Erster Master-Studiengang Kulturvermittlung in Deutschland startet in Hildesheim


09.02.11 -
Kulturvermittler spielen als Moderatoren zwischen künstlerischer Produktion und Rezeption sowie zwischen Kunstsektor und anderen gesellschaftlichen Bereichen eine zentrale Rolle. Sie sind es, die dafür sorgen, dass Kunst ihr gesellschaftliches Potential entfalten kann. Zum Wintersemester 2011 haben deutsche Studieninteressierte zum ersten Mal die Möglichkeit, einen Masterstudiengang "Kulturvermittlung" an der Universität Hildesheim zu beginnen.
09.02.2011 - Von PM - kiz-lieberwirth, KIZ

Der Hildesheimer Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, ist der älteste und größte Studiengang in Deutschland, der sich seit über 20 Jahren mit der professionellen Qualifizierung von Kulturvermittlern beschäftigt. Der im Herbst startende Masterstudiengang Kulturvermittlung wird an diese Erfahrungen anknüpfend die Forschungsaktivitäten für die noch relativ junge Wissenschaftsdisziplin intensivieren und an der Konzeption innovativer Formate der Kulturvermittlung arbeiten.
Mit dem ersten Master-Studiengang Kulturvermittlung haben Studierende die Möglichkeit, profunde wissenschaftliche, künstlerisch-gestaltende und organisatorische Kenntnisse zu erwerben. Sie entwickeln neue Konzepte der Kulturvermittlung und realisieren ein eigenes Forschungsprojekt an einem Ort, der mit seinen anderen künstlerisch-wissenschaftlichen Studiengängen vielfältige Anregungen dafür bietet.
 
Der Studiengang umfasst folgende Funktionen und Ziele:
• Kunstvermittlung: Zugänge zur Kunst und zu den Diskursen im Rahmen von Kunst schaffen
• Vermittlung ästhetischer Kompetenzen: künstlerisch-gestalterische Kompetenz als Erweiterung individueller Ausdrucks-möglichkeiten entwickeln
• Kulturelle Bildung: kulturelle Kompetenz im Sinne von Deutungskompetenz und der Fähigkeit zu kreativem Denken initiieren, Anregung zur Teilhabe und Mitgestaltung am kulturellen Leben
• Kulturpolitik: Kultur- und gesellschaftspolitische sowie administrative Strukturen und Rahmen-bedingungen schaffen, die kulturelle Teilhabe ermöglichen
• Kulturmarketing und Kultur-PR: Aufmerksamkeit, Interesse und Nachfrage für Kunst schaffen
Diese unterschiedlichen Funktionen von Kulturvermittlung werden in ihrem Zusammenspiel vor dem Hintergrund übergreifender kultur-, bildungs- und gesellschaftspolitischer Fragestellungen betrachtet.
 
Berufsfelder und Chancen
Der Master-Studiengang Kulturvermittlung qualifiziert für ein breites Spektrum beruflicher Führungstätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Kunstproduktion und ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Vermittlung sowie für eine wissenschaftliche Laufbahn in den Bereichen Kultur-, bzw. Kunstwissenschaften.
 
Typische Arbeitsfelder liegen in folgenden Bereichen:
• Kunst vermittelnde Tätigkeiten in Kunst- Institutionen (Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Galerien, Filmproduktionsfirmen, Tonstudios);
• Kultur- und medienpädagogische Arbeit (Jugendkunstschulen, Musikschulen, soziokulturelle Zentren und allgemein bildende Schulen);
• Kulturverwaltung und Kulturpolitik (Kulturbüros, Ministerien, Fachverbände);
• Kulturmanagement (in Kulturinstitutionen und Agenturen);
• Kulturjournalismus;
• Vermittlung zwischen Kunst und Wirtschaft, Kultursponsoring, Coaching und Unternehmensberatung mit künstlerischen Mitteln;
• Kultur-Tourismus;
• Wissenschaftliche Tätigkeiten an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen.
 
Bewerbung und Zulassung, Voraussetzungen, Bewerbungsverfahren:
Der Studiengang wendet sich an Absolventen geistes- und kulturwissenschaftlicher Studiengänge mit künstlerischem Schwerpunkt oder künstlerisch-praktischer BA-Studiengänge, die bereits grundlegende Kenntnisse im Hinblick auf Kultur- oder Kunsttheorie, Kultur- oder Kunstgeschichte, Kultur- oder Kunstvermittlung erworben haben.
Die Bewerberinnen und Bewerber müssen zudem über hohe kommunikative Kompetenz verfügen als Voraussetzung für Kultur vermittelnde Tätigkeiten im weitesten Sinne sowie über künstlerische Vorerfahrungen.
Die Eignung der Studienbewerber für das Studium Kulturvermittlung wird durch eine schriftlich eingereichte Projektskizze für ein Forschungsprojekt im Bereich der Kulturvermittlung sowie durch ein persönliches Gespräch ermittelt.
 
Die Bewerbung ist zum Sommer- und zum Wintersemester möglich.
 
Für weitere Informationen steht Ihnen aktuell gerne zur Verfügung:
Prof. Dr. Birgit Mandel unter Birgit.Mandel@gmx.de sowie unter 030 321 43 73.
 
Service und Beratung:
Studiengangsverantwortliche
Prof. Dr. Birgit Mandel
Institut für Kulturpolitik
Universität Hildesheim
Email: Mandel@uni-hildesheim.de
Tel. 05121 883 621
Dekanat Universität Hildesheim
Email: denscheilmann@uni-hildesheim.de

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