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Alle Artikel kategorisiert unter »Verena Großkreutz«

Die Früchte langer, kontinuierlicher Arbeit: Peter Eötvös dirigiert das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart

23.06.12 (Verena Großkreutz) -
Peter Eötvös dirigiert mit metrisch ruhigem Atem, die Bewegungsimpulse der Musik mit großen, rotierenden oder vorwärtsschiebenden Gesten einfordernd. Konzentriert folgt das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (RSO) in seinem jüngsten Abokonzert im Stuttgarter Beethovensaal dem gestalterischen Weg des Ungarn, der es als Komponist wie als Dirigent auf geniale Weise versteht, strukturelle Komplexität und Klangsinnlichkeit gleichermaßen zu ihrem Recht kommen zu lassen. Auf dem Programm standen eigene Werke von Eötvös sowie Orchesterstücke seines Landmannes Béla Bartók.

Gottes Ferne – Ludwigsburger Schlossfestspiele: Uraufführung von Richard van Schoors Oratorium „Die sieben letzten Worte …“

05.06.12 (Verena Großkreutz) -
Nach gut einer Stunde schuldbeladenem Seufzen, Klagen und Weinen über die Hinrichtung des Gottessohnes, wie es Joseph Haydn in seiner Oratoriumsfassung der „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ eindrücklich in Musik gegossen hat, waren einem die Kirchenbänkchen im räumlich bedrängenden Innern der spätbarocken Ludwigsburger Schlosskirche doch arg eng geworden. Man sehnte sich nach einer kleinen Pause, um die gestauchten Glieder ein wenig zu räkeln. Aber flugs ging es weiter. Und im Nu waren alle Ermüdungserscheinungen vergessen. Richard van Schoors moderne kompositorische Antwort auf Haydns Sicht der Dinge nahm vom ersten Takt an für sich ein. Van Schoor versteht es, Musik wirkungsvoll, abwechslungsreich und zeitlich perfekt ausgewogen in Szene zu setzen.

Zurück ins Leben: „Smiling Doors“ an der Jungen Oper Stuttgart – ein Musiktheaterprojekt mit an Krebs erkrankten und gesunden Jugendlichen

22.12.11 (Verena Großkreutz) -
Stille, viel Stille wird hörbar in "Smiling doors", einem nachdenklichen Musiktheaterprojekt, das die Junge Oper der Staatsoper Stuttgart jetzt mit Jugendlichen erarbeitet und im Stuttgarter Kammertheater uraufgeführt hat. Die meisten von ihnen haben einen persönlichen Bezug zur Krebskrankheit. Einige sind gesund, andere haben den Krebs besiegt oder sind noch in Behandlung, andere haben Bruder oder Schwester durch die Krankheit verloren.

Vom Wetten um die Gunst der Muse: das „attacca“-Festival des SWR im Stuttgarter Theaterhaus

08.12.11 (Verena Großkreutz) -
Es ist wohl der Groove und die würzige Kürze, die das etwas kryptisch nach einer Technoparty-Modedroge benannte Orchesterstück "GHB / tanzaggregat für Orchester" von Marko Nikodijevic beim „attacca“-Festival in der Beliebtheitsskala ganz nach oben switchen ließ. Das SWR-Eintagesfestival für Neue Musik, das am Samstag im Stuttgarter Theaterhaus stattfand, präsentierte dieses vitale Stück innerhalb des frühabendlichen Orchesterkonzerts des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart als eine der drei Uraufführungen. Es dirigierte Jonathan Stockhammer.

Licht und Freude: Uraufführung von Georg Wötzers „Stuttgarter Schabbat-Liedern“ an der Stuttgarter Musikhochschule

14.11.11 (Verena Großkreutz) -
Eigentlich beschäftigt sich der Stuttgarter Komponist Georg Wötzer mit der experimentellen Musik, etwa der algorithmischen; jenem kompositorischen Verfahren also, bei dem die Töne eines Werks durch einen mathematischen Prozess berechnet werden – eine künstlerische Arbeit, die auch mit der Entwicklung von neuen Programmiersprachen verbunden ist. Im voll besetzten Kammermusiksaal der Stuttgarter Musikhochschule konnte man jetzt aber eine andere Seite Wötzers kennenlernen. Uraufgeführt wurden seine "Stuttgarter Schabbat-Lieder" für Stimme, Klarinette und Akkordeon – ein Zyklus in schönstem Moll und Dur.

