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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

„Ein kleiner Bub bei den Schafen“ – Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus in Bremen

30.01.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der kleine Simplicius Simplicissimus, der „allereinfältigste“, „ein kleiner Bub bei den Schafen“, so der Erzähler, betet in dem ihm vom Eremiten beigebrachten „Vater unser“ „Und erlöse uns von dem Reich“. Natürlich hat der 1905 geborene Karl Amadeus Hartmann das in seiner 1934 entstandenen Oper erst einmal verstecken müssen: er vergrub die Partitur im Garten seiner Schwiegereltern in seinem inneren Exil in der Schweiz.

Bewegung in der Bewegungslosigkeit – Uraufführung von Younghi Pagh-Paans Streichquartett

19.01.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Elphi“ heißt es schon liebevoll und der gerade eröffneten Hamburger Elbphilharmonie ist – bei allem Verständnis für die Proteste – nur das Beste zu wünschen (wir berichteten). Im Fernsehen haben Millionen die Eröffnung des großen Saales mit seiner phänomenalen Akustik gesehen und nun gab es im Kleinen Saal ein denkwürdiges Konzert.

Psychokiste: Richard Wagners „Der Fliegende Holländer“ am Stadttheater Bremerhaven

31.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Eigentlich reden alle eher verzweifelt aneinander vorbei. In Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ (1841/43) liebt die Kapitänstochter Senta nicht den Holländer, sondern sein Bild und ihre neurotische Vision, ihn zu erlösen: ein pubertäres Mädel in schwarzen Hosen, T-Shirt und Pferdeschwanz. Der Holländer liebt nicht Senta, sondern die Möglichkeit seiner Erlösung von seinem Fluch, lebenslang auf dem Meer fahren zu müssen: schwarzer romantischer Fantasie-Anzug und schwarz umränderte Augen. Sentas Vater Daland liebt nicht seine Tochter, sondern erzwingt eine vergewaltigende Kindeshaltung, er verkauft das Mädchen gegen viel Geld: er zappelt recht unsicher, aber gleichzeitig immer siegesgewiss. Der Jäger Erik ist vielleicht noch der einzige „normale“ in dieser Konstellation, doch seine Liebe zu Senta erstickt an seiner Unfähigkeit, Senta gehen zu lassen: er im korrekten schwarzen Anzug. Nichts also ist verstellt durch historisierende Kostüme.

Ein schönes und ein trauriges Gefühl

29.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Im September 2015 fand im Sendesaal Bremen das international viel beachtete und begeisternde Einstandskonzert des „Syrian Expat Philharmonic Orches­tra“ (SEPO) statt. Grund genug, gut ein Jahr später zu fragen, was aus der Initiative geworden ist.

Wie eine Feuerschmiede – Michael Talke zeigt am Theater Bremen mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ politisches Theater

23.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn in Giacchino Rossinis berühmtester Oper „Il Barbiere di Siviglia“ der intrigante Gesangslehrer Don Basilio seine üble, lebensberatende Verleumdungsarie singt, wenn er mehrfach zu verstehen gibt, dass er für Geld alles macht, wenn Doktor Bartolo meint, nur aus seiner Position heraus sich alles erlauben zu können, wenn der Barbier in dieser Art von Gesellschaft seine unmissverständlichen Geschäfte macht und wenn das arme, aber kluge Mündel Rosina ins Haus eingesperrt ist, dann ist deutlich, wo und wann wir uns befinden: 1816 in einer Zeit, in der jegliche Idee der vergangenen Revolution vorbei ist, und im Gegenteil aus einer freien Gesellschaft eine geworden ist, in der jeder nur noch dem eigenen Vorteil hinterher rennt.

Pikante Intrigenaffäre – Georg Friedrich Händels Oper „Agrippina“ als Polit-Schwank am Staatstheater Oldenburg

16.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Schon in der Pause gab es anhaltenden Beifall, der sich nach der Aufführung zu Ovationen steigerte– und das bei einer Spielzeit von dreieinhalb Stunden. Georg Friedrich Händels 1709 in Venedig uraufgeführte Oper „Agrippina“ versetzte schon das Uraufführungspublikum in einen Begeisterungstaumel, es folgten damals 27 Vorstellungen. Die überaus gelungene Aufführung am Staatstheater Oldenburg zeigte deutlich, dass es heute nicht nur für jedes große, sondern auch für jedes mittlere Theater absolut erforderlich ist, sich mit den aufführungspraktischen Bedingungen der Entstehungszeit auseinanderzusetzen. Wird das ernst genommen und gelingt es wie hier, dann können solche Aufführungen Festspielcharakter erreichen.

Wandern ohne Wege in Shakespeares „Globe“

05.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Beim Eintritt muss man seine Schuhe abgeben. Gegen Söckchen und eine Nummer. Im Zuschauerraum, von den üblichen Plüschsitzen leergeräumt, liegen Matratzen, Kissen, stehen winzige Dreieckshocker, normale Stühle und für die, die es doch noch brauchen, auch zwei Reihen normaler Theatersitze. Das Ganze um- und aufgebaut nach dem Vorbild des runden Shakespeare’schen „Globe“.

Puppen, überall Puppen: Verdis „Macbeth“ am Oldenburgischen Staatstheater

19.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nadja Loschky stellt in ihrer Oldenburger Inszenierung von Giuseppe Verdis „Macbeth“ die Kinderlosigkeit des Mörderpaares in den Mittelpunkt. Ute Schalz-Laurenze berichtet von der Premiere.

Wandern ohne Wege – Theater Luzern eröffnet unter Benedikt von Peter mit Luigi Nonos „Prometeo“

13.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Beim Eintritt muss man seine Schuhe abgeben. Gegen Söckchen und eine Nummer. Im Zuschauerraum, von den üblichen Plüschsitzen leergeräumt, liegen Matratzen, Kissen, stehen winzige Dreieckshocker, normale Stühle und für die, die es doch noch brauchen, auch zwei Reihen normaler Theatersitze. Das Ganze um- und aufgebaut nach dem Vorbild des runden Shakespearesschen „Globe“.

Am Ende gibt's nichts mehr zum Erlösen – Theater Bremen eröffnet die letzte Spielzeit von Markus Poschner mit Wagners „Parsifal“

13.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
So richtig Oper wie immer gibt es in Marco Štormans neuer Inszenierung von Richard Wagners letztem Oper „Parsifal“ am Theater Bremen nur im zweiten Akt: wenn der böse Klingsor seine Mädels rumschickt und besonders Kundry im Tüllkleidchen zusetzt, dass sie die Verführung Parsifals zu schaffen habe. Das Orchester sitzt im Graben und die großartige Nadine Lehner scheitert. Im ersten und im dritten Akt ist dann eher so etwas von der neuen Bremer Handschrift zu sehen, die wir seit den Arbeiten Benedikt von Peters kennen: Orchester auf der Bühne, es wird vor- und zurückgefahren, Chor aus dem Off und auf den Rängen, Rolle des Publikums als Erweiterung des Chores: hier werden wir grell beleuchtet und sind somit Teilnehmende an der Abendmahlshandlung der Gralsritter.
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