22. Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen erschienen

09.03.16 -
Neue Negativmeldungen aus Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern: In der aktuellen Ausgabe der Zeitung Politik & Kultur 02/2016 ist die 22. Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen erschienen. Strukturen der kulturellen Schulbildung, ein Atelier, ein englischsprachiges sowie ein jüdisches Theater wurden neu auf die Rote Liste gesetzt.
09.03.2016 - Von PM-DKR, KIZ

Baden-Württemberg

Gleich die erste Neumeldung fällt in die Kategorie 1 "von der Schließung bedroht". 25 Künstlerateliers hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof, die seit 1993 bestehen und ein Drittel der städtischen Ateliers ausmachen, sollen zum 31. März 2016 geräumt werden. Grund ist gemäß des Karlsruher Gemeinderats der angeblich schlechte bauliche Zustand des Areals. Die Zukunft der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ist trotz der Unverzichtbarkeit für die künstlerische Vielfalt der Stadt ungewiss.

Mecklenburg-Vorpommern

Aus Mecklenburg-Vorpommern wurde das jüdische Theater "Mechaje" in Rostock als "gefährdet" eingestuft. Bereits seit 2015 musste das Theater die Arbeit einschränken. Denn die Stadt, das Land und der Zentralrat der Juden haben die Förderungen stark reduziert, sodass bereits eine Spielstätte, das "Theater im Stadthafen", geschlossen werden musste.

Hessen

Zudem sind zwei Strukturen aus Hessen in die "Vorwarnliste" aufgenommen worden. Zum einen ist der Bereich der kulturellen Bildung an Hessens Schulen durch deutliche Kürzungen des Kultusministeriums bedroht. Aktuell sehen sich schulübergreifende Projekte wie das Schultheatertreffen, das Musikprojekt Response, der Begegnungstag "Schulen in Hessen musizieren" oder das theaterpädagogische Projekt TUSCH massiv bedroht. In Folge erhalten nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten. Zum anderen hat die Stadt Eschborn als wichtiger Mittelgeber die essentielle Förderung für das größte englischsprachige Theater Kontinentaleuropas, The Englisch Theatre in Frankfurt am Main, gestrichen. Dem Theater fehlt nun ein wichtiger Teil der Basisfinanzierung.

Die Rote Liste stellt in Analogie zu den bekannten Roten Listen der Tiere und Pflanzen bedrohte Kultureinrichtungen in Deutschland vor. In jeder Ausgabe werden gefährdete oder bereits geschlossene Kulturinstitutionen, -vereine und -programme aufgeführt.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Auch die 22. Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen verzeichnet erneut Negativmeldungen. Aber der Rückblick auf die bereits erschienenen Listen zeigt, dass nicht wenige Kultureinrichtungen erhalten werden konnten, weil mittels der Roten Liste auf die Gefährdung aufmerksam gemacht wurde. Das ist Ansporn, die Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen fortzusetzen."

Die 22. Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen steht als pdf zum Download bereit: http://www.kulturrat.de/dokumente/Rote_Liste_02_16.pdf. Alle bislang erschienenen Ausgaben der Roten Liste finden Sie unter http://www.kulturrat.de/rote-liste-kultur.

 

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