwischen, nichts Unsauberes, kein Hineintrudeln, kein Aufwärmen. Zack.

Mit Sinnlichkeit und echtem Erleben

01.03.05 (Egbert Tholl) -

Überall Verfall. Deutschland kommt nicht aus dem tiefen Jammertal der Pisa-Studien heraus, die Jugend verliert Werte, Ziele und Kultur. Einerseits. Andererseits wird dagegen von offizieller Seite nicht viel mehr getan, außer das Lamento immer wieder zu wiederholen. Vor ein paar Monaten fand in München im Prinzregententheater ein Symposium zur Bedeutung des Musikunterrichts in den Schulen statt, mit der Quintessenz, dass der zwar ständig abnehme, aber eigentlich immer wichtiger werde. Das beste Argument dafür lieferte ein Personal-Chef einer Münchner Bank: Angesichts der mangelnden Qualität der Berufsschulen bringe man den Auszubildenden am besten selber bei, was sie fachlich können müssten. Nur eines könnte sein Geldinstitut nicht leisten: Denken lehren. Deshalb sei ihm jeder Bewerber lieb, der eine musische Ausbildung genossen habe, denn die ließe offene Sinne und ein waches Hirn erwarten. Der Gedanke an einen möglichen Mehrwert auf dem Arbeitsmarkt dürfte allerdings kaum eine Rolle gespielt haben, als sich vor 15 Jahren in München ein paar Musiker zusammen taten, um das Projekt „Musik zum Anfassen“ zu gründen. Die Idee der Musiker, die sonst in Neue-Musik-Ensembles wie piano possibile zugange sind, war, in die Schulen zu gehen und dort Kinder zu erreichen, die bislang kaum mit Musik in Berührung gekommen sind. „Musik zum Anfassen“ will Kinder der dritten bis siebten Jahrgangsstufe wach machen, bei ihnen Lust an Wahrnehmung wecken. Die Projekte in den Schulen beginnen mit einer Schule des Hörens, mit ersten Versuchen, Geräusche und Klänge aufzuschreiben und zu reproduzieren. Doch die Kinder sollen nicht nur konsumieren, sondern zum aktiven Musikmachen angeregt werden. Dazu basteln sie aus Alltagsgegenständen Instrumente, entwerfen ein Fantasieland und die zu diesem passende Musik und studieren diese schließlich zusammen mit den Musikern ein. Denn „Musik zum Anfassen“ verlässt einmal im Jahr den Klassenraum und präsentiert die Arbeit der Kinder im öffentlichen Konzert.

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