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Alle Artikel kategorisiert unter »Verena Fischer-Zernin«

Aufwind ohne kulturelle Basis

13.04.17 (Verena Fischer-Zernin) -
... und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage? Was sich in Hamburg in diesen Monaten zuträgt, hat etwas Märchenhaftes. Die Elbphilharmonie ist tatsächlich fertig geworden. Da funkelt nun der Prachtbau, Stolz der Stadt, den diese sich nicht zu schade war, andernorts als „neues Weltwunder“ zu bewerben – Bescheidenheit wird überschätzt. Der Eröffnung im Januar war ein Medienspektakel sondergleichen. Die Architektur! Die Akustik! Allenthalben Superlative statt hanseatischer Nüchternheit. Eine Stadt, die traditionell als Hort der Pfeffersäcke gilt, schenkt sich als Wahrzeichen ausgerechnet einen Kulturtempel. Was macht das mit ihr? Und mit dem örtlichen Kulturleben?

Demokratischer Geist, in Musik übersetzt – Rauschhafte Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie

12.01.17 (Verena Fischer-Zernin) -
Elbphilharmonie in Hamburg mit Verspätung eröffnet: Diese Überschrift dürfte nach der epischen Baugeschichte niemanden wundern. Tatsächlich aber war am langersehnten Tag selbst das Protokoll kaum mehr als eine halbe Stunde im Verzuge – Bundespräsident und Bundeskanzlerin steckten im Berliner Schneetreiben fest, tuschelte es.

Klingende Anlageformen in Zeiten von Niedrigzins

05.09.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Ein kostbares altes Streichinstrument im Internet verticken? Etwa ohne Hammer und weiße Handschuhe? Sakrileg, mögen Traditionalisten schreien, so etwas gehört doch in die Tempel von Sotheby’s oder Christie’s! Doch ein junger Amerikaner dachte sich: warum eigentlich nicht? Und gründete nach dem Muster von Ebay das Auktionsportal Tarisio. Das war 1999. Heute gebietet Jason Price über Standorte in London und New York. Sein bislang größter Coup: 2011 versteigerte Tarisio die Stradivari „Lady Blunt“ von 1721 für die Nippon Foundation, die den Erlös den Opfern der Katastrophe von Fukushima zuwenden wollte. Für knapp 16 Millionen Dollar wechselte die Geige den Eigentümer.

Kleinodien, Debatten, furchtlose Expeditionen

06.06.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Vor zwei Jahren ging das Internationale Musikfest Hamburg mit dem markigen Ein-Wort-Motto „Verführung“ an den Start. Darunter quetschte man damals ein Angebot mit eher zufällig wirkenden Einsprengseln. Umso konsistenter war die Handschrift der zweiten Runde, die gerade zu Ende gegangen ist. Freilich konnte im Planungsstadium niemand ahnen, dass sich das Thema „Freiheit“ als künstlerische Stellungnahme von höchster politischer Aktualität lesen lassen würde.

Zum Blind Date in die Elbphilharmonie

04.05.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Hamburger stehen gemeinhin nicht in dem Ruf, sich des Superlativs allzu großzügig zu bedienen. Wenn Christoph Lieben-Seutter die Saison 2016/17 als weltweit einzigartig bezeichnet, dann will das etwas heißen. In der Tat: Neun Jahre nach seinem Amtsantritt als Intendant der Elbphilharmonie kann Lieben-Seutter die Eröffnung des Hauses tatsächlich in Aussicht stellen, mit fixem Termin und gedrucktem Programm und so.

Grauen und Verwüstung finden im Kopf statt

02.02.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Wie schön darf ein Kunstwerk sein, das ein schreckliches Ereignis zum Gegenstand hat? Die Frage hat seit jeher die Gemüter bewegt, man denke etwa an die exquisite Darstellung der Leiden Jesu in den Bach’schen Passionen. Wer die Staatsoper Hamburg nach der Uraufführung von „Stilles Meer“ verlässt, dem kann sie schon einmal in den Sinn kommen.

Der Himmel über Fukushima

25.01.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Kent Nagano dirigiert an der Staatsoper Hamburg die Uraufführung von „Stilles Meer“, Toshio Hosokawas Oper über die Katastrophe an der japanischen Küste. Ein Bericht von Verena Fischer-Zernin.

Der Nahostkonflikt, in eine Nussschale gegossen

27.09.15 (Verena Fischer-Zernin) -
Als Georges Delnon und Kent Nagano im April ihre Pläne für ihre erste Saison als Leitungsduo der Hamburgischen Staatsoper vorstellten, da kündigten sie an, das Haus künftig mehr in die Stadt hinein zu öffnen. Zum Eröffnungswochenende haben sie im Wortsinne ein Zeichen gesetzt: Bis Mitte Oktober leuchtet an der Stirnfassade das farbschillernde Traumgespinst „Light Flow | Light Stream“ der Lichtkünstlerin Rosalie. Und die Premiere von Berlioz’ „Les Troyens“ wurde zeitversetzt auf eine Großleinwand am Jungfernstieg übertragen.

Auch Paketband hindert nicht Beliebigkeit – Zur Uraufführung von Beat Furrers neuer Oper an der Staatsoper Hamburg

12.05.15 (Verena Fischer-Zernin) -
Mit der musikalisch gelungenen, szenisch ambivalenten Uraufführung von Beat Furrers „la bianca notte / die helle nacht“ gibt Simone Young ihre letzte Premiere als Intendantin und Generalmusikdirektorin an der Staatsoper Hamburg

Die Phantasie entzündet sich an den Worten

14.11.14 (Verena Fischer-Zernin) -
Eine Melodie steigt in Sekundschritten auf, hin und wieder fällt sie für zwei Achtel zurück und nimmt neuen Schwung, bis sie in natürlichem Moll die obere Oktave erreicht hat und von dort aus in absteigenden Dreiklangssequenzen zurück zum Grundton führt: So einfach und so wohldurchdacht hat die Komponistin Felicitas Kukuck ihr bekanntestes Werk gesetzt. „Es führt über den Main eine Brücke aus Stein“ heißt das Lied. Mit ein paar Federstrichen hat Kukuck die Notenlinien als Brückenbogen auf Papier geworfen, darunter den Text, fertig ist das deutsche Pendant zu „Sur le pont d’Avignon“.
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