Frischer Wind: Stéphane Denève gibt seinen Einstand als Chefdirigent des Radio Sinfonieorchesters Stuttgart

23.09.11 (Verena Großkreutz) -
Mit Spannung erwartet und beobachtet von so mancher Kulturprominenz fand diesmal die Saisoneröffnung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart (RSO) statt. Denn am Dirigierpult im vollbesetzten Beethovensaal stand Stéphane Denève, Sir Roger Norringtons Nachfolger als Chefdirigent des RSO.

Musikfest Stuttgart: Deutsche Erstaufführung des Oratoriums "Los caminos del Agua" von Gonzalo und Alberto Grau

08.09.11 (Verena Großkreutz) -
Drei Wochen lang, vom 27. August bis zum 18. September, leuchtet das Musikfest Stuttgart derzeit das weitläufige Thema "Wasser" musikalisch aus. Auf dem Programm steht etwa Tan Duns "Water Passion", die die Veranstalterin des Musikfestes, die in Stuttgart ansässige Internationale Bachakademie, einst selbst im Rahmen ihres großen Passionen-Projektes im Jahr 2000 zur Uraufführung gebracht hat. Daneben gab es jetzt aber auch noch ein weiteres Wasser-Oratorium zu hören: Die deutsche Erstaufführung von "Los caminos del Agua" (Wasserwege) der venezolanischen Komponisten Gonzalo und Alberto Grau – speziell für dieses Musikfest von der Bachakademie in Auftrag gegeben. Die Uraufführung dieses fünfteiligen Oratoriums für Soli, einen Rezitator, Chor und Orchester fand allerdings schon zwei Wochen vorher in Caracas statt.

Eine schrecklich nette Familie: Die Neuen Vocalsolisten in Oscar Strasnoys Kammeroper „Geschichte“ in Stuttgart

29.07.11 (Verena Großkreutz) -
Nach den Wurzeln seines Schreibens forscht der Dichter Witold Gombrowicz in der Kammeroper „Geschichte“ von Oscar Strasnoy. Diese war jetzt im gut besuchten Stuttgarter Theaterhaus in einer Produktion von Musik der Jahrhunderte mit den Neuen Vocalsolisten, die das Werk 2004 auch uraufgeführt hatten, zu sehen.

Zeitloser Mythos: zur Uraufführung von Hans Thomallas „Fremd“ an der Stuttgarter Staatsoper

06.07.11 (Verena Großkreutz) -
Was wäre das Musiktheater ohne die antiken Mythenstoffe? Die traumnahe Sphäre des Mythos und die mit der Ratio nicht fassbare emotionale Wirkung von Musik gingen in der Oper von Anbeginn eine treue Ehe ein, die bis heute gehalten hat. Am Anfang stand Orpheus, der dank der überlieferten rätselhaften Macht seines Gesanges zu einer Art Schutzheiligen der Oper avancierte. Und ganz aktuell sind es die Argonauten – zu denen Orpheus ja schließlich auch gehört – und Medea, die auf der Bühne der Stuttgarter Staatsoper wieder einmal zum Leben erweckt werden.

Prosperos Welt: „zeitoper“-Finale mit der Uraufführung von Ming Tsaos „Die Geisterinsel“ in Stuttgart

05.05.11 (Verena Großkreutz) -
Mit ihrer „zeitoper“-Reihe verfolgt die Stuttgarter Staatsoper seit 2006 das Ziel, öffentliche Räume in Stuttgart musikalisch zu erkunden. Mit dem Musiktheater „Paulinenbrücke“ von Daniel Ott und seiner Thematisierung umstrittener Städtebaupolitik etwa war dem künstlerischen Leiter der zeitoper Xavier Zuber und seinem Team im Mai 2009 eine Produktion gelungen, die angesichts der späteren Diskussionen um das Bahn-Projekt Stuttgart 21 wahrhaft seherische Qualitäten haben sollte: ein Glücksfall für die Kunst, die hier ihrer Aufgabe, als sensibelstes Glied der menschlichen Gemeinschaft Entwicklungen und Strömungen in der Gesellschaft vorauszuahnen, perfekt erfüllte.
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