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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Brandraketen – Massenets Erfolgsoper „Werther“ am Theater Bremen

23.05.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn das Publikum langsam den Zuschauerraum füllt, steht er schon da: Werther, Kultfigur des späten 18. Jahrhunderts im autobiographisch gefärbten Skandalroman von Johann Wolfgang von Goethe, Maßstab und Vorbild aller unsterblich Liebenden. Aber wie im Theater Bremen der Tenor Luis Olivares Sandoval das in der Regie von Felix Rothenhäusler macht, zeigt bereits, aus welchem verkorksten Psychoholz er geschnitzt ist:

Hinter die Kulissen der Gefühle geschaut – Tschaikowskis Eugen Onegin in Bremerhaven

25.04.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Es fängt in „Eugen Onegin“ am Stadttheater Bremerhaven alles so harmlos an: In Peter Tschaikowskis „lyrischen Szenen“ von 1877 feiert die russische Gutsherrenlandgesellschaft in Gegenwart des Popen das Erntefest, natürlich in der Sicht des Regisseurs und Ausstattungsspezialisten Andrzej Woron mit hunderten von roten Äpfeln in einem verzaubernden Birkenwald.

Eine fiktive Märchenwelt – Alban Bergs „Wozzeck“ am Theater Bremen

15.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
„...von dem Augenblick an, wo sich der Vorhang öffnet, bis zu dem, wo er sich zum letzten Male schließt, darf es im Publikum keinen geben, der etwas von diesen diversen Fugen und Inventionen, Suiten- und Sonatensätzen, Variationen und Passacaglien merkt – keinen, der von etwas anderem erfüllt ist als von der weit über das Einzelschicksal Wozzecks hinausgehenden Idee dieser Oper. Und das – glaube ich – ist mir gelungen.“ Der Wunsch des Komponisten Alban Berg für seine 1921 vollendete und 1925 mit einem Skandal uraufgeführte Oper ging jetzt in der Premiere am Bremer Theater am Goetheplatz großartig in Erfüllung.

Was eigentlich will der Komponist uns erzählen? – Die Oldenburger Erstaufführung von „Satyagraha“

08.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die sogenannte Minimal Music hat in den siebziger Jahren musikgeschichtlich insofern eine wichtige Rolle gespielt, als sie der verständliche Protest gegen die Überrationalität war, die sich aus dem seriellen Denken heraus entwickelt hatte. Was sagt sie uns mit ihren Patterns heute? Dies zu überprüfen, ist das Staatstheater Oldenburg mit einer hoch ambitionierten Aufführung von Philipp Glass' „Satyagraha“ angetreten und das ist hoch zu loben.

Wie Menschen durch Erziehung zerstört werden

03.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Frank Hilbrich inszeniert eine bedrückende Sicht auf Verdis „Macht des Schicksals“. Ute-Schalz-Laurenze hat sich die Premiere an der Staatsoper Hannover angesehen.

Gescheiterte Nationaloper – Gelungener „Freischütz“ in Hannover [Nachtrag, 16.12.]

14.12.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Kay Voges bietet eine bedenkenswerte Reflexion über Carla Maria von Webers „Der Freischütz“ in Hannover. Ute Schalz-Laurenze war dabei.

Tödliche Albträume – „Peter Grimes“ von Benjamin Britten am Theater Bremen

05.10.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Es gelingt dem Fischer Peter Grimes nicht, irgendeine Kommunikation zu den Mitbewohnern seines Dorfes am Meer in Suffolk herzustellen. Und weil er so eigenartig ist, steht er zweimal unter Verdacht, seine Lehrlinge – Kinder aus dem Armenhaus – ermordet zu haben. In der Oper von Benjamin Britten wird nicht gesagt, ob das stimmt, aber der drohenden Lynchjustiz kann er nur entgehen, indem er sich umbringt – weit draußen auf dem Meer lässt er sein Boot absichtlich kentern.

Todbringendes Irrlicht – Antonín Dvořáks „Rusalka“ begeistert in Hannover

27.09.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Schon der erste Ort in der Eröffnungspremiere des Staatstheaters Hannover macht unmissverständlich klar, wie der Regisseur Dietrich Hilsdorf Antonín Dvořáks „Rusalka“ sieht, die tschechische Variante des „Undinen“-Themas. Es sind nicht die Tiefen des Wassers, in denen die Nixe Rusalka mit ihren Schwestern lebt, sondern es ist eine Leichenhalle. Da wird gearbeitet, da werden Gesichtsmasken abgenommen und Embryos in Gläsern verstaut.

„Wir kämpfen jetzt mit unseren Instrumenten“

27.09.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Eure Sehnsucht nach der Heimat, die müsst ihr spielen“: der Dirigent Martin Lentz sagt es eindringlich vor der Probe zu den Musikern. Es ist die Ouvertüre zum Singspiel „Die Heimkehr aus der Fremde“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, das der hochbegabte 20-Jährige zur Silberhochzeit seiner Eltern schrieb. Die Musiker sind aus Syrien gekommen, einige vor vielen Jahren, einige legal mit Visum oder auch mit Schleppern ohne ihre Familien oder auch wie die Harfenistin, die vor einem Jahr von Damaskus über die Türkei, dann über das Mittelmeer nach Griechenland reiste und erst vor drei Wochen in Deutschland angekommen ist. Der Kontrabassist Raed Zabeh, der mit einem Visum kam und seit zwei Jahren in Bremen lebt, suchte europaweit syrische Musiker – und fand sie in Schweden, Holland, in Frankreich und in Dänemark.

Radikales Wahrnehmungsspektakel – „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in Frankfurt

20.09.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Helmut Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ ist die vielleicht einzige zeitgenössische Oper, der seit der Uraufführung 1997 in Hamburg sieben weitere Aufführungen folgten, zuletzt 2013 bei der Ruhr-Triennale. Und das bei einem Werk, das Narrativität ebenso verweigert wie Bilder. Zwar heißt es im Untertitel „Musik mit Bildern“, was der heute achtzigjährige Komponist aber in einem sozusagen zweiten Untertitel „Eine musikalische Handlung“ schon wieder aufhebt: denn die Handlung ist die Musik selbst.
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