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Alle Artikel kategorisiert unter »Susann Witt-Stahl«

Den Klangpflug durch Karstadt ziehen

05.05.10 (Susann Witt-Stahl) -
Allein die autonome Kunst verfügt über die Mittel, schlechte herrschende Verhältnisse zu kritisieren, ohne sich selber auf sie einlassen zu müssen. Heiner Metzger setzt in der Grenzzone zur bildenden Kunst und zum Film mit improvisierten Klängen einen freien Kontrapunkt zur Monodie neoliberaler Stadtentwicklung.

„Ja, wir sind die Herren der Welt“

01.10.01 (Susann Witt-Stahl) -

Deutsche Soldaten singen immer noch Nazi-Lieder. Das aktuelle „Liederbuch der Bundeswehr“ enthält Werke führender NS-Ideologen. Die Herkunft der historisch belasteten Wort-Ton-Gebilde, die Wehrmacht und SS als Begleitmusik für ihre Eroberungskriege dienten, wird jedoch von der militärischen Führung verschwiegen oder verschleiert, Angaben zu Urhebern gefälscht. Die Bundeswehr will an der Legende vom sauberen Waffenrock festhalten: Kritik wird zurückgewiesen, Widerstand gegen die Traditionspflege des NS-Liedguts sogar bestraft.

Getreu dem Adenauer’schen Appell („Vergesst mir die Musike nicht, das ist eine wichtige Sache für die Soldaten!“) mochte der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß schon bei Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nicht mehr auf soldatisches Liedgut verzichten. Das erste „Liederbuch der Bundeswehr“ erschien 1958. „Alte Kameraden“ wie die NS-Barden Hermann Claudius („Herrgott, steh dem Führer bei“) und Hans Baumann („Heiliges Feuer brennt in dem Land“) waren gleich wieder vertreten, diesmal allerdings mit vorwiegend harmloser Feld-Wald-Wiesen-Lyrik. Sie sollte die Märsche des deutschen Soldaten „im Frühtau zu Berge“ für einige Jahre begleiten.

Streik bei Cats – Tarifvertrag durchgesetzt

01.03.01 (Susann Witt-Stahl) -

Die Arbeitnehmer von Cats haben den ersten Tarifvertrag in der Musical-Branche erstreikt. Nachdem die Beschäftigten am 15. Januar in den Arbeitskampf getreten waren, musste der Stella-Konzern den Spielbetrieb im Operettenhaus an der Reeperbahn komplett einstellen. 13 Tage vor der geplanten Abschieds-Gala – Cats soll nach 15 Jahren Spieldauer seinen Standort nach Stuttgart verlagern – hatte ein dramatischer Countdown begonnen: Der Arbeitgeber musste einer unerschütterlichen Streikfront ins Auge sehen. Ein desaströser Abgang des Erfolgsmusicals rückte in bedrohliche Nähe. Hinzu kam, dass der Arbeitgeber eine Ausweitung des Theater-Streiks auf andere Stella-Produktionen zu befürchten hatte. Nach elf Tagen Nervenkrieg lenkte der Konzern ein.

Streik bei Cats – Spielbetrieb vorerst eingestelltstellt

01.02.01 (Susann Witt-Stahl) -

Seit dem 15. Januar befinden sich die Beschäftigten des Musicals Cats im Streik. Ein Datum von historischer Bedeutung für die gewerkschaftlich organisierten Kulturschaffenden der Republik, denn der letzte gravierende Arbeitskampf an einem Theater fand vor rund 30 Jahren im Hamburger Schauspielhaus statt. Der Cats-Belegschaft ist es gelungen, eine stabile Streikfront aufzubauen. Der Musical-Konzern Stella musste den Spielbetrieb im Operettenhaus an der Reeperbahn vorerst einstellen. Der Countdown läuft: Zurzeit ist fraglich, ob überhaupt noch eine der letzten sechs Vorstellungen auf die Bühne gebracht werden kann, bevor das Erfolgsmusical nach rund 15 Jahren Spielbetrieb von Hamburg nach Stuttgart umzieht.

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